Neue Super-Blitzer, Handy am Steuer, Rettungsgasse: Bilanz der Zentrale Bußgeldstelle vorgestellt

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Das wird teuer: Handy am Steuer.

Wer auf hessischen Straßen schneller fährt als die Polizei erlaubt, wurde 2017 häufiger erwischt, als in den Jahren zuvor. Das zeigt die Bilanz der Zentralen Bußgeldstelle für das Jahr 2017, die jetzt im Regierungspräsidium präsentiert wurde.

Kassel. Demnach gingen 2017 insgesamt 1.163.285 Anzeigen in der Zentralen Bußgeldstelle ein. Das sind 80.168 Anzeigen mehr als noch im Jahr 2016. „Das hängt aber ganz einfach damit zusammen, dass in den Vorjahren große Messanlagen, wie zum Beispiel am Elzer Berg, wegen Umbauarbeiten außer Betrieb waren“, sagt der Leiter der Zentralen Bußgeldstelle, Peter Koch. Der Anstieg der Anzeigen führte 2017 dementsprechend zu höheren Einnahmen: 59.107.368 Millionen Euro nahm das Land Hessen im Jahr 2017 mit Bußgeldern für Ordnungswidrigkeiten ein.

In der Zentralen Bußgeldstelle werden alle Verkehrsverstöße in Hessen, wie etwa Geschwindigkeitsüberschreitungen (59,5 Prozent) und Park- und Halteverstöße (22,7 Prozent) erfasst. Um den Rasern den Kampf anzusagen, will das Land Hessen sogenannte Enforcement Trailer installieren. Diese sehen aus wie geparkte "Anhänger" und können überall aufgestellt werden. Zwei davon stehen schon auf hessischen Straßen, fünf weitere sollen folgen. Wo diese installiert werden, ist noch offen. So ein Trailer liefert laut Koch rund 7000 Treffer pro Woche und wird zumeist an Unfallschwerpunkten aufgestellt.

Fahrzeuge passieren einen "Enforcement Trailer"

Was die Bilanz der Zentralen Bußgeldstelle ebenfalls zeigte: Junge Menschen fuhren 2017 deutlich seltener unter Alkoholeinfluss. Für sie gilt die 0,0 Promille-Grenze. „Jüngere Autofahrer lassen dementsprechend das Auto stehen, wenn sie Alkohol trinken oder trinken erst gar keinen Alkohol. Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, sagt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Kassel, Torsten Werner. Ausgenommen von der Statistik ist die Stadt Frankfurt, die eine eigene Bußgeldstelle hat.

Handy ist stetiger Begleiter

Nahezu jeder hat heutzutage ein Smartphone. Beim Autofahren sollte das Smartphone allerdings in der Tasche bleiben – daran hält sich aber nicht jeder. Zwar wurden die Geldstrafen für Handynutzung am Steuer von 60 auf 100 Euro erhöht – liegt eine Gefährdung anderer vor, kann die Strafe sogar 150 Euro und einen Monat Fahrverbot betragen. Verstöße gibt es hier trotzdem noch genug. „Wir haben rund 1000 Fälle mehr bearbeiten müssen, als noch 2016. Wie gefährlich die Ablenkung durch ein Handy beim Autofahren ist, scheint leider noch nicht angekommen zu sein“, sagt Torsten Werner. So war es wohl auch bei einem 21-Jährigen aus Kassel der Fall, der im Februar von der Polizei dabei erwischt wurde, wie er während der Fahrt eine Serie auf Netflix schaute. Seit Oktober 2017 muss das Mobiltelefon nämlich nicht erst in die Hand genommen werden, bevor ein Verstoß vorliegt, sondern die Nutzung in Verbindung mit einer längeren Blickzuwendung reicht aus.

Thema Rettungsgasse

Wegen Verstößen gegen das Gebot zur Bildung einer Rettungsgasse wurden 24 Verfahren eingeleitet. „Jeder weiß mittlerweile, wie man eine Rettungsgasse bildet. Es ist aber noch nicht überall angekommen, wie wichtig sie ist. Schon bevor man das Martinshorn hört, muss sie gebildet werden. Viele Autofahrer wollen dann zu spät eine Rettungsgasse bilden, es braucht aber leider nur wenige, um diese zu blockieren“, so Torsten Werner. Die Strafe für die Nichtbildung einer Rettungsgasse beträgt mindestens 240 Euro, zudem ist ein Fahrverbot von einem Monat vorgesehen.

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