Moderne „Hoverboards“ rufen Polizei auf den Plan

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Die Kasseler Polizei stellt zunehmend selbststabilisierende Fahrzeuge wie Hoverboards und Monowheels im öffentlichen Straßenverkehr fest.

Sie ähneln dem schwebenden Skateboard von Marty McFly aus dem Kino-Hit „Zurück in die Zukunft“ – oder scheinen zumindest direkt aus dieser zu stammen: Selbststabilisierende Ein- oder Zweiräder, die aus einer Trittfläche zwischen zwei Rädern oder zwei Trittbrettern neben dem Einrad bestehen.

Kassel.  Unter dem Namen „Hoverboard“ oder „Hyperboard“, als „Solowheel“ oder „Monowheel“ werden die Fahrzeuge im Handel für Preise zwischen 250 und 1.000 Euro angeboten. Und auch in Kassel rege genutzt. Das ruft jetzt die Polizei auf den Plan. „Wer ein solches Fahrzeug im Straßenverkehr führt, kann wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstößen gegen dieVersicherungs- und Steuerpflicht belangt werden.“, klärt Polizei-Sprecher Torsten Werner auf. Die Basis für die tangierten strafrechtlichen Belange sei in der Geschwindigkeit der vermeintlichen Spielgeräte begründet. Alle Fahrzeuge, welche von ihrer Bauart her eine Geschwindigkeit von mehr als 6 km/h erreichen, sind zulassungspflichtig. Diese dürfen dann im öffentlichen Verkehrsraum nicht betrieben werden. Dazu gehören auch Gehwege, Radwege und Parkplätze, soweit sie für alle zugänglich sind. Tatsächlich seies auch derzeit nicht möglich die Boards zuzulassen, da die erforderlichen Mindestvoraussetzungen wie Bremsen, Beleuchtung und andere Vorgaben nicht erfüllt sind.

Führerscheinpflicht

Aufgrund der Tatsache, dass Hoverboards als Kraftfahrzeuge eingestuft sind, besteht nach dem Straßenverkehrsgesetz eine Fahrerlaubnispflicht. Da diese aber nicht so richtig einer Fahrzeugklasse wie Mofa oder Moped zugeordnet werden können, benötigt man zum Fahren die Fahrerlaubnisklasse B, also den Autoführerschein.

Versicherung und Steuer

Letztlich bestehen auch noch Versicherungs- und Steuerpflicht, also auch wie bei einem anderen Kraftfahrzeug. Da Hoverboards, Monowheels und Co. allerdings nicht zulassungsfähig sind, werden sie von keiner Versicherung versichert. Es ist derzeit nicht möglich, wie beispielsweise bei einem Segway, für das die Mobilitätshilfenverordnung den gesetzlichen Rahmen vorgibt, eine Versicherung abzuschließen, welche für verursachte Schäden aufkommt. Bislang sind der Kasseler Polizei keine Unfälle mit den selbststabilisierenden Fahrzeugen bekannt.

Eltern in der Pflicht

„Es ist aber davon auszugehen, dass die bevorstehende Sommerzeit nicht zum Rückgang, sondern eher zu einem Anstieg der im öffentlichen Verkehrsraum auftauchenden verbotenen Fahrzeuge führen wird.“, sagt Torsten Werner. Und nimmt die Eltern in die Pflicht: „Wer wissentlich sein Kind auf einem solchen Fahrzeug fahren lässt, kann wegen der Straftat ,Zulassen von Fahren ohne Fahrerlaubnis’ verantwortlich gemacht werden. Eine mögliche Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ Insbesondere im Falle eines Unfalls können haftungsrechtliche Probleme auftauchen, die erhebliche finanzielle Folgen haben können.

Technik und Legalität

Die Steuerung der selbststabilisierenden Fahrzeuge erfolgt durch Gewichtsverlagerung. Das Fahrzeug ist mit seiner integrierten elektronischen Balance-, Antriebs-, Lenk- und Verzögerungstechnik mit einem „Segway“, also einem elektrischen Balanceroller, vergleichbar. Die Fahrzeuge haben eine Motorleistung bis 1.000 Watt und erreichen Geschwindigkeiten zum Teil bis zu 25 km/h. Die Reichweite kann bis zu 65 km betragen. Legal dürfen sie nur auf privaten und strikt vom öffentlichen Verkehrsraum abgetrennten Anlagen bewegt werden, zum Beispiel auf einem umzäunten Privatgrundstück.

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