Markthallen-Zoff eskaliert: Handy-Eklat in der Sitzung

Schaumlöffel

Der Streit um die Zukunftspläne für die Kasseler Markthalle (der EXTRA TIP berichtete mehrfach) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: In einer Sitzung der Marktbeschicker am Montagabend kam es zu einem „Eklat“, wie Markthallen-Geschäftsführer Andreas Mannsbarth mitteilt. Was war geschehen? 

Kassel. Am Montag fand eine Beschickerversammlung in der Markthalle statt. Auf der Tagesordnung standen die von den Investoren Merz/Sprengwerk vorgestellten Pläne zur Neugestaltung der Markthalle. „Am Ende hat sich keiner der anwesenden 40 Marktbeschicker für das Sprengwerkkonzept ausgesprochen“, fasst Andreas Mannsbarth das Votum der Marktbeschicker zusammen.

 Julian Merz, der mit seinen Geschwistern seit zwei Jahren den Gut Kragenhofmit einem Stand in der Markthalle präsentiert und dessen Vater Antonio Merz die Zukunftspläne mit Sprengwerk vorantreibt, hat hingegen einen anderen Eindruck. „Es gibt schon einige, die das Konzept begrüßen“, sagt er auf EXTRA TIP-Anfrage.

Er selbst soll bei der Beschicker-Versammlung eine zentrale Rolle gespielt haben. Doch von Anfang an. „Zunächst bin ich zu der Sitzung nicht eingeladen worden. Erst auf telefonische Nachfrage hin wurde mir von Herrn Mannsbarth mitgeteilt, dass er meine Teilnahme aufgrund von Befangenheit nicht für klug empfindet.“ Julian Merz erschien dennoch. Eine Abstimmung zu Beginn der Sitzung habe „mit absoluter Mehrheit“ ergeben, dass er bleiben könne.

„Zu Beginn der Sitzung versicherte Herr Merz den anwesenden Marktbeschickern, dass er nicht im Auftrag seines Vaters oder Sprengwerk hier sitzt und auch keinerlei Informationen darüber, was hier besprochen wird, weitergeben wird. Gegen Ende der Sitzung wurde einem Beschicker gewahr, dass Herr Merz, ohne Einverständnis der Marktbeschicker Ton- und Filmaufnahmen von der Versammlung machte. Darüber waren die Marktbeschicker so entrüstet, dass sie ihn aufforderten die Sitzung umgehend zu verlassen“, berichtet Andreas Mannsbarth den weiteren Verlauf des Abends.

Julian Merz erklärt: „Ja, ich habe ein Ton-Memo mitgeschnitten, als die vorgetragenen Verschörungstheorien von Rainer Stahl das Maß des Erträglichen überschritten haben – es war wirklich schockierend“. Der Jurist und Markthallenberater hätte felsenfest behauptet, es seien ein luxuriöser Spa-Bereich im Dachgeschoss sowie ein 500 Personen-Bankett-Saal als Pendant zur Brüderkirche im Untergeschoss geplant.

 „Ich war wirklich erschüttert: 80 Prozent der getätigten Aussagen im Stahl-Monolog waren absolute Phantasie. Mit derartigen Fehlinformationen wird völlig unnötig eine große Unsicherheit bei den Marktbeschickern geschürt“, betont Julian Merz. Er habe das Aufnehmen des Redebeitrags jedoch als Fehler eingesehen und die Aufnahme sofort gelöscht.

„Dieses an Frechheit und Dreistigkeit kaum zu überbietende Verhalten, hat bei den Marktbeschicker jegliche Hoffnung auf eine offene, vertrauensvolle und ehrliche Zusammenarbeit zunichte gemacht“, teilt Andreas Mannsbarth am Ende seiner Pressemitteilung mit.

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