Platanen werfen großflächig ihre Rinde ab - Gartenamt Kassel: Keine Krankheit!

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In großen Stücken wird die Borken von der Platane abgesprengt. Es ist keine Krankheit, sondern eine Folge des Dickenwachstums.

Das Phänomen sorgt bundesweit für besorgte Bürger: Sind die Bäume etwa krank, die da großflächig ihre Rinde abwerfen? betroffen sind auch die 3000 Platanen im Stadtgebiet. Das Umwelt- und Gartenamt gibt Entwarnung. Und erklärt das besondere Naturschauspiel.

Kassel.  Die Anrufe im Kasseler Umwelt- und Gartenamt häufen sich seit einigen Tagen. Reihenweise werden vermeintlich kranke Bäume gemeldet, die ihre Rinde abwerfen. So kann es auf dem Florentiner Platz schon mal passieren, das ein Zeitungsgroßes Stück trockener Borke beim Mittagessen im Außenbereich des „Avanti“ haarscharf am Tisch vorbeisegelt. „Alles ein ganz normaler Vorgang“, gibt Klaus Harbusch vom Umwelt- und Gartenamt auf EXTRA TIP-Nachfrage Entwarnung. Bei den Bäumen handelt es sich um Platanen, die man gut an der tarnfleckenartigen Stammoberfläche erkennt. Die gezackten Blätter ähneln denen eines Ahorns.

„Das Ganze ist kein Kasseler Phänomen, sondern gerade bundesweit zu beobachten“, erklärt Klaus Harbusch. Aufgrund der guten Wasserversorgung im Frühjahr würden die städtischen Platanen zur Zeit ein ordentliches Dickenwachstum hinlegen. „Das werden so drei bis vier Zentimeter sein“, schätzt Harbusch. Dieses würde dazu führen, dass die äußere Borke geradezu abgesprengt werde. „Hinzu kommt, dass durch die aktuelle Trockenperiode die Außenhaut des Baums weniger elastisch ist, so dass sich sehr große Stücke abschälen.“ Die Bäume – von denen die Stadt etwa 3.000 angepflanzt hat – sind also nicht durch eine Krankheit gefährdet.

Auch für Menschen geht keine große Gefahr durch den Rinden-Regen aus. Wer sein Auto jedoch unter einer hohen Platane parkt, könnt durch herabfallende Borkenstücke schon einen Kratzer abbekommen. Da verhält es sich übrigens wie bei Kastanien – Pech gehabt, die Stadt übernimmt keine Kosten. Ist es bei den Platanen ein spezielles Schauspiel, so macht die Trockenheit den Stadtbäumen allgemein insgesamt sehr zu schaffen. „Normalerweise wässern wir nur bis zum fünften Standjahr – dann sollte es dem Baum gelingen, sich durch die gebildeten Wurzeln mit Wasser auch aus tieferen Erdschichten zu versorgen“, erklärt Harbusch. In diesem Sommer müsse man auch größere Bäume bei der Wasserversorgung unterstützen. Wöchentlich benötigt jeder etwa 80 Liter.

Bevölkerung wird um Gieß-Hilfe gebeten

„Alle unsere Kapazitäten bei Personal und Fahrzeugen sind zur Zeit im Wassereinsatz“, sagt Harbusch. Und man hofft auf Regen. Viel Regen. „Die angekündigten Niederschläge werden nicht ausreichen“, vermutet Harbusch. Das sei eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Und so appelliert man von Seiten der Stadt an die Bevölkerung, den dürstenden Bäumen Wasser zu spenden. „Mit einer Gießkanne ist es da nicht getan – da muss schon ein Schlauch her“, sagt Harbusch. Und die Bewässerung sollte dann nicht im Schwall erfolgen, damit das jetzt so kostbare Nass auch die Wurzeln erreicht und nicht nur über den knochenharten Boden hinwegläuft.

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