Mordfall Knorrstraße: Angeklagter muss wegen heimtückischen Mordes lebenslang hinter Gitter

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Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 1. August 2019. Auf unserem Archivbild durchsuchen Polizisten die Gegend kurz nach der Tat.

Er hatte die Tat schon gestanden, jetzt sprach die 10. Kammer des Landgerichts das Urteil im Prozess um Maurice K. (27): Heimtückischer Mord.

Kassel. Maurice K. hatte in der Nacht zum 1. August 2019 auf der Knorrstraße den 21-jährigen Shpetim Aloci erschossen. Maurice K. hatte in der ersten Verhandlung die Tat gestanden und ausgesagt, er sei nicht er selbst gewesen. Zudem fühlte er sich von Geistern verfolgt.

Die Staatsanwältin hatte am Montag (6. Juli) auf Mord aus niedrigeren Beweggründen plädiert. Richter Robert Winter sah das anders. Maurice K. habe vorsätzlich zehn mal auf Shpetim Aloci geschossen, der keine Chance gehabt habe. Mindestens sechs der Projektile trafen Shpetim Aloci. Die beiden Männer kannten sich nur flüchtig über einen gemeinsamen Freund.  

Erstmeldung vom 1. August 2019: Nach Streit: 21-Jähriger in Kassel auf Straße erschossen - 26-Jähriger in U-Haft

Tage zuvor war es bei einem Treffen zu einem Streit gekommen, den Aloci aber wohl keine größere Bedeutung beimaß. Maurice K. fühlte sich dagegen "in seiner Ehre verletzt", nachdem Shpetim Aloci ihn als "Pisser" bezeichnet hatte. Am 1. August gegen 0:30 Uhr trafen sich die beiden in der Nähe des DEZ-Parkplatz wieder. Auch der gemeinsame Freund war dabei. Dass sich der erste Schuss aus der Walther P22 versehentlich gelöst habe, sei unglaubwürdig, da der Druckpunkt des Abzugs von viereinhalb Kilo eine bewusste Handlung erfordere.

Aloci habe nicht den Hauch einer Chance gehabt, so Richter Winter. Der heimtückische Mord stehe im groben Missverhältnis zum nichtigen Anlass. Der Angeklagte muss lebenslang ins Gefängnis.

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