„Lügen, Bedrohungen, Pöbeleien“: KSV-Meistertrainer Uwe Wolf in Aalen freigestellt

Hier noch im KSV-Dress: Ex-Löwen-Coach Uwe Wolf wurde in Aalen entlassen. Der Klub wirft ihm gleich eine ganze Liste von Verfehlungen vor.
+
Hier noch im KSV-Dress: Ex-Löwen-Coach Uwe Wolf wurde in Aalen entlassen. Der Klub wirft ihm gleich eine ganze Liste von Verfehlungen vor.

Er ist der letzte Meistertrainer des KSV Hessen Kassel und war schon immer ein Mann klarer Worte. Sein Ex-Klub Aalen wirft Uwe Wolf allerdings ziemlich viele Verfehlungen vor und hat sich von ihm getrennt.

Fußball. In der Regel liest sich eine Trennung von Vereinsseite aus eher kryptisch. Wenn man sich mit dem Trainer überworfen hat werden dann zum Beispiel nett verpackt „unüberbrückbare Differenzen“ angeführt. Der VfR Aalen hat es in diesem speziellen Fall anders und ziemlich deutlich gemacht. Der Verein trennte sich jetzt von Ex-KSV-Trainer Uwe Wolf und führte gleich eine ganze Reihe von Verfehlungen bei der Begründung an.

So heißt es in der Pressemitteilung des Vereins, der mit dem KSV Hessen Kassel in der Regionalliga Südwest spielt, deutlich:

„Als Gründe für die sofortige Trennung vom Cheftrainer der 1. Mannschaft nennt der VfR Aalen:
• Bedrohung von Vereinsmitarbeitern
• Sechs laufende Verfahren bei der Regionalliga Südwest (u.a. hierzu Nötigung zur Falschaussage; sowie ein Disziplinarverfahren)
• Mehrfache Missachtung klarer Anweisungen von Geschäftsleitung und Gremien
• Pöbeleien ( & Lügen) gegenüber Sponsoren 
• Vereinsschädigende Falschaussagen
• Beleidigung von Präsidiumsmitgliedern schriftlich und mündlich (Dokumente/Nachweise liegen vor)
• Bewusste mediale Irreführung (z.B. geforderte Spielverlegung trotz Kenntnis der Corona-Regeln, die das zum damaligen Zeitpunkt nicht zugelassen haben)“

Wolf hatte seinen Job beim ehemaligen Zweitligist im März 2021 angetreten und den VfR ins Tabellenmittelfeld geführt. Angekündigt wurde Wolf damals als „leidenschaftlicher, emotionaler, akribischer Trainer“. In diesem Falle wohl etwas zu leidenschaftlich. „Das Präsidium, die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat des VfR Aalen achten stets auf eine positive Weiterentwicklung des Vereins, sowohl sportlich als auch dessen Wirkung in der Öffentlichkeit. Diese Entwicklung kann mit Trainer Uwe Wolf nicht mehr garantiert werden“, heißt es abschließend in der Vereinsmitteilung.

So kennt man ihn auch in Kassel: Ein engagierter Uwe Wolf an der Seitenlinie im Auestadion.

2013 hatte Uwe Wolf den KSV Hessen zur Meisterschaft in der Regionalliga geführt. Die Löwen scheiterten aber später in der Aufstiegsrelegation an Holstein Kiel. Dabei sorgte die Personalie Wolf auch damals schon für Gesprächsstoff - aber auch im Positiven! So organisierten Löwen-Fans 2013 noch während der Saison eine Unterschriftenaktion, um die Vereinsverantwortlichen zu einer Vertragsverlängerung mit Wolf zu überreden. Am Ende trennten sich Trainer und Verein aber nach der Meistersaison ohne Aufstieg.

Vergangenen Dezember hatte Uwe Wolf die Klubverantwortlichen des VfR scharf kritisiert und mit Rücktritt gedroht, zuletzt hatte er ein Mindestalter für Schiedsrichter gefordert.

Der bisherige Co-Trainer Christian Demirtas übernimmt derweil bis Saisonende das Traineramt von Uwe Wolf beim VfR Aalen. Im November hatten die Löwen das Duell gegen den Ex-Trainer im eigenen Stadion mit 1:2 verloren, das geplante Wiedersehen im Mai in Aalen fällt nun aus bekannten Gründen flach.

Meist Gelesen

Leserbrief: „Note 1 für falsche Ärztin!“
Kassel

Leserbrief: „Note 1 für falsche Ärztin!“

Zu unserem Artikel „Größer als der NSU-Prozess – Verteidiger der falschen Ärztin wollen 500 Zeugen hören“ vom Samstag, 19. Februar schreibt uns Gerhard Leischner...
Leserbrief: „Note 1 für falsche Ärztin!“
Zwei Passanten bei Unfall in Kasseler Innenstadt verletzt: PKW rollte in Biergarten
Kassel

Zwei Passanten bei Unfall in Kasseler Innenstadt verletzt: PKW rollte in Biergarten

Die Verantwortliche des Pkw, der unbesetzt losgerollt sein soll, erlitt einen Schock.
Zwei Passanten bei Unfall in Kasseler Innenstadt verletzt: PKW rollte in Biergarten
Lebenslang für falsche Ärztin
Kassel

Lebenslang für falsche Ärztin

Gericht spricht Meike S. schuldig: Für Mord in drei Fällen, versuchter Mord in zehn Fällen und Betrug
Lebenslang für falsche Ärztin
Meike S. soll als falsche Ärztin für den Tod von fünf Menschen verantwortlich sein
Kassel

Meike S. soll als falsche Ärztin für den Tod von fünf Menschen verantwortlich sein

Größer als der NSU-Prozess? Verteidiger von Meike S. wollen jetzt rund 500 Patienten als Zeugen befragen lassen
Meike S. soll als falsche Ärztin für den Tod von fünf Menschen verantwortlich sein

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.