plentymarkets-Kongress in Kassel: Die Trends des Online-Handels

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Seit kurzem firmiert das Kasseler Unternehmen als "plentysystems AG": Als Vorstand verantworten Jan Griesel und Bernhard Weiß die strategische Ausrichtung des  E-Commerce-ERP plentymarkets.

Am Samstag, 16. März, steigt im Kasseler Kongress-Palais der zwölfte Onlinehändler-Kongress des Kasseler Spezial-Software-Anbieters "plentymarkets". Über 30 Speaker geben ihr Wissen auf mehreren Bühnen preis, mehr als 50 Aussteller informieren über aktuelle Trends der Branche.  Wir sprachen mit den Geschäftsführern Jan Griesel und Bernhard Weiß über die Entwicklungen der Branche.

Kassel.  Der Onlinehandel wächst in Deutschland auf hohem Niveau. Im Jahr 2017 wurde erstmals der Jahresumsatz von 60 Mrd. Euro überschritten. Tendenz weiter stark steigend. Seit 2016 bietet das Kasseler Software-Unternehmen „plentymarkets“ (knapp 200 Mitarbeiter, über 5.000 Kunden) Lösungen für den Onlinehandel großer, aber auch kleiner Firmen. Neben einem eigenen Webshop stellt die Cloud-basierte Plattform auch Anbindungen zu sämtlichen relevanten, nationalen und internationalen Online-Marktplätzen sowie ein Kassensystem samt zentralem Warenwirtschaftssystem für den stationären Handel als Vertriebsmöglichkeiten zur Verfügung.

Am 16. März veranstaltet plentymarkets zum zwölften Mal einen großen Online-Händler-Kongress in Kassel. Wir sprachen mit den beiden plentymarkets Geschäftsführern Jan Griesel und Bernhard Weiß im Vorfeld der Veranstaltung.

Was war die Motivation vor zwölf Jahren diesen Kongress zu veranstalten – und wie wichtig ist er heute für die Branche? 

Am Anfang kamen ein paar unserer Kunden zu Besuch, und gemeinsam unterhielten wir uns über Wünsche und zukünftige Anforderungen an die Software plentymarkets. Mit den Jahren und dem Wachstum wurden es dann mehr und mehr Kunden und Partnerunternehmen kamen dazu. Am 16.03. erwarten wir nun wieder 1500 Kunden und Partner im Kongress Palais. Dabei geht es uns natürlich um Neuigkeiten rund um die Software und das Unternehmen plentymarkets. Aber im Grunde geht es uns immer noch darum, den offenen Austausch zu suchen und persönlich zur Verfügung zu stehen. Dabei spielen auch unsere Partnerunternehmen eine wesentliche Rolle. Wer sich für E-Commerce interessiert, bekommt während des Kongresses eigentlich jede Frage beantwortet. Als einer der führenden E-Commerce-ERP Hersteller genießt unser Kongress eine hohe Beliebtheit in der Branche, nicht zuletzt wegen der legendären Partyabende.

 Die eingeladenen Speaker sind hochkarätig – auf wen freuen Sie sich besonders und warum? 

Vielen Dank für das Kompliment! Wir versuchen neben reinen E-Commerce-Schwerpunkten auch immer Vorträge anzubieten, die strategische Inhalte transportieren. So zum Beispiel dieses Jahr mit Herrn Prof. Dr. Klemens Skibicki, der aufzeigt, wie schwer es sich die deutsche Wirtschaft doch macht, die digitale Transformation voran zu bringen und sich diesem Veränderungsprozess zu stellen. Stolz sind wir auch, dass wir Frau Suzanne Grieger-Langer für uns begeistern konnten. Sie richtet sich mit Ihrem Vortrag an Führungskräfte. Unplanbares planen, Unentscheidbares entscheiden, Unmögliches ermöglichen: 007 statt 08|15, wenn es darum geht Herausforderungen zu begegnen, Chancen zu nutzen und Erfolge zu gestalten.

Was zeichnet grundsätzlich einen erfolgreichen Online-Händler/Shop aus?

 Das ist eine gute Frage! Mit vielen Kunden sind wir gemeinsam sehr stark gewachsen. Rückblickend sind es natürlich viele Faktoren, die eine Rollen spielen. Neben einem hohen Maß an Service- und Produktqualität spielt natürlich auch der Produktpreis eine wesentliche Rolle. Gerade beim Preis auf Marktplätzen wie z. B. Amazon sind Onlinehändler sehr vergleichbar. Auch die Verfügbarkeit der Waren ist enorm wichtig, denn Kunden erwarten meist schon am nächsten Tag die bestellten Produkte. Schauen wir uns heute erfolgreiche Onlinehändler an, so können wir zwei deutliche Trends feststellen, erstens die Anzahl an Vertriebskanälen: 2014 verkauften unsere Onlinehändler durchschnittlich über drei Vertriebskanäle, z. B. Shop, Amazon und eBay. In 2018 sind es nun schon mehr als sieben Vertriebskanäle, also weitere Marktplätze. Zweitens verkaufen diese Händler nicht nur national sondern in der Regel auch international ihre Produkte. Sie stellen sich damit auch den internationalen Herausforderungen wie z. B. mehrsprachigen Service und Support oder auch steuerrechtlichen Themen.

Das Bestellen wird immer einfacher, die Logistik stößt schon jetzt an ihre Grenzen – was wird sich da in Zukunft tun? 

Wir glauben fest daran, dass sich der Logistikbereich vor großen Veränderungen befindet. Der Kampf um die so genannte “letzte Meile” wird immer härter. Gerade hier bieten die großen Logistikdienstleister immer mehr Service für die Kunden. Gleichwohl wird es alternative Lösungen geben müssen, wenn die Wachstumszahlen im E-Commerce auf diesem Niveau bleiben. Denkbar hier wären große Abholzentren in den Innenstädten oder auch ein stärkeres Wachstum im Bereich Click & Collect (Kunden bestellen online und holen im stationären Laden die Ware ab).

Haben den Dreh raus: Jan Griesel (Geschäftsführer plentymarkets) und Berhard Weiß (CBDO, Chief Business Development Officer, plentymarkets) .

Welche drei Produkte würden Sie nie online kaufen?

 Spontan fallen mir da lebende Tiere ein. Ansonsten sehe ich keinen Grund, Dinge nicht im Internet zu bestellen. Der Käuferschutz heutzutage ist so sicher, dass ich mir um eine Rücklieferung (Retoure) oder mein Geld keine Sorgen mehr machen muss. Vielmehr sehen wir die Tendenz, dass zukünftig noch viel mehr angeboten werden wird, z. B. das fertig und selbst konfigurierte Auto oder auch diverse Dienstleistungen.

Die IHK bietet seit August 2018 eine duales Ausbildung für E-Commerce-Kaufleute an – wie wichtig ist das für die Branche? 

Wir sind sehr froh über dieses neue Berufsbild, denn auch in unserer Branche herrscht der Fachkräftemangel. Wir wissen, dass viele unserer Kunden diesen Ausbildungsberuf für sich entdeckt haben und anbieten. Wir als Unternehmen unterstützen diesen Ausbildungsberuf sehr stark und stellen allen Bildungseinrichtungen in Deutschland plentymarkets kostenfrei zur Verfügung. Auch in Österreich arbeiten bereits alle Bildungseinrichtungen mit unserer Software. Somit bieten wir Lehrkräften als auch E-Commerce-Kaufleuten die Möglichkeit, mit einer führenden Software Praxiserfahrung zu sammeln. Erstmalig besuchen uns beim diesjährigen Kongress knapp 100 Auszubildende, um uns persönlich kennen zu lernen.

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