Ohne Zuschauer, ohne Gäste: Besondere Besuche in Gastronomie und Kulturstätten
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Stille Nacht, keiner lacht: Aufgrund der Corona-Pandemie steht der Kultur-Bereich komplett still. Und: Mal schnell ins Kino oder Theater, in die Bar, das Restaurant – das geht alles derzeit nicht
Kassel. Dort, wo sonst alles glitzert oder glänzt, die Räumlichkeiten mit Leben, Liebe und Leidenschaft gefüllt sind, herrscht gerade pure Tristesse. Und das teilweise schon seit Monaten.
Aufgrund der Corona-Pandemie steht der Kultur-Bereich komplett still. Und: Mal schnell ins Kino oder Theater, in die Bar, das Restaurant – das geht alles derzeit nicht. Dort, wo man sonst fröhlich gelaunt zusammenkommt und feiert, ist das Lachen längst vergangen. Die Sache ist ernst. Und noch unklar, wann Kultur und Gastro wieder ins Rollen kommen. Der Lockdown hat die Gastronomie und Kultur überrollt und komplett ausgebremst. Daran hängen auch viele persönliche Schicksale, denn: An der Ausgeh- und Gastro-Kultur hängen viele Jobs, die derzeit nicht ausgeübt werden können. „Wir wollten die Orte zeigen, die uns so vertraut sind – und doch ganz anders aussehen in dieser besonderen Zeit. Und zugleich möchten wir denen Respekt zollen, die wir als Gastgeber kennen und schätzen“, sagt EXTRA TIP-Redaktionsleiter Victor Deutsch über die Idee.
EXTRA TIP-Fotograf Ulf Schaumlöffel, der für sein Buch „Aufgesattelt“ im letzten Jahr 120 Fahrradfahrer porträtierte, hat für die Foto-Serie „Ausgebremst“ stellvertretend für die Branchen zehn Protagonisten ausgewählt und sie in den leeren Gast- und Spiel-Räumen in Szene gesetzt. „Quasi nackt ohne Gäste. Ich wollte die derzeitige Situation dokumentieren, die Zeit festhalten. Schließlich war so etwas noch nie da. Und kommt hoffentlich nie wieder.“ Entstanden ist ein zeitgeschichtliches Dokument mit ungewöhnlichen Bildern. Und zeigt Gastronomie und Kultur in einem intimen Moment. „Die Protagonisten fanden die Idee super und waren gleich dabei. Jeder hatte ja auch Zeit – das gab‘s vorher nicht. In den Bildern geht es um den Ernst der Lage.“ Bei den Fotoshootings fiel auf: Manche verkraften die Situation besser, andere weniger. Und noch ist völlig offen, wann wieder geöffnet werden darf, ob es immer auf Abstand so bleibt oder wieder wie früher wird. „Eins ist aber sicher: Danach wird einiges bestimmt mehr geschätzt, das wir vorher als selbstverständlich gesehen haben.“ Alle Bilder gibt es auf www.lokalo24.de zu sehen.
Kulturgesichter 0561
Eine ähnliche Intention verfolgen Steve Turn (Partyersatzamt) und Calvin Beisheim (Grauzone) mit der Initiative „Kulturgesichter 0561“. Die Initiative ist aus der bundesweiten Aktion der Kulturbranche #ohneunsiststille entstanden und soll Aufmerksamkeit für die privaten Situationen, die beruflich und finanziell unter der COVID19-Krise und dem Veranstaltungsverbot leiden, schaffen. „Wir wollen den Existenzen ein Gesicht geben“, so die Initiatoren. Woche für Woche werden auf der Homepage kulturgesichter0561.de und den dazugehörigen Social Media-Portalen Betroffene aus der Region vorgestellt.











