MHK verärgert über zunehmende Regel-Verstöße in Bergpark und Aue

Hund, Karlsaue, Kassel
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Ein freilaufender Hund in der Karlsaue iust keine Seltenheit. Die Parkordnung verbietet das Ableinen zum Schutz für die dort lebenden Tiere und Parkbesucher.

Freilaufende Hunde, Radler auf allen Wegen, Picknick mit Grill: Sowohl im Bergpark als auch in der Karlsaue beobachtet die Museumslandschaft Hessen-Kassel zunehmend Verstöße gegen die Parkordnung. Nun soll verstärkt kontrolliert werden.

Kassel. Besonders die Karlsaue als Kassels grüne Lunge aber auch das UNESCO Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe bieten für die Menschen aus der Region einen nahegelegenen Rückzugsort, der zum Spazierengehen und Verweilen einlädt.  „Wir bedauern sehr, dass es immer wieder gravierende Verstöße gegen unsere aus gutem Grund formulierte Besucherordnung gibt. Dabei ist unser Anliegen in allen unseren Veröffentlichungen und mit unseren Veranstaltungen vor allem, den Blick unserer Besucher*innen zu schärfen für die Verantwortung jedes Einzelnen für den Erhalt der wertvollen historischen Gartenanlagen und für das gedeihliche Miteinander aller Besucher*innen im Park. Denn auf den respektvollen Umgang untereinander kommt es doch vor allem an,“ erläutert Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der Museumslandschaft Hessen-Kassel.

Die Parkordnung der MHK gibt klare Regeln vor. Diese Regeln hängen an den Eingängen des Parks als öffentlich zugänglicher Gartenanlage aus, liegen an den Museumskassen schriftlich als Flyer vor, werden auf der Homepage kommuniziert und von MHK Aufsichtskräften mündlich und schriftlich an Besucher weitergegeben.

Sehr häufig sind – insbesondere in der Sommersaison, aber auch im übrigen Jahresverlauf – zu unterschiedlichen Uhrzeiten Aufsichtskräfte als Zweierteam im Einsatz, um Besuchern einerseits für Fragen aller Art zur Verfügung zu stehen, aber auch, um Gäste bei Verstößen gegen die Parkordnung anzusprechen und auf Ihr unerwünschtes Verhalten hinzuweisen.

Hunde sind an der kurzen Leine zu führen und nicht baden zu lassen, kein Fahrrad, e-Roller oder Segway zu fahren, keine Drohnen aufsteigen zu lassen oder keine unangemeldeten Veranstaltungen abzuhalten. Prof. Dr. Eberle: „In konfliktträchtigen Situationen können unsere Mitarbeiter wie jeder andere Besucher auch die Polizei über den Notruf 110 rufen.“

Radbügel und offizielle Querungen

Eine Querung des Parks Karlsaue für Fahrradfahrer ist über die Straße „An der Karlsaue“ möglich. Die Straße verbindet die Südstadt mit der Orangerie und entlang des Auedamms und der Drahtbrücke weiter in die Unterneustadt. Am nördlichen Ende der Karlsaue bietet die Damaschkestraße zwischen Auestadion und Bugagelände eine gute Verbindung. Im Bergpark Wilhelmshöhe verbindet der Herkules-Wartburg-Radwanderweg den Parkeingang oberhalb von Schloss Wilhelmshöhe mit dem Herkules-Monument. Im Bergpark entstehen vor allem durch Mountainbiker und Downhill-Fahrer immer wieder zum Teil lebensgefährliche Situationen für andere Parkbesucher. Außerdem können im Park und den angrenzenden Waldgebieten massive Schäden auf Wegen, Wiesen und Waldflächen verzeichnet werden. Prof. Dr. Martin Eberle: „Damit Parkbesucher ihre Fahrräder sicher abstellen können, haben wir bereits damit begonnen, an allen Parkeingängen Fahrradabstellbügel zu installieren.“

Das bestätigen auch die zuständigen Behörden Hessen Forst und der Zweckverband Naturpark Habichtswald: „Es entstehen immer wieder illegale Downhill-Strecken in den Waldgebieten. Die führen teilweise durch Naturschutzgebiete und stören die Brut- und Nistzeit der Wildtiere massiv. Absperrungen und Hinweistafeln auf die empfindliche Flora und Fauna werden einfach zerstört und demontiert. Dabei ist es uns außerdem unmöglich, in irgendeiner Weise der Verkehrssicherungspflicht dieser illegalen Wegenetze nachzukommen, zu der die jeweilige Landesbehörde trotz allem verpflichtet ist,“ sind sich Bereichsleiter vom Forstamt Wolfhalgen, Matthias Schnücker, und Jürgen Depenbrock, Geschäftsführer Zweckverband Naturpark Habichtswald einig.

Freilaufende Hunde stellen außerdem ein Risiko für alle Wildtiere und auch Parkgäste dar. „Erst vor einigen Wochen hat ein freilaufender Hund einen Jungschwan im Bergpark Wilhelmshöhe gerissen. Halter und Hund sind nach wie vor flüchtig“, teilt MHK-Pressesprecherin Lena Pralle mit. MHK-Mitarbeiter könnten regelmäßig Angriffe von freilaufenden Hunden auf Wildtiere beobachten. Nur wenige Halter seien einsichtig, was die von ihren Tieren ausgehenden Gefahren angeht.

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