Martini-Bier: In Kassel wird auch nicht mehr gebraut

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Erst verlagerte man die Abfüllung an den Unternehmessitz in Einbeck. Nun wurde Kassel auch als Braustätte von der Einbecker aufgegeben.

Kassel. Zunächst schloss die Einbecker Gruppe die Abfüllung am Martini-Standort in der Kölnischen Straße. Jetzt wird das Kasseler Bier auch nicht mehr hier gebraut.   Der Werbeslogan: "Aus Kassel. Für Kassel.” ist damit Geschichte. Besonders schade: Gerade feierte die Kasseler Gastronomie die "Wiederentdeckung” der heimischen Marke: In der Grimmwelt bot das "Falada” Meister-Pils an. Und in der "Heimat” in der Friedrich-Ebert-Straße machte man das Edel-Pils zum Kult. "Es ist aber noch ausreichend in Kassel gebrautes Martini und Kasseler Bier vorhanden, das in den Lagertanks des Einbecker Brauhauses heranreift”, teilt Marcel Behlke, Pressesprecher der Einbecker Brauhaus AG dem EXTRA TIP mit.Wie  berichtet, hatte die Brauerei in diesem Jahr die Abfüllung-Anlage am traditionsreichen Sitz in der Kölnischen Straße demontiert, und  knapp 15 Millionen Euro für die Abfüllung am Unternehmenssitz in Einbeck investiert. Dorhin wurde der weiter in Kassel gebraute Gerstensaft (Martini Meister-Pils, Martini Edel-Pils,  Kasseler Jubiläumspils und Martini Winterbier) dann  mit Tankwagen geliefert und abgefüllt.

"Die Neustrukturierung der Brauerei mit verbundener Anpassung der Kapazitäten ist aufgrund der seit Jahrzehnten andauernden rückläufigen Umsatz- und Absatzentwicklung im deutschen Biermarkt unabdingbar”,  sagt man in Einbeck zu der Entwicklung."In den vergangenen 15 Jahren ist das Volumen von Martini-Bier um 90 Prozent gesunken – die Brauanlagen waren überdimensioniert”, erklärt Einbecker-Vorstandsmitglied Martin Deutsch. Daher hatte man ein kombiniertes Brau-Gastronomie-Konzept am Standort in Kassel  geplant.  Parallel dazu wollte man nicht genutzte Flächen und Gebäude verkaufen und zu einem neuen Wohnquartier entwickeln. Doch diese beiden Vorhaben "beißen” sich: "Am Standort der Martini Brauerei in der Kölnischen Straße lässt sich trotz intensiver Bemühung, Prüfung und Begutachtung aufgrund der gesetzlichen Vorgaben in einem zumeist als Wohngebiet genutzten Areal leider kein zukunftsfähiges Brauerei- und Gastronomiekonzept umsetzen”, sagt Martin Deutsch.

Nun prüfe man mögliche neue Standorte innerhalb der Stadt Kassel auf Realisierbarkeit des bereits fertigen Konzeptes. "Das Ende des Braustandorts kam auch daher so plötzlich, weil uns in Einbeck ein Gaskessel kaputt gegangen ist – und Kassel einen passenden hatte”, erklärt  Martin Deutsch.  Nur eine Handvoll Mitarbeiter ist noch in der Martini-Brauerei tätig.  Die Standortsuche für die Erlebnis-Brauerei Martini wird mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Stadt Kassel vorgenommen.

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