Marjana Schott gegen den Kassel Airport

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Lars Ernst, Geschäftsführer des Kassel Airport

Kassel - Die Überprüfung des Flughafens durch die Landesregierung wirft erste Schatten voraus. Die Linke forderte im Landtag die Herabstufung des Airports, um Millionen zu sparen. Eine Milchmädchenrechnung wie Flughafengeschäftsführer Lars Ernst im EXTRA TIP-Gespräch erklärt.

ET: Wie läuft es zur Zeit am Flughafen?

Ernst: Es läuft hervorragend. Das normale Frachtgeschäft mit weiter steigender Tonnage, der Geschäftsreiseverkehr, die Privatflüge werden zur Zeit routinemäßig abgewickelt. Die Saison der Fallschirmspringer hat begonnen. Die meisten Sonderreisen sind ausgebucht. Und – ganz wichtig – der Vorverkauf für die touristischen Flüge mit Schauinsland und sundair ab 1, Juli kann besser kaum laufen. Alle Beteiligten sind hochzufrieden.

ET: In dieser Situation fordert ausgerechnet Marjana Schott (Kassel) für die Linken im Landtag, die Herabstufung des Flughafens zum Verkehrslandeplatz.

Ernst: Das ist geschäftsschädigend, weil es doch bei einigen Kunden Verunsicherung hervorruft. Darüber hinaus ist die Aussage falsch, dass man diesen Flugverkehr von heute beibehalten und trotzdem Kosten sparen kann.

ET: Warum ist diese Aussage falsch?

Ernst: Nicht die rechtliche Bezeichnung (Status) als Flughafen oder Verkehrslandeplatz kostet Geld, sondern die Abwicklung des Verkehrs. Die Abwicklung touristischer Flüge und die Frachtflüge erfordern zum Beispiel eine Kontrollzone und bestimmte Sicherheitsbereiche. Dafür benötigen wir viel Personal. Und das kostet Geld. Hier muss man den Linken sagen: Ihr spielt mit Existenzen, treibt die Menschen in die Arbeitslosigkeit. Die Mitarbeiter am Flughafen sind verunsichert, wenn über ihnen ständig das Damoklesschwert der Arbeitslosigkeit hängt.

ET: Ohne Berücksichtigung der Baukosten benötigt der Flughafen 1,8 bis 2,4 Millionen Passagiere, um die Unkosten einzuspielen, hat Frau Schott behauptet. Stimmt das?

Ernst: Diese Zahlen höre ich zum ersten Mal. Diese utopischen Zahlen hat Frau Schott exklusiv. Sie sind weit entfernt von jeder Realität. Wir sind zuversichtlich, die Sparvorgaben des Koalitionsvertrages einzuhalten. Wir planen von Jahr zu Jahr. 2017 peilen wir 65.000 Passagiere an. Ich freue mich ganz besonders darüber, dass wir erstmals einen umfangreichen Winterflugplan anbieten können. 2018 sollen es erstmals über 100.000 Passagiere sein, denn dann beginnt die Saison für Schauinsland bereits im April.

ET: Wie laufen die Athen-Flüge mit Aegean?

Ernst: Wir sind zufrieden. Hoffen aber, dass noch mehr Leute dieses einmalige attraktive Angebot annehmen werden.

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