Mit Mafia-Methoden: Brutaler Übergriff in Wettbüro-Szene

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In den Räumlichkeiten der Mauerstraße 22 hat das Opfer ab dem Jahr 2008 ein Wettbüro betrieben. Fotos: Schaumlöffel

Kassel. Heute begann vor dem Kasseler Landgericht der Prozess gegen vier Männer, die einen Wettbüro-Besitzer verschleppt und misshandelt haben sollen.

Kassel. Mit diesen Männern möchte wohl keiner Stress haben. Vor allem zwei der Angeklagten, sind fast so breit gebaut, wie sie groß sind. Heute begann vor dem Kasseler Landgericht gegen vier Männer (41, 27, 25 und 27 Jahre) der Prozess, in dem es um die Vorherrschaft unter Kasseler Wettbüro-Betreibern geht.

Die vier Männer aus Kassel und Umgebung (davon drei in Untersuchungshaft) müssen sich wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen schweren räuberischen Erpressung in Tateinheit mit erpresserischem Menschenraub verantworten.

Im Gerichssal kam es vor Verlesung der Anklageschrift zu einer traurigen Szene: Die Mutter eines der Angeklagten brach so in Tränen aus, dass sie den Saal verlassen musste.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, am 31. Juli 2013 einen Kasseler Wettbürobetreiber, der in der Mauerstraße ein Wettbüro führte, zunächst unter dem Vorwand einer Besprechung in ein Fahrzeug gelockt zu haben und ihn dann in eine Tiefgarage, die zur Wohnung eines der Angeklagten gehört, gefahren zu haben. Dort sollen die Angeklagten auf den Geschädigten mehrfach eingeschlagen und ihn gegen Kopf und Körper getreten haben. Weiter sollen sie von dem Geschädigten 25.000 Euro als Strafzahlung gefordert haben.

10.000 Euro übergeben

Danach sollen die Angeklagten den Geschädigten in die Wohnung gebracht haben. Dort soll einer der Angeklagten den Geschädigten weiter mit einem Gürtel geschlagen haben. Ferner soll einer der Angeklagten dem Geschädigten ein Messer mit Gewebeanhaftungen gezeigt haben und ihm zu verstehen gegeben haben, dass mit diesem Messer bereits im Rahmen eines anderen Streits um ein Wettbüro jemandem der kleine Finger abgeschnitten worden sein soll. Aus Angst um sein Leben soll der Geschädigte dann durch einen Anruf bei einem Verwandten insgesamt 10.000 Euro aufgebracht und den Angeklagten gezahlt haben. Ausserdem habe der Geschädigte versprechen müssen, kein Wettbüro mehr zu betreiben und künftig nur noch für einen der Angeklagten zu arbeiten.

Danach wurde der Geschädigte von zwei der Angeklagten in das Marienkrankenhaus gebracht. Der Geschädigte erlitt zwei Wirbelbrüche, Prellungen, Schürfwunden und Hämatome am gesamten Körper. Zum Prozessauftakt erschien das Opfer nicht vor Gericht. Er lies sich von seinem Anwalt vertreten.Auslöser der Tat soll gewesen sein, dass das Opfer im Jahr 2008 das Wettbüro des 41-jährigen Angeklagten übernommen hat. Der soll sich betrogen gefühlt und deswegen den Überfall geplant haben.

Am ersten Prozesstag wurde nur die Anklage verlesen, die Angeklagten konnten sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Zur Wahrheitsfindung sind insgesamt 11 Prozesstage eingeplant.

Fortsetzung des Prozess: Montag, 5. Mai um 13 Uhr im Raum D 130.

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