Stadt Kassel baut zweite Eisfläche im Sportareal Auepark - Huskies überrascht

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Sie profitieren von der zweiten Eisfläche: Die zahlreichen Jugendmannschaften der Eishockey-Jugend Kassel.

Die Stadt Kassel will die zweite Eisfläche im Sportareal Auepark bauen. Dafür muss ein Kunstrasenplatz weichen. Ursprünglich war geplant, die Trainingshalle neben der Eishalle zu bauen.

Kassel. Viel und lange haben die Stadt Kassel und die Kassel Huskies über das Thema zweite Eisflächegeredet. Die Gespräche verliefen auch immer „sehr gut“, wie Stadt und Club auf Nachfrage immer wieder betonten. Jetzt hat allerdings die Stadt Kassel gehandelt, diese wird die zweite Eisfläche nun ohne die Kassel Huskies bauen.

So gut waren die Gespräche dann wohl doch nicht. „Die Planungen für eine neue Trainingsfläche für den Kasseler Jugend und Amateureissport sind weit vorangeschritten. Im Sportareal Auepark haben wir jetzt einen guten Standort gefunden“, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle bei einem Pressegespräch im Rathaus. Oberbürgermeister Geselle hatte den Bau der zweiten Eisfläche vor zwei Jahren angekündigt und zur Chefsache erklärt. Im Jahr 2022 soll die Trainingshalle fertiggestellt sein. Wie teuer genau die zweite Eisfläche nun wird, ist laut Stadt schwierig vorher zu sagen. Für den Bau an der Eishalle, so die ursprüngliche Planung, waren rund drei Millionen Euro vorgesehen. Entstehen soll die Fläche auf dem Kunstrasenplatz neben dem G-Platz, auf dem die zweite Mannschaft des KSV Hessen seine Heimspiele austrägt. Der Kunstrasenplatz ist rund zehn Jahre alt und der einzige in Kassel, der mit Mikroplastik (Gummigranulat) befüllt ist. Eine Umrüstung solcher Plätze – wie von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) angestoßen – wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Geselle kündigte an, dass an anderer Stelle ein neuer Kunstrasenplatz entstehen würde, um den Wegfall zu kompensieren.

Auf dem Kunstrasenplatz neben dem G-Platz soll die zweite Eisfläche entstehen. An anderer Stelle will die Stadt dafür einen neuen Kunstrasenplatz errichten lassen.

Der Nachwuchs profitiert

Profitieren werden insbesondere die vielen Nachwuchsteams der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) sowie der Eiskunst- und Rollschuhlaufverein Kassel (ERev). Öffentliches Schlittschuhlaufen wird auf der zweiten Eisfläche nicht angeboten. Der Vorsitzende der EJK, Matthias Kolodziejczak, hatte erst vor Kurzem betont, wie wichtig die zweite Eisfläche für Kassel sei. Die EJK trainiert in der Kasseler Eissporthalle, in der die Kassel Huskies ihre Heimspiele austragen. Mit zahlreichen Jugendmannschaften allerdings genug Eiszeit zu bekommen, war für die EJK ein großes Problem. Die EJK soll die neue Sportstätte nun kostenfrei nutzen dürfen. „Damit wollen wir unser Versprechen wahr machen, den eissporttreibenden Vereinen eine Sportstätte zur Verfügung zu stellen, die sie entgeltfrei nutzen können. Sie sind dann anderen Sportvereinen gleichgestellt“, so Geselle.

Ursprünglich plante man – damals noch mit den Huskies – die zweite Eisfläche neben der Eissporthalle zu errichten. „Allerdings wären dann zu viele Parkplätze entfallen, die auch für andere Veranstaltungen dringend benötigt werden“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda. Die Kassel Huskies hatten eine Tragluftkonstruktion ins Spiel gebracht, die bei der Stadt auf wenig Gegenliebe stieß. „Das hätte kein schönes Bild abgegeben“, so Nolda. Im Frühjahr habe man den Huskies dann mitgeteilt, die überdachte Trainingsfläche ohne sie zu bauen.

GWGpro soll planen, bauen und betreiben

Die vergangenes Jahr gegründete Projektentwicklungsgesellschaft GWGpro soll die zweite Eisfläche planen, bauen und betreiben. „Wir wollen das Sportareal Auepark noch interessanter machen und die Grundlagen bieten“, sagt GWG-Projektentwickler Jörg Schaal. Noch interessanter wird das Sportareal mit der zweiten Eisfläche auf jeden Fall. So interessant, dass der Deutsche Eishockey-Bund schon in Gesprächen signalisiert hat, Kassel als „Verbandsstützpunkt Nachwuchs“ zu verifizieren. „In Deutschland hat dieses Prädikat bislang nur Hamburg, das wäre ein starkes Zeichen“, so Christian Geselle.

Kassel Huskies sind überrascht

Die Huskies zeigten sich allerdings überrascht über die Entscheidung der Stadt. In einem Statement wird Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs zitiert: „Wir waren über eine lange Zeit in sehr guten Gesprächen mit der Stadt, haben unsere Pläne vorgestellt und waren bereit, eine zweite Eisfläche unmittelbar neben der Eissporthalle zu realisieren. Wir haben der Stadt einen Plan vorgelegt, auch stand unsere Finanzierung,“ so Gibbs. „Leider wurde das Angebot seitens der Stadt abgelehnt und wir sind nun vor vollendete Tatsachen gestellt worden.“ Zudem sei man verwundert, über die Medien von der Entwicklung erfahren zu haben, teilten die Huskies mit.

Dennoch begrüße man, dass es bald eine neue Eisfläche für den Nachwuchs geben soll. „So wird unser bereits entwickeltes Jugendkonzept weiter vorangetrieben, junge Spieler aus der EJK zu fördern und in den Profibereich zu integrieren. Das ist zunächst die wichtigste Nachricht“, so Gibbs. Auch die Idee, mit der zweiten Eisfläche einen Nachwuchs-Leistungsstandort zu etablieren, begrüßen die Schlittenhunde. „Dies hatte ich vor vielen Monaten mit DEB-Präsident Reindl erörtert. Schön, dass es dazu offenbar kommen soll“, so Gibbs.

Huskies und Stadt konnten sich , was den Bau der zweiten Eisfläche betrifft, nicht einigen. Die Huskies seien aber „für weitere Gespräche offen“ und die Stadt Kassel betonte, man sei „unverändert in gutem Austausch.“

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