Mail aus dem Krankenhaus: Das Virus zeigt seine hässliche Fratze

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Die bewegende Mail kam direkt aus dem Krankenbett.

Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem. Bei allen Nachrichten und Vorkehrungen scheint die Bedrohung doch so weit weg. Bis es neben einem einschlägt, wie es EXTRA TIP-Redaktionsleiter Victor Deutsch erfahren muss.

Eben noch verwundert festgestellt, dass man im Supermarkt nur zwei statt drei Brokkoli kaufen darf. Den Passanten mit der Gasmaske irritiert wahrgenommen. Über Klopapier-Hamsterer amüsiert und die Auswirkungen von Kurzarbeit durchgerechnet.

Und dann zeigt sie sich plötzlich, die hässliche Fratze von Covid-19.

Die Mail eines lieben Freundes bringt sie ans Licht, macht sie angsteinflößend. Mehr noch als alle zuvor gesehenen Bilder aus China, Italien und der USA zusammen. „Liege seit einer Woche flach mit einer beidseitigen Covid-19 Lungenentzündung“ – ein Schlag mit der Faust mitten in meine Magengrube.

Sauerstoff, schwerer Verlauf. Wenn seine Lungen es nicht packen, künstliches Koma, Beatmung.

Da war vorher kein lustiges Aprés-Ski-Treiben in Ischgl. Er ist nicht alt, gerade mal Mitte 40. Familienvater, zwei kleine Kinder.

Ich desinfiziere heute meine Hände im Büro, wo ich fast jeden Tag alleine bin. „Die Statistiken sind nur solange gut, solange ihr auf der richtigen Seite steht“, schreibt er. Zum Reden fehlt ihm die Luft. „Und wie ich gerade äußerst schmerzhaft feststellen muss, entscheidet man das nicht für sich selbst.“

Dankbar ist er, für das Gesundheitssystem und allen die dahinter stehen. „Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was hier für ein Aufwand getrieben wird, um möglichst viele von uns Patienten wieder aus diesen bösen Fängen zu befreien.“

Sein Kampfgeist ist ungebrochen. Junge, Du bist stärker!

 Ich schlafe schlecht in der Nacht, umarme morgens Freundin und Sohn noch fester als sonst.

„Passt bitte auf Euch auf und meidet jegliche Kontakte“, hämmern die Zeilen des lieben Freundes seitdem in meinem Kopf.

Aus der surrealen Situation ist eine reale Gefahr geworden.

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