Nach einer schweren Geburt: Pro Familia hilft bei Traumata und Ängsten

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Möchten traumatisierten Müttern helfen: (li.) Petra Zimmermann (Paar- und Sexualberaterin bei Pro Familia) und Ursula Maaßen (Gynäkologin/Psychotherapeutin).

Die Beratungsstelle Pro Familia startet ein Gruppenangebot für Frauen mit schmerzlichen Geburtserfahrungen.

Kassel. „So hatte ich mir die Geburt nicht vorgestellt“ – ein Satz, der häufig von Frauen zu hören ist, dem aber oft nur wenig Beachtung geschenkt wird. Doch nicht wenige Mütter entwickeln aufgrund der Geburt, auftretender Komplikationen oder wegen zu hohen Erwartungen ein Geburtstrauma und kommen auch nach der Entbindung nicht zur Ruhe. Auch das Gefühl allein gelassen zu werden, der Druck „die perfekte Mutter oder schnell wieder schlank und begehrenswert für den Partner zu sein, führen zur Überforderung. Die Pro Familia Beratungsstelle Kassel möchte den betroffenen Frauen auch in diesem Jahr ein Gruppenangebot ermöglichen, um sich untereinander austauschen zu können.

„In kleinen Gruppen mit fünf Personen möchten wir den Frauen zur Seite stehen und helfen, die hohen Ansprüche herunterzuschrauben und Ängste oder Traumata zu besprechen. Wir möchten einerseits einen geschützten Raum anbieten, aber auch helfen, das Thema ‘schwere Geburt’ aus der Tabuzone zu holen und es besprechbar zu machen“, so Paar- und Sexualberaterin Petra Zimmermann. Ihr zur Seite stehen Gynäkologin und Psychotherapeutin Ursula Maaßen und Hebamme Kerstin Dietzel-Armbröster.

„Eine gute Mutter, Partnerin und möglichst schnell wieder eine begehrenswerte Geliebte zu sein übt immensen Druck aus, der heutzutage durch die Medien noch verstärkt wird. Originalzitat aus meiner Praxis: ‘Warum sieht meine Frau sechs Wochen nach der Geburt noch so aus? Heidi Klum hat es doch auch geschafft!’,“ berichtet Ursula Maaßen.

„Viele Frauen bekommen zu hören, dass sie froh sein sollen, dass es dem Kind gut geht und es nun doch vorbei ist. So denken die Betroffenen, sie hätten keine Berechtigung, sich zu sorgen. Vor allem sollen sie merken, dass es nicht ihre Schuld ist“, so Kerstin Dietzel-Armbröster.

Interessierte Betroffene können sich zu einem Einzel-Vorgespräch bei Pro Familia anmelden, das 5er Ticket für die Gruppengespräche, die alle zwei Wochen in den Räumen der Pro Familia, Breitscheidstraße 7, stattfinden sollen, kostet 75 Euro.

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