100 Millionen Euro für nordhessisches RegioTram-System

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Haben die Absichtserklärung am Dienstag Vormittag unterschrieben: Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (li.) und NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch

Nordhessischer Verkehrsverbund will Fahrzeuge modernisieren und erhält Zuschuss vom Land

Der Nordhessische Verkehrsverbund will durch grundlegende Modernisierung der RegioTram-Fahrzeuge das System für die nächsten 20 Jahre sichern und die Strecke nach Wolfhagen elektrifizieren. Unterstützung erhält er vom Land. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch unterschrieben heute im Kasseler Hauptbahnhof entsprechende Absichtserklärungen.

Der im Jahr 2005 eingerichtete und ab Dezember 2013 auf einen 30-Minuten-Takt verdichtete RegioTram-Verkehr in Nordhessen hat sich als ideales Angebot für einen Schienenverkehr zwischen der Region und der Stadt Kassel erwiesen.

Wer in Kassel arbeitet und in der Region wohnt, kann mit der RegioTram die Kasseler Innenstadt umsteigefrei erreichen. Gegenüber dem PKW entfällt die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen, das Selbstfahren und die Parkplatzsuche.

Da die RegioTram-Fahrzeuge in den Jahren 2025 bis 2030 das Ende der vorgesehenen Einsatzzeit erreicht haben werden, stellt sich schon heute die Frage, ob neue Fahrzeuge eingesetzt oder die heuteigen einer grundlegenden Sanierung unterzogen werden sollen. Ein vom NVV in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zum Ergebnis, dass eine Sanierung aus wirtschaftlichen und technischen Gründen der Vorzug zu geben ist.

Die Kosten der grundlegenden Sanierung der Fahrzeuge werden pro Fahrzeug mit 1,8 Millionen Euro abgeschätzt. Bei 28 Fahrzeugen ergibt sich so ein Investitionsvolumen von über 50 Millionen Euro.

Pressemitteilung

Der Nordhessische Verkehrsverbund will durch grundlegende Modernisierung der RegioTram-Fahrzeuge das System für die nächsten 20 Jahre sichern und die Strecke nach Wolfhagen elektrifizieren. Unterstützung erhält er vom Land. Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch unterschrieben heute entsprechende Absichtserklärungen. „Hessen hat den Anspruch, Vorreiter moderner und klimafreundlicher Mobilität zu sein“, sagte Minister Al-Wazir. „Attraktive öffentliche Verkehrsmittel und E-Antrieb der Fahrzeuge sind wichtige Elemente eines zukunftsfähigen Verkehrssystems, das mehr Komfort bietet, aber weniger Belastungen verursacht. Die RegioTram war von Anfang an ein zukunftsweisendes Projekt; das Land wird sie weiter unterstützen. Auch die geplante Elektrifizierung der Strecke bis Wolfhagen begrüßt das Land ausdrücklich.“

NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch freut sich, dass die Ideen auf fruchtbaren Boden fallen und breite Unterstützung erfahren: „Das ist ein guter Tag für den nordhessischen Nahverkehr.“ Thorsten Ebert, KVG-Vorstand und Geschäftsführer des Eigentümers der Fahrzeuge, der Regionalbahn Kassel (RBK) fügt hinzu: „Mit der grundlegenden Modernisierung der Fahrzeuge sollen die Weichen gestellt werden, um das mehrfach international ausgezeichnete RegioTram-System als zentralen Bestandteil der Mobilität zwischen Stadt und Region zu sichern und weiterzuentwickeln.“ In der zwischen NVV und Land vereinbarten Absichtserklärung (LOI), bekunden die Partner den Willen: - ein Lastenheft zu erarbeiten, das die Sanierungsarbeiten im Detail beschreibt und den Zeitplan festlegt, um zwischen 2022 und 2029 die festgelegten Maßnahmen im laufenden Betrieb durchzuführen - zehn Fahrzeuge mit Dieselantrieb auf elektrischen Antrieb umzubauen, um den Ausstoß von Schadstoffen und Treibhausgasen zu minimieren, - Finanzierungsmodelle gemeinsam zu entwickeln, um das abgeschätzte Kostenvolumen für die 28 Fahrzeuge in Höhe von 50 bis 60 Mio. Euro zu bewältigen und in die Finanzierungsvereinbarung von NVV und Land Hessen ab 2022 einzuarbeiten.

Bis Wolfhagen mit E-Antrieb

Eine zentrale Voraussetzung für den Umbau der 10 Dieselfahrzeuge auf elektrischen Antrieb ist gegeben: Eine vom NVV in Auftrag gegebene Studie bestätigt, dass die Elektrifizierung des von den Diesel-RegioTrams befahrenen Streckenabschnitts Obervellmar – Wolfhagen grundsätzlich machbar und im gegebenen Zeitrahmen umsetzbar ist. „Wenn wir das erreicht haben“, so NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch, sind alle 28 RegioTrams nur noch elektrisch unterwegs. Die RegioTram-Fahrzeuge werden mit dem Modernisierungsprogramm auf den neuesten Stand der Technik gebracht: sie erhalten modernste Fahrgastinformationseinrichtungen; WLAN, Steckdosen, ein neues Beleuchtungs- und Designkonzept verbessern die Aufenthaltsqualität, neue Sitze steigern den Komfort der Fahrgäste und der Mehrzweckbereich wird besser an die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Fahrgäste angepasst. Fahrerassistenzsysteme erhöhen die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Das Refit verlängert die Lebensdauer der RegioTram-Fahrzeuge um weitere 15 Jahre und ist damit die deutlich wirtschaftlichere Variante im Vergleich zur Neubeschaffung von Fahrzeugen, wie eine Untersuchung ergeben hat, die Kosten des Refits mit denen einer Neubeschaffung verglichen hat.

Neue Stationen in Melsungen

Der NVV plant zurzeit weitere RegioTram-Stationen, um das System weiter zu komplettieren, aber auch zu optimieren und noch mehr Fahrgästen zugänglich zu machen. Dazu gehören Melsungen-Schwarzenberg und Melsungen-Süd als Stationsneubauten.

5,6 Millionen Fahrgäste

Die Fahrgastzahlen stiegen in den letzten zehn Jahren von insgesamt 1,8 Mio. auf 5,6 Mio. in 2017. Damit hat sich die Fahrgastzahl seit der Einführung mehr als verdreifacht.

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