Nach Kulturzelt-Schock: Neue Vorwürfe - das sagt die Stadt Kassel

Das hatte gesessen: Am gestrigen Donnerstag verkündeten die Kulturzelt-Organisatoren, dass sie das Festival nicht mehr veranstalten wollen und übten Kritik an der Stadt. Heute erhoben sie neue Vorwürfe. Was die beschuldigten dazu sagen.

Kassel. Das Kulturzelt steht vor dem Aus. Nachdem die Organisatoren gestern verkündet hatten, dass Festival im nächsten Jahr nicht mehr ausrichten zu wollen und dabei der Stadt Kassel mangelnde Unterstützung vorwarf, erhoben sie heute neue Vorwürfe.

"Wir haben nicht vor, mit unserem Rückzug einzelne Personen in der Stadtverwaltung zu beschädigen und freuen uns, wenn es der Stadt gelingt, das Festival in anderer Trägerschaft weiterzuführen. Wir bleiben allerdings bei unserem Statement, nachzulesen unter www.kulturzelt-kassel.deDie Kommunikation mit der Verwaltung haben wir immer gesucht und Frau Völker und Herrn Geselle im vergangenen Jahr in zwei ausführlichen Briefen unsere schwierige Lage geschildert und auch geschrieben, dass unter diesen Umständen das Kulturzelt 2019 nicht weiterzuführen ist. Das endete dann z. B. damit , dass der Ordnungsdezernent, mit dem wir Sicherheitsfragen erörtern wollten, per Mail mitteilen ließ, er habe da keinen Kommunikationsbedarf. Die Stadt war 2018 nicht in der Lage, uns fünf Betonpoller vor die Tür zu stellen. Das war weniger eine Geldfrage, als dass sie keine Verantwortung übernehmen wollte. Von einer Erhöhung der institutionellen Förderung im Haushaltsentwurf 2019 haben wir die Summe gestern über die Presseerklärung der Stadt / Susanne Völker erfahren. Hier gab es bisher keine offizielle Nachricht von der Stadt. Und es wäre nicht der erste Antrag gewesen, dem nicht entsprochen würde in den letzten drei Dekaden. Etc.pp. Diese Liste könnten wir endlos weiterführen, möchten wir aber nicht mehr.....und alles andere als Planungssicherheit für die Zukunft. Es geht bei unserer Entscheidung nicht nur um Geld, sondern auch um Respekt, Verlässlichkeit und Vertrauen, welche wir seitens der Stadt vermissen. Wir haben unsere Entscheidung nicht öffentlich gemacht, um unsere Verhandlungsposition zu stärken, sondern weil wir dem Druck, der über all die Jahre mit vielen kleinen Nadelstichen auf uns ausgeübt wurde, nicht mehr standhalten können bzw. wollen."

Das sagen Susanne Völker und Dirk Stochla zu den Vorwürfen

Das wollen die Beschuldigten Susanne Völker und Dirk Stochla so nicht auf sich sitzen lassen. Gegenüber dem EXTRA TIP erklärt Susanne Völker: Es hat sowohl die Briefe wie auch ein Gespräch mit den Organisatoren gegeben. Ich habe Ihnen daraufhin angekündigt, dass ich mich darum bemühe, für 2019 die Fördermittel um die gewünschten 42.660 Euro zu erhöhen. Eine offizielle Mittelzusage kann es natürlich erst nach der Bewilligung des Haushaltes durch die Stadtverordnetenversammlung geben. Von der Entscheidung, das Kulturzelt zu beenden, bin ich völlig überrascht worden. Jetzt geht es darum, möglichst schnell in Gespräche zu gehen, um für die Zukunft eine gute Lösung zu finden. Für das Engagement in den vergangenen 32 Jahren möchte ich den Organisatoren ausdrücklich danken."

Ordnungsdezernent Dirk Stochla äußerte sich ebenfalls zu den Vorwürfen, er habe ein Gespräch mit den Organisatoren abgelehnt. "Ein Gesprächswunsch wurde nicht an mich herangetragen. Uns wurde mitgeteilt, dass die Veranstalter Sicherheitsbedenken haben. Und wir haben ihnen mit unserem Material kostenlos geholfen."

Rubriklistenbild: © Schaumlöffel

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