Ein Ansprechpartner für die Fans

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Fanbeauftragter Sascha Sinning (mit Mütze) im Kreise der Fanclub-VertreterInnen: (v.l.) Tanja Klapp (MT-Supporters Kassel), Markus Martin und Manuel Dietrich (MT-Trommler, Marion Viereck und Karin Wenderoth (Die Bartenwetzer).

MT Melsungen: Sascha Sinning soll als Fanbeauftragter den Dialog zwischen Verein und Fans und die Kommunikation unter den Fan-Clubs stärken.

Melsungen/Kassel Was bei den Proficlubs im Fußball schon seit Jahren als eigenes Ressort im hauptamtlichen Management installiert ist, ist in der Handball-Bundesliga bislang nur in Einzelfällen vorzufinden. Und wenn, dann werden die jeweiligen Aufgaben in der Regel von ehrenamtlich Tätigen in ihrer Freizeit wahrgenommen. Die Rede ist von den Fanbeauftragten. Die MT Melsungen will diesem Themenbereich künftig nicht einfach nur mehr Aufmerksamkeit widmen, sondern noch besser auf die vielfältigen Bedürfnisse der Fans eingehen und den Dialog mit dem Verein fördern. Dazu hat der nordhessische Handball-Bundesligist jetzt eigens einen Fanbeauftragten berufen.

„Wir wollen sowohl den konstruktiven Austausch der Fans mit dem Verein erleichtern und fördern, als auch die Kommunikation unserer Fanclubs untereinander unterstützen. Dabei sind beiderseitiges Vertrauen und Respekt für die jeweiligen Ideen und Möglichkeiten wichtig für einen erfolgreichen Dialog“, bringt MT-Vorstand Christine Höhmann die wesentlichen Ziele der neugeschaffenen Position des Fanbeauftragten auf den Punkt. Vom Verein berufen wurde Sascha Sinning, seit acht Jahren eingefleischter Anhänger des Melsunger Bundesligateams.

Der 33-jährige, im Hauptberuf Sachbearbeiter in der Rudolph Logistik Gruppe, sagt von sich selbst „ich bin zwar Fan der MT, aber das heißt ja nicht, dass ich immer mit allem einverstanden bin, was ich hier wahrnehme. Wenn mir etwas auffällt, halte ich auch mit einer entsprechenden Kritik nicht hinterm Berg. Wichtig ist es mir dabei, mich stets fair und sachlich zu äußern. Das will ich auch in meiner Funktion als Fanbeauftragter so halten.“

Sascha Sinning war ziemlich überrascht, als die MT auf ihn zukam und fragte, ob er sich diese Aufgabe vorstellen könne. „Ich habe mich natürlich geehrt gefühlt, gebe aber auch gern zu, dass ich ein paar Tage darüber nachgedacht und mich mit Freunden aus meinem privaten Umfeld ausgetauscht habe, bevor ich zugesagt habe. Schließlich ist damit ein zusätzlicher Zeitaufwand verbunden, der deutlich über dem eines ‘normalen’ Fans liegen wird.“

In Vorbereitung auf seine neue Funktion hat die MT zunächst die konkreten Erwartungen und Ziele, die der Verein an seinen Fanbeauftragten hat, formuliert. Dazu gehören neben der bereits erwähnten Förderung des Dialogs zwischen Fans und Verein auch das Einbringen neuer Ideen und Projekte aus den Reihen der Anhängerschaft, die bis in Marketingaktivitäten der MT hineinwirken sollen. Apropos Verein: Damit ist nicht allein der Kontakt zum Management gemeint, sondern an alle Funktionsträger vom Trainer- und Betreuerstab bis hin zu den Spielern. Der Fanbeauftragte sollte darüber hinaus auch Unterstützung bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen bieten, bei denen die Faninteressen im Vordergund stehen.

Sascha Sinning selbst sieht dabei ein reichhaltiges Betätigungsfeld: „Ich bin bei allen Heimspielen anwesend und begleite, wann immer es mir zeitlich möglich ist, auch die Auswärtsspiele des MT-Teams, wie etwa beim Auftritt kürzlich in Leipzig. Da stehe ich den Fanclubs, den Fans allgemein, aber auch interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Aber auch wenn ich mal nicht anwesend sein kann, wird es Möglichkeiten geben, die Ideen und Anliegen an mich heranzutragen, sei es per Mail oder vielleicht auch mit einer Box in der Halle. Wie mit dem Verein besprochen, möchte ich zusammen mit den Fans unter anderem noch stärker zu einer tollen Atmosphäre bei den Heimspielen beitragen, etwa mit einer speziellen Tribünen-Choreografie.“ Dabei ist sich Sascha Sinning sicher, dass gerade in den Fanclubs ein großes kreatives Potenzial steckt, dass der Verein bislang noch zu wenig nutzt. Schließlich gibt es mit den „Bartenwetzern“, den „MT-Trommlern“, den „Supporters Kassel“ und dem „Alheimer Fanstammtisch“ vier organisierte Fangruppierungen mit mehreren Hundert Mitgliedern.

Dass Sascha Sinning, inzwischen in Großalmerode wohnend, beim MT-Handball gelandet ist, verdankt er genau genommen seinen Eltern. Zuvor war eher dem Fußball zugeneigt, hat als Jugendlicher, als er noch in Kaufungen lebte, dort selbst gespielt und später auch als Schiedrichter fungiert. „Aber als mich mein Vater irgendwann vor gut acht Jahren zur MT mitgenommen hat und wir uns danach gegenseitig hochgeschaukelt haben, bin ich dabei geblieben“, verrät er grinsend. Klar, dass die Leidenschaft für das rasante Spiel im Laufe der Jahre immer weiter gewachsen ist und Fahrten zu den Europapokaleinsätzen von den Sinnings als Hightlights genossen wurden.

Das hofft Sascha Sinning möglichst bald wieder erleben zu können. Die Zeit dafür wird er sich nehmen. „In dieser Hinsicht ist es von Vorteil, ledig und ungebunden zu sein. Insofern bin ich nur gegenüber mir selber verantwortlich, kann mich in meiner Freizeit also voll und ganz meinem neuen Ehrenamt bei der MT als Mittler zwischen Fans und Verein widmen. Dabei möchte ich mir auch meine Neutralität bewahren. Ich bin keinem der Fanclubs angeschlossen und habe auch nicht vor, dies zu tun“, verrät der frischgebackene Fanbeauftragte.

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