„Mehr gegenseitigen Respekt“ - fordern Hundebesitzer und Ortsbeirat

+

Kassel. Hunde, Jogger, Radfahrer: Die Prinzenquelle ist bei allen beliebt. Doch genau das führt bei den Outdoor-Fans immer wieder zu Konflikten.

Kassel. Für Hundebesitzer gehören Weg und Wiese an der Prinzenquelle in der Ochsenallee in Kassel  zu den letzten Orten der Stadt, an denen sie ihren Flausch-Freunden freien Auslauf bieten können – ohne Leine. Um sich auszutoben und sozialisiert zu werden, wie ihre Herrchen erzählen. Doch seit Wochen sorgt immer wieder das Thema Hunde in Verbindung mit Joggern, Radfahrern und Spaziergängern für hitzige Gespräche und ununterbrochene Diskussionen. Dabei wollen Hundefreunde nur ihren Frieden, wie viele Besucher am Mittwochvormittag berichten.

Viele sind verärgert über angebliche Hunde-Terror-Gerüchte. "Die Stadt streicht stückweise die Rechte der Hundebesitzer. Jogger haben so viele Möglichkeiten und dann suchen sie sich den einzigen für Hunde freien Fleck aus und regen sich auf. Ein Unding", sagt ein junger Hundebesitzer. Sein Hund steht brav bei Fuß, auch ohne Leine.  Auch Karin aus Kassel geht mit ihren beiden Hunden gerne an der Prinzenquelle spazieren. "Man muss doch gegenseitig Rücksicht nehmen. Radfahrer sausen hier oft entlang, obwohl hier auch viele kleine Kinder oder ältere Menschen unterwegs sind. Ich leine meine Hunde an, damit es kein Theater gibt", erklärt sie.

Am Wochenende möchte aber keiner der vielen Hundebesitzer in die Ochsenallee. "Dann geht es gar nicht. Es ist voller als in der Königsstraße", sagt Karin. Jogger seien mittlerweile entspannt, berichtet ein Paar. Zusammen mit ihren Hunden Ouray und Chief gehen sie gerne auf die große Wiese. "Hunde sind wie Menschen nicht fehlerfrei. Doch man kann auch entspannter miteinander umgehen", sagen sie. Auch sie sind der Meinung, dass die Stadt mehr freie Flächen für Hunde schaffen müsse. Kirchditmolds Ortsvorsteherin Elisabeth König kennt das Problem und sagt dem EXTRA TIP: "Es geht um gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme. Egal, ob Hund, Reiter, Radfahrer, Jogger oder Walker. Alle sollen den sehr beliebten Raum angstfrei nutzen können."

Die Ochsenallee stehe stellvertretend für andere ähnliche Flächen, der Konflikt betreffe die ganze Stadt. "Es darf nicht zur Lagerbildung kommen, die Nutzer des Weges sollen sich gegenseitig unterstützen und mit ihrem Verhalten Konflikte vermeiden". Auch das Anliegen der Hundebesitzer verstehe König und sagt: Hundehalter brauchen mehr Infos. "Deshalb wird das Thema erneut ein Punkt der Ortsbeiratssitzung sein", so König.

+++ EXTRA INFO +++

Kein Brennpunkt

Ein Brennpunkt sei der Standort an der Prinzenquelle nicht, die Probleme zwischen Hunden und Menschen verteilten sich gleichmäßig über das ganze Stadtgebiet, erklärt Ordnungsamtmitarbeiter Lothar Pflüger. Noch gab es keinen Grund, um in der Ochsenallee tätig zu werden. "Wenn aber Menschen gefährdet werden, geht der Mensch vor." Weitere freie Flächen gebe es für die rund 7.000 angemeldeten Hunde beispielsweise an Ahne und Losse.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta fifteen
Kassel

Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta fifteen

Statement von Oberbürgermeister Geselle: „ruangrupa hat sich für die documenta fifteen klar und deutlich gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, …
Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta fifteen
Geflüchtete Familien sollen in Baunatal neues Zuhause finden: Gemeinschaftsunterkunft wird reaktiviert
Kassel

Geflüchtete Familien sollen in Baunatal neues Zuhause finden: Gemeinschaftsunterkunft wird reaktiviert

Jede Woche kommen zwischen 20 bis 35 geflüchtete Personen nach Baunatal. Sie werden der Kommune von Gießen zugewiesen. Die Zahl der Zuweisungen haben sich in den letzten …
Geflüchtete Familien sollen in Baunatal neues Zuhause finden: Gemeinschaftsunterkunft wird reaktiviert
Verschärfte Regeln in Kassel: So reagiert die Gastro auf die 2G+-Regel
Kassel

Verschärfte Regeln in Kassel: So reagiert die Gastro auf die 2G+-Regel

Kassel ist jetzt Corona-Hotspot. Das bedeutete, die Regeln in der Stadt werden verschärft. Seit Donnerstag dürfen nur Menschen in Restaurants, die die 2G+-Regel …
Verschärfte Regeln in Kassel: So reagiert die Gastro auf die 2G+-Regel
Bombenanschlag gegen Germania: Silvester wurde Burschenschaft wieder einmal attackiert
Kassel

Bombenanschlag gegen Germania: Silvester wurde Burschenschaft wieder einmal attackiert

Erneut wurde das Verbindungshaus der Studentenverbindung Germania in Mitleidenschaft gezogen. Dieses Mal soll es sich um eine Rohrbombe im Briefkasten gehandelt haben.
Bombenanschlag gegen Germania: Silvester wurde Burschenschaft wieder einmal attackiert

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.