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Mäzen Gerhard Klapp in ARD-Doku über Schwarzgeld im Amateurfußball: „Wer Geld hat, bekommt die guten Spieler“

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Von: Marcel Ehrig

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Gerhard Klapp
Geldgeber aus der Region: Unternehmer Gerhard Klapp ist in der ARD-Dokumentation „Milliardenspiel Amateurfußball - Wenn das Geld im Umschlag kommt“ zu sehen. © Archiv: Soremski

In Nordhessen ist Gerhard Klapp nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Mäzen im Fußball wohl bekannt. Jetzt ist er in einer ARD-Doku über Schwarzgeld im Amateurfußball zu sehen - auch als russischer Zar.

Fußball Die Liste ist lang und womöglich ist es einfacher, Vereine in Nordhessen zu nennen, die noch nie in irgendeinem finanziellen Bezug zum Unternehmer Gerhard Klapp aus Hessisch Lichtenau standen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Gerhard Klapp in einer ARD-Doku als Geldgeber im Amateurfußball zu Wort kommt. Das enger gefasste Thema der Dokumentation ist aber Schwarzgeld im Amateurfußball, der Name der Dokumentation: „Milliardenspiel Amateurfußball - Wenn das Geld im Umschlag kommt“. Laut ARD-Recherchen werden jährlich rund 500 Millionen Euro Schwarzgeld gezahlt.

Seine erste Szene hat er vor ein paar Luxuskarossen, im Hintergrund ein Fußballplatz. Dann zeigt er den Reportern stolz ein Gemälde, das eine Verehrerin - „eine ältere Dame“ - für ihn gemalt hat und ihn als russischen Zaren zeigt. „Wer genug Geld hat als Verein, der kann sich die Guten leisten, wer kein Geld hat, muss den Rest nehmen“, erklärt Klapp da ganz bescheiden. Wobei man sich da schon fragt: War das schon mal anders? Und als Nordhesse fragt man sich auch: Wie weit haben es die Clubs mit der Klapp-Kohle letzten Endes eigentlich gebracht?

Und warum er ganz klar das Sagen hat, wenn er einen Klub wie seinen Heimatverein - den Lichtenauer FV - sponsert, erklärt der Unternehmer so: „Sonst könnte ich das Geld ja auch gleich zum Fenster rauswerfen.“ Dass schon im Amateurfußball zum Teil gut bezahlt wird ist für Spieler, die auch mal ein bisschen gekickt haben, nichts Neues. Die Dimension wird aber viele außerhalb der „Fußballblase“ schon überraschen.

Dennoch bleiben auch nach 41 Minuten Dokumentation noch Fragen offen. Unter anderem, wie das Geld im Briefumschlag zukünftig nicht mehr so leicht am Fiskus vorbeigeschleust werden kann. Oder die Frage, auf die auch Gerhard Klapp so schnell keine Antwort hatte: „Wie ist nochmal der Vorname Ihres Spielertrainers beim Lichtenauer e.V.?“

Die ARD-Dokumentation „Milliardenspiel Amateurfußball - Wenn das Geld im Umschlag kommt“ ist in der ARD-Mediathek zu sehen.

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