Nach Verkauf von Handy-Plagiaten: Zwei Familien gehen mit Stangen aufeinander los

Kassel. In der Nacht zum Samstag sind zwei Familien mit Holz- und Eisenstangen aufeinander losgegangen.

Kasse. Mit Holz- und Eisenstangen aufeinander losgegangen sein sollen zwei Familien in der Nacht zum Samstag in der Rothenditmolder Straße in Kassel. Grund der Auseinandersetzung war offenbar der vorherige Verkauf von zwei gefälschten iPhones. Die Schlägerei mit Verletzten hatte mehrere Streifen der Kasseler Polizei auf den Plan gerufen. Drei Männer und eine Frau wurden vorläufig festgenommen. In ihrem Wagen fanden die Beamten später 21 weitere iPhone-Plagiate. Gegen sie wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Betruges und Verstoßes gegen das Markengesetz ermittelt.

Zu der Auseinandersetzung war es gegen 1.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Rothenditmolder Straße gekommen. Die vier Tatverdächtigen aus Rumänien, drei Männer im Alter von 28, 36 und 51 Jahren sowie eine Frau im Alter von 27 Jahren, sollen einer anderen rumänischen Familie zuvor zwei vermeintlich hochwertige iPhones zu einem Gesamtpreis von 500 Euro verkauft haben. Als die Käufer, zwei 18 und 20 Jahre alte Männer, herausbekamen, dass es sich dabei um billige Fälschungen handelt und die Täter zunächst die Flucht ergriffen hatten, wollten die beiden offenbar die Polizei aufsuchen und Anzeige erstatten.

Vor dem Haus trafen sie dann jedoch erneut auf die Verkäufer der Plagiate. Im weiteren Verlauf kam es im Flur des Hauses zu der Schlägerei mit Holz- und Eisenstangen, zu deren genauen Verlauf die Beteiligten unterschiedliche Angaben gegenüber der Polizei machten. Dabei wurden die beiden Handykäufer und ihr zu Hilfe kommender 46-jähriger Vater verletzt. Der 20-Jährige war anschließend vorsorglich von einem Rettungswagen in ein Kasseler Krankenhaus gebracht worden, das er nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte. Sein Bruder und sein Vater hatten Prellungen und Platzwunden davongetragen.

Festnahme der vier Tatverdächtigen bei Fahndung

Da die vier Verkäufer der Plagiate nach der Schlägerei vom Tatort geflüchtet waren, hatten die eingesetzten Beamten des Polizeireviers Mitte sofort eine Fahndung eingeleitet. Diese führte wenige Minuten später zur Festnahme des Quartetts im Bereich Rothenditmolder Straße / Grüner Weg. Auch der 28-Jährige und der 51-Jährige gaben an, bei der Auseinandersetzung verletzt worden zu sein. Für sie riefen die Beamten vorsorglich einen Rettungswagen zur Dienststelle, wobei eine ambulante Behandlung ausreichend war.

Bei den weiteren Ermittlungen ergaben sich dann Hinweise auf ein von den Tatverdächtigen genutztes Fahrzeug. Dieses konnten die Beamten anschließend im Nahbereich des Tatorts ausfindig machen. Bei der Durchsuchung des Pkw stellten die Polizisten die 21 weiteren Plagiate sicher. Nach Angaben der in Magdeburg wohnenden Festgenommenen hatten sie vor, die Fälschungen auf Kasseler Flohmärkten zu verkaufen.

Die weiteren Ermittlungen hinsichtlich des Betruges und der Markengesetzverstöße haben die Beamten, der Kasseler Kripo übernommen. Der 36-Jährige und den 51-Jährige wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt, da sie eine festen Wohnsitz in Magdeburg haben. Die 27-Jährige und ihr 28-jähriger Ehemann blieben zunächst in polizeilichem Gewahrsam, da ihr Wohnsitz anfänglich fraglich war. Als am Sonntag geklärt werden konnte, dass auch sie tatsächlich in Magdeburg wohnhaft sind, setzten die Ermittler auch sie auf freien Fuß. Die Ermittlungen dauern an.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

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