Nachgeforscht: Jäger tötete verletztes Kitz waidgerecht

Reh, Kitz, Jagd, Messer, Puma Pro Hunter
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Reh, Kitz, Jagd, Messer, Puma Pro Hunter

Schwere Vorwürfe hatten Tierschützer gegen einen Jäger erhoben, der ein angefahrenes Kitz getötet hat. Er handelte waidgerecht, wie Beweise belegen.

Guntershausen/Schwalm-Eder-Kreis. "Ich bin durch und durch Jäger. Und den Respekt vor der Kreatur habe ich nicht verloren.” Mit diesen Worten  wendet sich Thomas S.* an den EXTRA TIP, nachdem der Artikel über ein von ihm getötetes – zuvor angefahrenes – Kitz am vergangenen Wochenende für große Empörung bei Tierschützern gesorgt hatte.Zufällig sei er auf der Heimfahrt am Ortseingang von Guntershausen auf eine Personengruppe gestoßen, die ein angfahrenes Rehkitz auf der Straße gefunden und auf dem Grün am Straßenrand abgelegt hatte.

"Ich habe das Tier in Augenschein genommen und auch abgetastet, da durch das Wegtragen sowieso schon menschengeruch an ihm haftete, eine Rückkehr zur Mutter damit ausgeschlossen war”, schildert der Jäger die Situation, die sich gegen 23 Uhr am Samstagabend zutrug. Der Bauch sei prall und steinhart gewesen– das Anzeichen für innere Blutungen. Zudem hätten die Hinterläufe des Tieres beim vorsichtigen Aufrichten keine Reaktion gezeigt – "wahrscheinlich ein Becken- oder Wirbelbruch”, vermutet der erfahrene Jäger.  In einem Telefonat habe er dem Jagdpächter die Situation geschildert. "Tun Sie, was zu tun ist”, habe dieser ihm aufgetragen.  Er habe ein Jagdmesser (Puma Prohunter) – und nicht wie vorgeworfen ein Abisoliermesser – aus dem Auto geholt. Mit diesem habe er das schwerverletzte Kitz durch einen einzigen Stich hinter den Vorderläufen und anschließendem Drehen der Klinge erlöst. Auf diese Art werden das Herz getroffen, bzw. die Lunge fällt zusammen. Klingt grausam, ist aber der waidgerechte und schnelle Weg das Leiden eines verletzten Tieres zu beenden, wenn eine Schusswaffe nicht eingesetzt werden kann.   Der Jäger spricht hier vom "Abfangen”.

Zu Beweiszwecken hat er das tote Tier eingefroren. Bei in Augenscheinnahme vor Ort durch den EXTRA TIP zeigt sich: Nur eine Eintrittswunde an der beschriebenen Stelle. Das ihm vorgeworfene Durchtrennen der Kehle kann demnach nicht stattgefunden haben. "Das Töten eines Kitzes ist nicht schön und fällt mir alles andere als leicht”, sagt er gegenüber dem EXTRA TIP.  Insofern könne er die Aufgewühltheit von den anwesenden Tierschützern in der Situation durchaus verstehen. Allerdings hätten ihn die Anfeindungen und Verbal-Attacken in der Nacht schon stark getroffen, er selbst sei bei seinem Handeln durchweg ruhig geblieben.  Eine Bedrohung, wie sie zur Anzeige gebracht wurde, habe es durch ihn nie gegeben.

"Ich bin seit vielen Jahren Jäger. Und da ich auch ausgebildete Hunde besitze, werden wir nicht selten – gerade in den Abend und Nachtstunden – zu Wildunfällen gerufen, um verletzte Tiere aufzuspüren oder getötete Tiere von der Unfallstelle zu beseitigen”, beschreibt er den Jäger-Alltag. Einer, für den es selten ein Dankeschön, aber immer wieder böse Unterstellungen gibt.  Er selbst behalte sich eine Anzeige wegen Verleumdung, bzw übler Nachrede gegen die Tierschützer vor.

* Name der Redaktion bekannt

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