Moldau-Wahl: Gedränge vor der Elwe in Kassel

Dichtes Gedränge statt Corona-Abstand: Am Sonntag gaben in Kassels Unterneustadt tausende Wähler der Republik Moldau ihre Stimme bei der Präsidentschafts-Stichwahl ab. Foto: Facebook/Privat
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Dichtes Gedränge statt Corona-Abstand: Am Sonntag gaben in Kassels Unterneustadt tausende Wähler der Republik Moldau ihre Stimme bei der Präsidentschafts-Stichwahl ab. Foto: Facebook/Privat

Am Sonntag wurde in einer Stichwahl die neue Präsidentin der Republik Moldau gewählt. Die Szenen vor einer Anwaltskanzlei in der Kasseler Unterneustadt sorgten bei Passanten für Verwunderung.

Von VICTOR DEUTSCH

n Kassel. Die Straßen rund um das ehemalige Gefängnis „Elwe“ in der Unterneustadt zugeparkt, die Autokennzeichen aus allen Teilen der Republik. Dicht gedrängt stehen hunderte Menschen auf dem Bürgersteig, der Großteil trägt Mund-Nasen-Schutz. Kinderwagen sieht man, auch Fahnen. Nur langsam schiebt sich die Masse voran.

Das Ziel: Die Kanzlei des Rechtsanwaltes Christopher Posch, seit kurzem Honorarkonsul der Republik Moldau. Nach diplomatischen Bemühungen von oberster Stelle hatte er sein Büro zur Stimmabgabe für die Moldau-Wahl zur Verfügung gestellt. Nur in Frankfurt und München soll es weitere Möglichkeiten für die in Deutschland lebenden Moldawier gegeben haben, ihre Stimmen abzugeben. Vor zwei Wochen erfolgte der erste Wahlgang, nun am Sonntag die Stichwahl, aus der Pro-Europäische Kandidatin und Ex-Regierungschefin Maia Sandu als Siegerin hervorging.

„Vor zwei Wochen sind wir völlig überrannt worden“, bekennt Honorarkonsul Christopher Posch. Zwei Wahlkabinen hatte man aufgebaut, mit Fiebermessen und Desinfektions-Station für größtmögliche Sicherheit gesorgt. „Aber dann kamen 3500 Wahlberechtigte.“ Am Sonntag nun stockte man auf vier Kabinen auf, baute im Hof vor dem Gebäude ein Zelt auf, um den Ansturm zu entzerren. „Wir hatten ja keine Erfahrungswerte“, berichtet Christopher Posch. Kurzfristige Bemühungen, die Wahl an einem anderen Ort in Kassel stattfinden zu lassen, scheiterten.

Doch auch Positives bleibt: Posch war beeindruckt vom Wähler-Verhalten. „Da setzen sich Menschen drei Stunden und mehr ins Auto, warten dann geduldig mehrere Stunden, um ihre Stimme abgeben zu können – und bei uns tun sich manche schwer, Sonntags ins nahegelegene Wahllokal zu spazieren.“

Auch andernorts war man vom Ansturm überrascht worden: Weil man beim ersten Wahlgang im Konsulat Moldaus in Frankfurt schon merkte, dass der Andrang groß ist, wich man am Sonntag auf das FSV-Stadion am Bornheimer Hang aus. Auch da wurden jedoch die Abstandsregeln ähnlich wie in Kassel nicht eingehalten. Jetzt man genug Zeit, die Organisation zu verbessern: Die nächste Wahl zum Parlament der Republik Moldau findet planmäßig 2023 statt. Bis dahin sollte zumindest der Corona-Spuk ein Ende gefunden haben.

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