Lübcke-Brücke? CDU schlägt Ehrung des ermordeten Regierungspräsidenten vor

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel hatte am 20. Juli 2015 nach kontroverser Diskussion beschlossen, eine Erinnerungstafel an der „Karl-Branner-Brücke“ anzubringen, die auf die Biographie des früheren Oberbürgermeisters hinweist. Im vergangenen Jahr wurden die Tafeln wieder entfernt, um einen drohenden Rechtsstreit abzuwenden. Namhafte Historiker hatten der Stadt „missbräuchliche Verwendung“ ihrer Forschungsergebnisse bei der textliche Ausgestaltung der Tafeln vorgeworfen. Foto: Soremski
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Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel hatte am 20. Juli 2015 nach kontroverser Diskussion beschlossen, eine Erinnerungstafel an der „Karl-Branner-Brücke“ anzubringen, die auf die Biographie des früheren Oberbürgermeisters hinweist. Im vergangenen Jahr wurden die Tafeln wieder entfernt, um einen drohenden Rechtsstreit abzuwenden. Namhafte Historiker hatten der Stadt „missbräuchliche Verwendung“ ihrer Forschungsergebnisse bei der textliche Ausgestaltung der Tafeln vorgeworfen. Foto: Soremski

Bei der seit Jahren immer wieder auflodernden Diskussion um die Benennung des Bauwerks zwischen Unterneustadt und Kasseler Altstadt wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Kassel. Die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Kassel spricht sich für die Umbenennung der Karl-Branner-Brücke in Walter-Lübcke-Brücke aus. „Wir fordern den Magistrat auf, den Ortsbeiräten Mitte und Unterneustadt einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten, welcher Voraussetzung für die durch beide Ortsbeiräte zu treffenden Beschlüsse ist. Sollten die Ortsbeiräte zustimmen, wäre damit auch die seit Jahren vor allem in der SPD schwelende Diskussion um die Branner-Brücke beendet“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael von Rüden. Die immer wieder aufgeflammte Debatte um die Umbenennung der Karl-Branner-Brücke ist nach Auffassung des CDU-Fraktionsvorsitzenden kein positives Lehrstück für die junge Generation in Kassel. „Die Posse mit einer inhaltlich fragwürdigen Hinweistafel, welche viel zu spät und noch dazu an ungeeigneter Stelle angebracht wurde, war nur ein Punkt, welcher die Diskussion erneut angefacht hat“, teilt die Fraktion mit. Mit der Zustimmung der Angehörigen ergibt sich nun eine neue Perspektive für die Brücke. „Mit dem ermordeten ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke als Namensgeber würde die Brücke zu einem Zeichen für Menschlichkeit, Anstand und alle Werte, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ausmachen. Sie würde einen CDU-Politiker würdigen, der diese Werte gelebt hat, der für sie eingetreten ist und dafür sterben musste. Die Brücke wäre damit ein Mahnmal gegen Intoleranz, Hetze, Hass und gegen jede Form von politischem oder religiösen Extremismus“, so Dr. von Rüden.

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