1. lokalo24
  2. Lokales
  3. Kassel

Megazoff in der Taxi-Szene

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Rainer Hahne

Kommentare

null
© Lokalo24.de

Interessengemeinschaft ärgert sich: „Minicars müssen stärker kontrolliert werden”.

Kassel. Die Interessengemeinschaft Kasseler Taxifahrer (IGKT – 120 Mitglieder) ist stinksauer: "Wir arbeiten nicht mit Minicar zusammen.” Behauptet hatte das die Interessengemeinschaft der Kutscher und Kutscherinnen (neun Mitglieder, der EXTRA TIP berichtete).

Was war passiert: Die Kutscher hatten sich an die Öffentlichkeit gewandt und behauptet, dass Taxis und Minicars an einem Strang ziehen. "Das ist völliger Blödsinn. Wir haben mit den Minicars nichts zu tun. Diese Behauptung ist geschäftsschädigend”, stellten Jutta Rudolph und Mario Birle, die Vorsitzenden der IGKT in aller Deutlichkeit fest.

Rückkehrpflicht

Das Gegenteil sei der Fall. Seit September fordert die Interessengemeinschaft, dass die Minicars wieder stärker kontrolliert werden. "Wir haben uns schwarz darüber geärdert, dass die Minicars mittlerweile mit uns in einer Reihe vor dem Bahnhof, den Diskotheken und Gaststätten und Clubs stehen. Und die Polizei fährt tatenlos vorbei. Wir wollen, dass die Minicars sich an die Gesetze halten. Das heißt: Nach jeder Fahrt Rückkehrpflicht zu ihrem jeweiligen Betriebssitz.”

Dafür habe man gekämpft, sich mit Bürgermeister Jürgen Kaiser und Stadtbaurat Christof Nolda zusammengesetzt, aber auch im Rat die Diskussionen aufmerksam verfolgt. Geholfen hat es nur kurz. "Es wurden verdeckte und offene Kontrollen durchgeführt. Dann ist das aus Gründen des Personalmangels wieder eingeschlafen. Stattdessen sollten wir Bilder machen und die Minicars anzeigen. Das ist nicht unsere Aufgabe”, ärgert sich Jutta Rudolph. Dabei haben die Taxifahrer Ärger genug, denn die Stadt will zwar nicht kontrollieren, aber zum Abkassieren reicht das Personal.

Teure Arztfahrten

"Es gehört zu unserem Service, dass wir Behinderte und Kranke zu ihrem Arzt fahren – auch wenn der in der Fußgängerzone ist. Dafür sollen wir jetzt 15.000 Euro pro Jahr zahlen. Es gibt genug andere Städte wie Berlin, Trier, Hannover, die kulant sind und nichts kassieren. Dort wird geduldet, dass die Patienten zu ihrem Arzt gebracht werden und die Taxen kurz dort stehen.” Noch schlimmer ist das bei Fahrten zur Blutbank in der Mönchebergstraße: "Da helfen wir Leben retten. Das sind schlecht bezahlte Pflichtfahrten. Und was passiert: Wir kriegen vor der Blutbank ein Knöllchen. Und vor dem Elisabethkrankenhaus zum Beispiel steht alles voll. Und wir kriegen wieder ein Knöllchen. Hier muss Abhilfe her. So geht das nicht. So kann man mit uns nicht umgehen.”

Auch interessant

Kommentare