Neujahrsempfang Kassel: Baumeister für das beste Zuhause

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Landräte unter sich: Winfried Becker (li. Schwalm-Eder-Kreis) und Uwe Schmidt (Landkreis Kassel).
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Baunatals Bürgermeisterin Silke Engler (v.l.), Kassels Bürgermeisterin Ilona Friedrich und Susanne Selbert, Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.
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Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber, OB Christian Geselle und Bertram Hilgen, der beide Ämter ausübte.
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Staaatstheater-Intendant Thomas Bockelmann, OB Christian Geselle, Florian Lutz (Intendant ab Spielzeit 2021/2022), Uni-Präsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey.
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Regierungspräsident Herrmann-Josef Klüber (li.) und Staatstheater-Intendant Thomas Bockelmann.
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Dr. Andreas Fehr (Fa. Fehr v.l.), Jochen Johannink (stellv. Vorstandsvorsitzender Kasseler Sparkasse), Heinz Gunter Drubel (Seniorenbeirat) und Georg von Meibom (EAM).
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Kassel.  Die Strategie für das „beste Zuhause“ hatte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle am Samstag beim Neujahrsempfang in den Begrüßungseinspieler packen lassen: Arbeit und Bildung, Digitalisierung, Mobilität – insbesondere die Themen Schule der Zukunft (Waldau bekommt einen Neubau!) und Radverkehr.

„Mein lieber Rikscha-Fahrer Gerrit Bamberger, dank Dir war der Einstieg wieder sehr humorvoll“, eröffnete Geselle seinen starken Auftritt vor den 1400 Gästen, die die Rede direkt im Stadtverordnetensaal bzw. als Live-Schalte im Bürgersaal verfolgten.

Leit-Gedanke des Empfangs waren die Worte, die der Industrielle, Politiker und Schriftsteller Walther Rathenau 1921 als „Neujahrswunsch an das deutsche Volk“ formulierte:

Weniger Rede,
mehr Gedanken;
weniger Interessen,
mehr Gemeinsinn;
weniger Vorsatz,
mehr Willen;
weniger Zwiespalt,
mehr Charakter.

 Reichsaußenminister Walther Rathenau war im Juni 1922 von Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ermordet worden.

Dann wurde es ganz still, als der Oberbürgermeister an den heimtückischen Mord an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke erinnerte. Geselle: „Dass in unserem Land, in unserer Region, wieder Menschen – aufgewiegelt durch Hetze und Worte voller Hass – fähig sind, andere zu ermorden, ist erschütternd.“ Er appellierte an die Gesellschaft, stets wachsam zu sein und die demokratischen Grundwerte weiter zu verteidigen. „Wir alle sind verantwortlich für das, was in unserer Stadt und in unserer Gesellschaft geschieht – nur zusammen sind wir stark“, sagte Geselle und verwies auf die beiden eindrucksvollen Kundgebungen für Demokratie, Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit mit jeweils über 10.000 Menschen.

„Klima verändern“ – dieses Motto gelte nicht nur für das gesellschaftliche Zusammenleben, sondern auch mit Blick auf unseren Planeten, betonte der Oberbürgermeister in seiner Rede weiter. Am Thema Klimaschutz komme heute keiner mehr vorbei. So habe man in Kassel beschlossen, in den kommenden fünf Jahren rund 66 Millionen Euro in die Rad-Infrastruktur zu investieren. Bei der Stadt werde künftig ein Klimaschutzrat als Beratungsgremium dazu beitragen, klimapolitische Impulse zu geben und Entscheidungen vorzubereiten. Als Moderator und Leiter für dieses Gremium konnte der ehemalige Bischof Prof. Dr. Martin Hein gewonnen werden, verkündete Geselle.

Wichtiger Bestandteil des Empfangs war einmal mehr die „Baumeister“-Ehrung für Menschen, die sich besonders um Kassel verdient gemacht haben. Aufgerufen wurden:

– Karl-Heinz Emmeluth, Vorsitzender des Stadt- und Kreisverbandes der Kleingärtner (Klima- und Umweltschutz vor).

– Auszubildende Alice Weißbeck und Betriebsingenieur Jörg Dornemann, stellvertretend für die Belegschaft der Daimler AG (Innovation und Wirtschaftskraft).

– Elena Padva und Attila Günaydin (als Musikduo „Selam & Shalom“ ein Brückenbauer zwischen den Glaubensrichtungen)

– Juri Galkin und Lorenzo Wienecke. (Verein für wirtschaftliche Jugendbildung) Ihre Initative sorgt für für mehr praxisnahes Wissen in der Schule über die Bereiche Steuern, Finanzen, Krankenversicherungen und die erste eigene Wohnung.

– Dagmar Niemeyer (seit 37 Jahren als Kinderkrankenschwester tätig). „Die Baumeister-Auszeichnung soll ein Zeichen der Wertschätzung und ein großes Dankeschön an alle sein, die für Patienten, für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen da sind“, betonte Geselle.

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