Neue Ebert-Straße: Radfahrer und Fußgänger kommen sich zu nahe

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Mit dem Umbau der Friedrich-Ebert-Straße müssen sich Radfahrer und Tramfahrer den Bereich rund um die Haltestellen teilen. Das birgt Gefahrenpotential

Kassel. Mit der Eröffnung  der umgestalteten Friedrich-Ebert-Straße Anfang September sollte eigentlich alles besser werden auf dem neuen Boulevard. Doch knapp acht Wochen später wird erste Kritik an der Meile laut.  Der neu angelegte Radweg führt im umgebauten Abschnitt direkt entlang der Haltestellen-Bereiche der Friedrich-Ebert-Straße. Fahrradfahrer und Straßenbahn-Nutzer kommen sich so zwangsläufig in die Quere, besonders an den Haltestellen "Karthäuserstraße" und "Annastraße".

"Die Planung ist eine totale Katastrophe", sagt Anwohnerin Ines Hoyer. "Die Leute achten nur auf die Straßenbahn, beim Ein- und Aussteigen herrscht Gedrängel. Es wird nicht mehr lange dauern, bis hier die ersten Oberschenkelhalsbrüche vorkommen", meint die Radfahrerin.Das sieht auch David Eichler so: "Wenn hier einige Fahrradfahrer schnell durchrasen, ist das ziemlich gefährlich. Vorallem beim Aussteigen muss man aufpassen."

Auch der Kasseler ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) hat das Gefahrenpotential erkannt. "Die Situation ist neu in Kassel und nicht ganz ohne. Ich hoffe nicht, dass es zu einem Unglück kommt", sagt Vorstandskoordinator Gerhard Peter. Spielende Kinder; Spaziergänger, die gedankenlos umher flanieren, oder Touristen seien besonders gefährdet, mit einem Radfahrer zu kollidieren.

Gabriele Velke von "Velke & Schlundt Immobilien" beobachtet täglich brenzlige Situationen an der Haltestelle vor ihrem Büro. "Es ist in diesem Bereich einfach nicht deutlich geregelt, ob Radfahrer oder Fußgänger Vorrang haben. Und Passanten, die aus der Tram steigen, denken nicht an vorbeikommende Fahrräder. Nur weil alle Radfahrer bisher schnell genug reagierten, ist noch nichts Schlimmes passiert."

Deutlichere Kennzeichnung wird gebraucht

Eine deutlichere Kennzeichnung des Radweges wünscht sich auch Anwohner Sebastian Bleisch: "In anderen Städten wie Berlin sind Radwege durch rotes Pflaster deutlich gekennzeichnet. Es muss klar ersichtlich sein, wer im Haltestellenbereich Vorrang hat."

Die Stadt will nun Piktogramme in das Pflaster der Haltestelle einfügen, um deutlich zu machen, dass dort auch ein Radweg entlang führt. Ob dies die Situation deutlich verbessert, bezweifelt Gerhard Peter jedoch: "Wenn die Piktogramme groß genug und farblich abgesetzt sind, fallen sie zwar dem Radfahrer auf. Nicht aber den Fußgängern,  die gerade aus der Straßenbahn steigen." Er wünsche sich daher zusätzliche Schilder, die Fahrradfahrer auf Rücksichtnahme hinweisen.

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