Piper baut neue Halle und neues Lager

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Um die Ersatzteillager aus Frankreich und England nach Kassel zu verlegen, wird bald ein neues Gebäude am Kassel Airport entstehen.

Kassel. Gefühlt hat Piper Deutschland (150 Arbeitsplätze) gerade erst am Kassel Airport die Tore eröffnet. Jetzt hat der Vorstandsvorsitzende Wilfried Otto beschlossen: "Wir bauen eine neue Halle und holen die Ersatzteillager aus Frankreich und England in die Mitte Deutschlands.”

Eigentlich hatte Otto lange darüber nachgedacht, mit seiner Firma Calden zu verlassen. Zu beengt waren die Verhältnisse am alten Flughafen, Erweiterungen nicht möglich. Und über die alte Sicherheitstechnik, die nicht allwettertauglich war, hatte er sich oft genug geärgert: "Ich hätte schon lange neben Piper eine andere Firma dazu nehmen können”, erklärte er im EXTRA TIP-Gespräch. "Aber das ist erst jetzt möglich.”

Doch erst einmal muss eine neue Halle her. Das 2013 eröffnete Gebäude (3500 Quadratmeter) platzt schon aus allen Nähten. Teilweise warten dort 20 Maschinen aller Größenordnungen auf ihre Wartung. Doch Otto hatte vorausschauend neben seinem Gebäude eine weitere Fläche gekauft. Dort wird die neue Halle (1000 Quadratmeter) zur Zeit geplant. Rund eine Million Euro will er investieren und betont gleich: "Wir planen so, dass wir diese Halle jederzeit erweitern können."

Flugzeuge begleiten ihn seit 50 Jahren

Ganz schön rege für einen Mann, der in diesem Jahr noch seinen 75. Geburtstag und 50 Jahre Flugschein feiern will. Doch Wilfried Otto ist sowieso nicht mit normalen Maßstäben zu messen. Schon früh kam er während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften zum Fliegen. Aus dieser Zeit stammt seine Freundschaft zu FDP-Politiker Dr. Hermann Otto Solms, der heute noch Aufsichtsratsvorsitzender der Firma ist. Seine Leidenschaft fürs Fliegen hat Wilfried Otto eine wechselvolle Firmengeschichte beschert. Die Elektrofirma in Gießen wurde verkauft, stattdessen in der Euphorie der Wiedervereinigung die ehemalige DDR-Vorzeigefirma Berliner Spezialflug erworben. Eine der wenigen Fehlentscheidungen eines Mannes, der eine Zeitlang sogar eine Fluglinie nach Berlin betrieben hat. Auch mit dem Flughafen Tempelhof hat er so seine Erfahrungen gemacht. Doch im Zentrum seiner Arbeit stand immer die Piper Deutschland. Obwohl die "Mutter” in den USA schwere Zeiten und zahlreiche Präsidentenwechsel hinter sich gebracht hat, konnten Otto und seine Mitstreiter die deutsche Vertretung erfolgreich führen.

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