Mythos documenta: Ausstellung zur Kasseler Weltkunstschau in Peking eröffnet

600 Exponate, darunter eine Basaltstele vom 7.000 Eichen-Kunstwerk, wurden von Kassel nach Peking gebracht.

Kassel/Peking. Bevor gestern die Ausstellung „Mythos documenta – Arnold Bode und seine Erben“ am 1. März im CAFA-Art-Museum der chinesischen Hauptstadt Peking eröffnete, galt es eine logistische Meisterleistung zu vollbringen: 600 Objekte – darunter eine 500 Kilogramm schwere Basalt-Stele aus dem Beuys-Kunstwerk „7000 Eichen“ – mussten sorgfältig verpackt, verladen und ebenso vorsichtig aufgebaut werden.

 Unter den Augen von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, documenta-Geschäftsführein Annette Kulenkampff und Birgit Jooss, Leiterin des documenta-Archivs entstand so eine beeindruckende Ausstellung.

Das Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin – federführend der aus Kassel stammende Prof. Dr. Klaus Siebenhaar sowie Mona Stehle – hat die bis zum 31. März laufende Schau in Zusammenarbeit mit dem Archiv der documenta in Kassel und dem Institute for Art Administration and Education der Central Academy of Fine Arts in Peking entwickelt.

"Mythos documenta": Ausstellung in Peking zur Geschichte der Weltkunstausstellung eröffnet

 © Milan Soremski
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 „In vier zentralen Räumen – Rekonstruktion, Transformation, Anything goes und Globaler Diskurs – erzählen wir die Geschichte der documenta, wir wollen auf diese Weise grundsätzliche Orientierung und Zusammenhänge bieten und zur Reflexion über die Kunstwelt der Gegenwart anregen“, sagt Prof. Dr. Klaus Siebenhaar von der Freien Universität. Eingebettet sei dieses Szenario in einen Prolog zu Arnold Bode als Gründer, Macher und Inspirator der frühen documenta-Jahre sowie – als lebendiger Epilog – ein „Laboratorium“ zu Geschichte und Praxis von Kunsterziehung. Denn auch dafür stehe die documenta als herausragendes Beispiel: Vermittlung der zeitgenössischen Kunst über visuelles Begreifen, „Besucherschulen“, „Lectures“ und Design.

„In der Geschichte der documenta spiegelt sich mehr als nur die wesentlichen Entwicklungslinien und -tendenzen der Kunst des 20. Jahrhunderts“, betont Mona Stehle von der Freien Universität. Die documenta lege Zeugnis ab über die großen Meister und prägenden Künstler der Moderne und der jeweils gültigen zeitgenössischen Kunst. Sie zeige alle wichtigen Stilrichtungen wie ästhetischen Innovationen und dokumentiere die unaufhaltsame Erweiterung des Kunstbegriffs. In den 60 Jahren der Geschichte der documenta ließe sich ablesen, welche und wie viele Räumen – soziale, politische, kulturelle und alltägliche – die moderne Kunst in den letzten 100 Jahren geschaffen und erobert habe.

 „Von diesen musealen, spielerisch-ereignishaften, urbanen und globalen Räumen der Kunst gehen wir in unserer Ausstellung „Mythos documenta – Arnold Bode und seine Erben“ aus“, sagt Mona Stehle.

600 Exponate

Unter den mehr als 600 Exponaten befinden sich 22 Kunstwerke, zehn Original-Möbel von Arnold Bode, drei Ölgemälde von Willi Baumeister sowie Archivalien von Briefen, Zeichnungen bis Poster und Broschüren/Texte, Fotos, Filme und ein originaler Basaltstein für den Beuys-Raum zu den 7000 Eichen, ein Landschaftskunstwerk, das 1982 das während der documenta 7 vorgestellt wurde.

Die Ausstellungsstücke sind – mit Ausnahme einiger Bode-Kunstwerke der Kasseler Sparkasse und der Baumeister-Gemälde der Willi Baumeister Stiftung – überwiegend Leihgaben des Archivs der documenta in Kassel. Weitere Leihgeber sind die Alfred-Erhardt-Stiftung, der Hessischer-Rundfunk Frankfurt am Main und private Leihgeber.

Rubriklistenbild: © Milan Soremski

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