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„Das Caricatura-Plakat sollte man mit Kartoffelbrei bewerfen.“

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Mario Lars ist Cartoonist, Autor und mit eigenem Programm auf Bühnen unterwegs.
35172_mario lars_illustrator_IMG_5844.JPG © Krümler

Mario Lars - Cartoonist, Autor und immer für einen Spruch zu haben

Kassel Wer als Redakteur einen Cartoon von Mario Lars anschaut, kann manchmal neidisch werden. Alles scheint für den Cartoonisten so leicht und einfach von der Hand zu gehen, während man als Schreiber beinahe über jeden Satz nachzudenken scheint. Dazu kommt: Mario Lars ist nicht nur flott mit dem Stift - oder heutzutage natürlich auf dem Laptop - unterwegs, sondern tummelt sich selbstbewusst auch in anderen künstlerischen Sparten. Doch erst einmal zurück zum Cartoonisten, der in diesem Jahr für das Ausstellungsplakat „Beste Bilder“ mit den Cartoons des Jahres 2022 in der Caricatura – Galerie für Komische Kunst im KulturBahnhof Kassel und dem gleichnamigen Buch des Lappan-Verlages verantwortlich zeichnet. Sein wirklicher Name ist Roland Regge-Schulz - gerne verbirgt er das aber hinter seinen Pseudonymen Regge vom Schulzenhof, Roland Mitlinks und natürlich Mario Lars.

Mario Lars wurde 1964 in Mecklenburg geboren und lebt dort tatsächlich auch heute noch. In einem Dorf am Rande von Schwerin betreibt der Cartoonist, Graphiker und Autor eine kleine kreative Enklave namens Schulzenhof. Dort wachsen und gedeihen Ideen für komische Kunst und Worte - im Alleingang, im Freundes- und Verwandtenkreis aber auch in kreativen Workshops mit anderen Kunstschaffenden. Cartoons von Mario Lars sind manchmal böse, manchmal schwarz, aber immer lustig. Und wenn er die Bühne betritt, gibt´s was auf die Augen und Ohren. Er liest Karikaturen, zeigt animierte Filme, er erzählt Geschichten und erklärt, was im Leben schief laufen muss, um Cartoonist zu werden. „Mein Gott, Alter“ heißt sein aktuelles Programm.

„Ich habe nach dem Abitur u. a. eine handwerkliche Ausbildung gemacht, habe als Journalist gearbeitet“, erzählt der 58-Jährige. Zudem war er jahrelang als Ressortleiter für die Optik der Schweriner Volkszeitung zuständig. 2010 begann er nebenberuflich mit dem Zeichnen von Cartoons, „seit 2014 mache ich das hauptberuflich und kann davon leben.“ Seine Cartoons finden sich in vielen Zeitungen aber auch auf t-online. Darüber hinaus sind seine Cartoons in vielen Anthologien zu bewundern. Mario Lars wurde für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet. So ist er beispielsweise der Gewinner des vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschriebenen „Karikaturenpreises der deutschen Zeitungen 2021“.

Druck, nahezu täglich Comics für die Tageszeitungen abliefern zu müssen, hat er keinen. „Ich sitze nicht rum, und grübele, worüber kann ich mal was bringen kann. Die Themen drängen sich durch das tägliche Leben doch geradezu auf“. Er genießt das Privileg, im Gegensatz zu anderen Künstlern fast überall arbeiten zu können. „Bühnenleute haben es da deutlich schwerer. Ich habe meine Gerätschaften immer dabei.“ So auch in Kassel, wo er bei der Vorstellung der „Besten Bilder“ in der Caricatura gleich mal eine Idee aufs digitale Papier bringt.

Den Ortswechsel der Ausstellung mit den Cartoons des Jahres von Frankfurt nach Kassel findet er gut: „Wir Zeichner kommen gerne nach Kassel, es liegt so schön günstig in der Mitte Deutschlands.“ Und in der Caricatura fühle man sich bestens aufgehoben, „Team und Besucher gehören nicht zu den Menschen, die zum Lachen in den Keller gehen“, schmunzelt er. Dass er als frisch gekürter Preisträger eines Siegercartoons nach Mecklenburg zurück kehrt, „wäre nett, steht aber nicht ganz oben auf meiner Wunschliste“. Stattdessen möchte er, dass das Titelplakat der Ausstellung ganz trendy „mit Kartoffelbrei beworfen wird“. Wow, was hätte das für eine Werbewirkung für die Caricatura!

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