Ohne Müll: 22-Jährige will verpackungsfreien Biomarkt eröffnen

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Müllfrei Einkaufen – das soll schon bald im neuen Biomarkt Butterblume (Frankfurter Straße 73) möglich sein. Bisher hat Helen Neuwirth viel Zuspruch für ihr Vorhaben bekommen.

Der kürzlich geschlossene Biomarkt Butterblume soll bald mit neuem Konzept eröffnet werden. Helen Neuwirth möchte den ersten Unverpackt-Laden Kassels anbieten.

Kassel. Müsli, Tee, Orangen – alles wird im Supermarkt verpackt verkauft. Oft in Plastik. Doch damit soll bald Schluss sein – zumindest in der Butterblume. Zum Wehmut vieler Südstädter musste der seit vielen Jahren in der Frankfurter Straße ansässige Biomarkt kürzlich schließen. Nun möchte die 22-jährige Helen Neuwirth den Markt mit neuem Konzept wiedereröffnen. „Eigentlich soll nur der Name, einige Regale und eine Mitarbeiterin des Biomarktes Butterblume übernommen werden, der Rest wird anders“, erklärt Helen, die für ihren Markt bereits Ladenräume in der Nähe des ehemaligen Biomarktes im Auge hat.

Dort möchte sie mit ihrer ersten Angestellten, der erfahrenen Butterblume-Verkäuferin Karin Hesse, neu beginnen. Inspiriert von der Idee anderer verpackungsfreier Supermärkte, wie es sie bereits in Berlin oder Frankfurt gibt, hat sie sich vorgenommen, einen Markt zu eröffnen, in dem so wenig Verpackungsmaterial wie möglich über die Ladentheke geht. Statt in Plastik verpackte Produkte anzubieten, sollen Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen und im Laden befüllen. Bezahlt wird nach Gewicht. „Das funktioniert besonders gut mit trockenen Produkten wie Reis oder Nudeln, die wir in Silos anbieten werden. Aber auch Essig und Öl können sich die Kunden vor Ort abschöpfen“, erzählt Helen Neuwirth. Bei Süßigkeiten und Kosmetika wäre es schon schwieriger, auf Verpackung zu verzichten. Es sei aber nicht unmöglich.

„Auch Haushaltsbedarf, vom Küchenschwamm bis zum Klopapier, werden wir ohne Verpackung anbieten können.“ Dabei werde natürlich eng mit dem Gesundheitsamt zusammengearbeitet. Um ihren Traum vom ersten verpackungsfreien Supermarkt in Kassel verwirklichen zu können, hat die 22-Jährige, die vor drei Jahren in die Stadt kam um Architektur zu studieren, ein Crowdfundig-Projekt gestartet. Auf www.startnext.com/butterblume kann man sie noch bis zum 26. Juni finanziell unterstützen. Wird die Finanzierungsschwelle von 25.000 Euro bis dahin erreicht, soll der verpackungsfreie Biomarkt Butterblume schon am 1. August eröffnen.

Wer keine Möglichkeit hat, online zu spenden, kann das Vorhaben außerdem am 10. und 24. Juni von 11 bis 13 Uhr bei Eisenwaren Koch (Frankfurter Straße 57) unterstützen. „Es wird Zeit, dass Kassel einen Biomarkt bekommt, bei dem Müllvermeidung zum ganzheitlichen Konzept dazu gehört“, findet Helen. „Bisher haben wir sehr viel Zuspruch bekommen. Noch mehr Unterstützer wären ein tolles Zeichen dafür, dass sich die Leute einen solchen Laden tatsächlich wünschen.“

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