Nordhessen, der große Verlierer?

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Kabinettsliste so gut wie sicher: Rainer Hahnes Briefwechsel an Ministerpräsident Volker Bouffier.

Sehr geehrter Ministerpräsident Volker Bouffier,

Kompliment, es ist Ihnen wirklich lange gelungen geheim zu halten, wer mit Ihnen in der Ministerrunde sitzen wird. Jetzt ist es raus und in Nordhessen wird diskutiert, wie sich Ihre Personalentscheidungen für die Region auswirken können.  Fangen wir mit dem Positiven an. Dr. Thomas Schäfer ist Finanzminister geblieben und wird damit aller Wahrscheinlichkeit nach auch Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens Kassel-Calden bleiben. Eine sehr gute Entscheidung, denn Schäfer hat auch Rückgrat bewiesen, als im Wahlkampf ein idiotischer Angriff nach dem anderen auf den neuen Airport einprasselte.

Mark Weinmeister bleibt Staatssekretär, wechselt aber in das Ministerium für Europa- und Bundesangelegenheiten. Weinmeister hat sich in Agrar- und Umweltangelegenheiten für Nordhessen eingesetzt. Jetzt hat er die Möglichkeit, in die Brüsseler Fleischtöpfe zu schauen und für unsere Region Gelder zu holen. Dafür drücken wir ihm die Daumen.Dr. Wolfgang Dippel wechselt von Fulda nach Wiesbaden und wird Staatssekretär im Sozialministerium. Es wird sich zeigen, was er dort für den Norden des Landes tun kann. Mein Tipp: Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten und Familien mit Frühchen werden in der Fläche geradezu peinlich allein gelassen. Mit zwei Weihnachtsaktionen hat der EXTRA TIP die Startrampe geschaffen, um hier für Abhilfe zu sorgen. Jetzt muss Wiesbaden helfen. Wolfgang Dippel, übernehmen Sie!

Eva Kühne-Hörmann ist Justizministerin geworden. Für sie ist das schön. In der Rangfolge am Kabinettstisch ist sie aufgerückt. Doch für Nordhessen ist es eindeutig ein  Verlust. Wissenschaft und Kunst sind zentrale Bereiche mit hoher Bedeutung in Nordhessen. Ob Boris Rhein dem genau soviel Beachtung schenken wird, muss bezweifelt werden. Für Wirtschaft und Verkehr ist ab sofort "Superminister" Tarek Mohamed Al-Wasir zuständig. Der will sich erst mal viel Zeit nehmen, um über die A 44 nachzudenken. Ein Signal, das die Sozialdemokraten im Werra-Meißner-Kreis bereits auf die Palme bringt. Man kann jetzt schon sagen: Der Bau der A 44, der teuersten Autobahn Europas, wird weiter hinaus gezögert. Spannend wird es sein, wie Al-Wasir mit der nordhessischen Wirtschaft umgeht.  Vorgänger Dieter Posch hat das Regionalmanagement ins Leben gerufen und persönlich stark unterstützt. Wir werden sehen, was der Offenbacher Tarek Mohamed Al-Wasir macht.

Mit aufmerksamen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Und Sie, Herr Bouffier? Ihr  Vorgänger Roland Koch hat Nordhessen stark unterstützt. Ich habe das Gefühl, dass diese Unterstützung allmählich nachlässt. Hoffentlich täusche ich mich.

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