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Ordnungscoach verrät: "Kreative Menschen sind unordentlicher"

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Von: Marcel Ehrig

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Dana Volkwein bietet keine Therapie, sondern praktische Tipps, wie man ohne großen Aufwand dauerhaft Ordnung halten kann. © Ehrig

Wenn die Wohnung im Chaos versinkt ist sie zur Stelle: Ordnungscoach Dana Volkwein über chaotische Küchen und proppevolle Schränke.

Kassel. In Dana Volkweins Wohnung ist es ordentlich und sauber. Wie sollte es auch anders sein: Dana Volkwein ist Ordnungscoach. „Aber ich räume nicht pausenlos auf, da habe ich schon Besseres zu tun“, sagt sie und streicht dabei eine Falte aus der Tischdecke.

Vor sechs Jahren machte sie sich selbstständig und gab ihren Job im Einzelhandel auf, um mehr Ordnung ins Leben ihrer Mitmenschen zu bringen. „Ich hatte schon immer einen ausgeprägten Ordnungssinn und war mir sicher, dass es hier Bedarf gibt“.

Zu ihren Kunden gehören nicht etwa Messies, die Dana Volkwein zum putzen engagieren: Die meisten Klienten sind Akademiker, gebildete Leute denen sie mit Rat und Tat zur Seite steht. „Die Unordentlichsten sind aber die Kreativen“, so Volkwein. Putzen oder für die Kunden aufräumen gehört allerdings nicht zu ihren Aufgaben. Dabei ordnet sie ihre Kunden jeweils in eine der drei Kategorien ein: Unordnung, Chaos und Messie. Ihre Kunden kommen aus der zweiten Kategorie – von wegen das Genie beherrscht das Chaos. Sie bietet praktische Tipps, keine Therapie an.

„Nicht Freunde, sondern der Betroffene muss sich bei mir melden und auch wirklich Hilfe wollen – sonst bringt es nichts“, sagt Volkwein. Dabei wüssten ihre Kunden stets wo das Problem liegt. „Sie finden nur keinen Weg um dieses zu lösen – so wie man das vom Abnehmen kennt. Ich verschaffe mir zunächst einen Überblick und gebe Tipps, dann wird ein Konzept erstellt“. Dabei kann ein Tipp auf den ersten Blick ziemlich trivial klingen: „Alles sollte seinen festen Platz haben und sobald etwas benutzt wurde, soll es wieder zurückgestellt werden. So spart man sich Zeit und hält immer Ordnung“, erklärt Dana Volkwein. Natürlich sei es nicht immer so einfach und ein individuelles Ordnungssystem muss erarbeitet werden. „Doch viele schaffen es ohne Hilfe einfach nicht – aus verschiedenen Gründen“.

In der Regel besucht Dana Volkwein ihre Kunden drei bis vier Mal, eine Klientin betreut sie allerdings auch schon anderthalb Jahre. „Das Kernproblem ist ganz einfach: die Leute besitzen einfach zu viel. Ich helfe ihnen loszulassen, Dinge zu entsorgen die sie weder mögen, noch gebrauchen können – weniger ist manchmal mehr. Viele Dinge sind unnötiger Ballast“, sagt Volkwein.

Bei all den Tipps zur Ordnung hat aber auch die Expertin eine Schwachstelle: ihre Handtasche. In der ist kein Ordnungssystem zu erkennen, „aber da wohne ich ja auch nicht“, sagt Dana Volkwein und lacht.

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