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Nicht angeleinter Hund beißt zu: Parson Russel Terrier und Halterin beim Spaziergang verletzt

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Von: Isabell-Carolyn Schulz

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Brigitte Gronau mit Parson Russel Terrier Rudi, der an der Straßenbahnhaltestelle Korbacher Straße/ Universität von einem frei laufenden Hund attackiert worden ist.
Brigitte Gronau mit Parson Russel Terrier Rudi, der an der Straßenbahnhaltestelle Korbacher Straße/ Universität von einem frei laufenden Hund attackiert worden ist. © Schulz, Isabell-Carolyn

Hundehalter einfach abgetaucht: Bissiger Vierbeiner attackierte Terrier und sein Frauchen

Kassel Der kleine Parson Russel Terrier Rudi ist 15 Jahre alt. Seit Langem geht sein Frauchen Brigitte Gronau unweit ihres Wohnhauses mit dem aufgeweckten „älteren Herren“ spazieren – immer mittags, immer angeleint. Von ihren Rundgängen am Rande des Naturschutzgebiets Dönche kehrt Rudi einerseits erleichtert zurück, aber auch Brigitte Gronau tun die täglichen Spaziergänge entlang des Dönchebachs gut. Nicht so allerdings vor Kurzem, als ein bedenklicher Vorfall den Hund und seine Halterin nachhaltig traumatisieren.

„An der Straßenbahnhaltestelle Korbacher Straße/ Universität kam gegen 13.30 Uhr ein nicht angeleinter mittelgroßer Hund über die Schienen auf uns zugeschossen“, erinnert sich Brigitte Gronau. Seit 28 Jahren habe sie Hunde, kenne sich daher ganz gut aus und vermutet, dass es sich bei dem frei laufenden Hund um einen braun-weiß-farbenen Australian Shepherd gehandelt haben muss. Fassungslos schildert die Kasselerin weiter: „Sein Herrchen, ein 25- bis 30-Jähriger, war unweit der Haltestelle mit dem Smartphone beschäftigt, rief seinen umherlaufenden Hund nach einiger Zeit zwar zu sich, aber dieser stürzte sich sofort auf meinen kleinen Hund und biss mehrmals wild auf ihn ein.“ Der Schreck scheint Brigitte Gronau auch jetzt noch, einige Wochen nachdem ihr geliebter Rudi durch tiefe Bisse am Kopf und an den Pfötchen verletzt wurde, in den Knochen zu stecken.

Dabei hatte der Parson Russel Terrier, wie es so schön heißt, Glück im Unglück. „Aufgrund seines Alters trägt Rudi bei kaltem Wetter ein gefüttertes Mäntelchen, das seinen Körper vor der Attacke des fremden Hundes geschützt und lediglich ein großes Loch abbekommen hat“, sagt Brigitte Gronau sichtlich erleichtert. Die tiefe Bisswunde an Rudis Kopf jedoch ließ die erfahrene Hundehalterin nach dem Vorfall direkt tierärztlich versorgen und die schmerzende Verletzung musste geklammert werden. Aber nicht nur Rudi zog mehr als einen Schock davon. In dem ganzen Gerangel sprang der frei laufende Hund auch an Brigitte Gronau hoch und biss sie in den linken Mittelfinger. „Der Finger fing sofort an, stark zu bluten, und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Halter endlich kam und seinen Hund an die Leine nahm.“

Hundehalter meldet sich nicht bei verletzter Frau

Ungeachtet dessen, dass Brigitte Gronau unter Schock stand und stark blutete, fiel ihr ein, die Kontaktdaten des Hundehalters zu erfragen. „Da ich nicht in der Lage war, die Daten zu notieren und zu dem Zeitpunkt sonst auch niemand in der Nähe war, der hätte helfen können, bat ich den jungen Mann, meine Adresse und Telefonnummer aufzunehmen und mich anzurufen“, betont die Seniorin. Doch vergebens, der Halter des frei laufenden Hundes hat sich bis heute nicht bei Brigitte Gronau gemeldet, um sich etwa nach ihrer oder der Gesundheit des verletzten Parson Russel Terriers zu erkundigen. Die Hundehalterin habe inzwischen jedoch in Erfahrung bringen können, dass ihr bekannte Hundebesitzer, die ebenfalls rund um das Naturschutzgebiet mit ihren Vierbeinern unterwegs sind, ähnliche Erfahrungen mit frei laufenden Hunden gemacht hätten.

Auf der Route von Brigitte Gronau und Rudi liegt ein Spielplatz – „Es ist nicht auszudenken, wenn durch die Sorglosigkeit solcher Hundehalter noch ein schlimmeres Unglück passiert und nächstes Mal vielleicht ein Kind gebissen wird.“
Auf der Route von Brigitte Gronau und Rudi liegt ein Spielplatz – „Es ist nicht auszudenken, wenn durch die Sorglosigkeit solcher Hundehalter noch ein schlimmeres Unglück passiert und nächstes Mal vielleicht ein Kind gebissen wird.“ © Schulz, Isabell-Carolyn

Den Vorfall hat Brigitte Gronau dem Ordnungsamt der Stadt Kassel gemeldet, aber da sie gezwungen war, Rudi direkt vom Tierarzt versorgen zu lassen und selbst mehrfach eine Handchirurgin aufsuchte, appelliert die Hundehalterin nun: „Es wäre mir sehr wichtig, wenn sich weitere Betroffene, denen dieser Hund und sein Halter bekannt vorkommen, beim Ordnungsamt melden und vor allem, dass sich besagter Halter mit mir in Verbindung setzt! Schließlich seien ja auch Kosten entstanden. Brigitte Gronaus Finger etwa musste zwei Wochen lang geschient werden und so, wie es bislang aussieht, steht ihr auch noch ein Operationstermin bevor. Das ist aber nicht der einzige Grund, weshalb die Kasselerin den Vorfall öffentlich machen möchte. „Ich denke, in Kassel gibt es genügend Wiesen und ausgewiesene Plätze, auf denen Hunde frei spielen können. Deswegen verstehe ich nicht, wieso man das im Bereich einer Straßenbahnhaltestelle so handhaben muss“, erklärt Brigitte Gronau und ergänzt: „Was mich im Nachhinein besonders schockt, ist nämlich die Tatsache, dass sich wenige Meter vom Platz der Beißattacke entfernt ein Kinderspielplatz befindet und es ist nicht auszudenken, wenn durch die Sorglosigkeit solcher Hundehalter noch ein schlimmeres Unglück passiert und nächstes Mal vielleicht ein Kind gebissen wird.“

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