Morddrohungen gegen Regierungspräsident Lübcke

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Nach der Info-Veranstaltung über die Erstaufnahmeeinrichtung in Lohfelden und Aufregung um ein Netzvideo erhielt RP Dr. Walter Lübcke Morddrohungen.

Kassel/Lohfelden.Diese Info-Veranstaltung wird Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke so schnell nicht vergessen. Erst sorgte Kagida (Kassel-Sektion von Pegida) dafür, dass die Veranstaltung Mittwochabend im Bürgerhaus Lohfelden teilweise turbulent wurde, dann erhielt Lübcke in kürzester Zeit über 350 E-Mails – zum Teil mit Morddrohungen. Die Polizei organisierte Personenschutz.

Eigentlich wollte der Regierungspräsident in Lohfelden 800 Bürger über die Erstaufnahmeeinrichtung im Hornbach-Gartenmarkt informieren, doch Kagida-Mitglieder sorgten von Beginn an mit üblen Beschimpfungen dafür, dass die Situation unerträglich wurde.

"Ich habe einen Fehler gemacht und bin darauf eingegangen, ohne die Anwesenden über Lautsprecher darüber zu informieren, was vorn für Beleidigungen gefallen sind”, analysierte Lübcke nach dem Termin. "Daher haben sich anfangs alle angesprochen gefühlt, als ich den Kagida-Mitgliedern gesagt habe, sie können ja Deutschland verlassen, wenn es ihnen hier nicht mehr gefällt.” Direkt nach der Veranstaltung wurde Lübckes Stellungnahme bei Facebook eingestellt. Die vorhergehenden Beleidigungen waren im Film nicht zu sehen. Deutlich äußerte sich SPD-Geschäftsführer Patrick Hartmann zu diesem Video: "Einige wenige Besucher haben diese Reaktion des RP provoziert. Es ist verantwortungslos, dieses Video so verkürzt zu posten und den Zusammenhang falsch darzustellen. Die dafür verantwortlich sind, spielen mit den Ängsten der Menschen und haben keine Lösungen.”

Abends wurde dann deutlich, dass es sich um mehr als einen spontanen Störbesuch einiger Kagida-Mitglieder bei dieser Veranstaltung gehandelt hat. Über 350 E-mails der übelsten Sorte erhielt Lübcke. "Ja”, bestätigte er auf Anfrage. "Es waren auch Morddrohungen dabei. Ich habe alle an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet und Anzeige erstattet. Ob es sich um eine vorbereitete Aktion handelt, ist noch nicht bekannt.”

Sehr ernst nahm die Polizei die Morddrohungen. Zwei Beamte in Zivil waren die ganze Nacht im Einsatz und sorgten für Sicherheit. Derzeit leben 380 Flüchtlinge im ehemaligen Hornbach-Gartenmarkt in Lohfelden. Das Glashaus bietet Platz für bis zu 800 Menschen. Das Video von der Info-Veranstaltung sehen Sie bei uns auf www.lokalo24.de

Sehen Sie hier das Video im Artikel: Störenfriede zu Regierungspräsident: "Hau ab!”

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