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Pokalknaller: Die Rhein-Neckar Löwen sind heute in der Rothenbach-Halle

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Von: Karsten Knödl

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Rogerio Moraes
Szene aus dem Liga-Hinspiel im September: Rogerio Moraes traf in Mannheim zwar siebenmal, konnte das 25:36 aber auch nicht verhindern. © Alibek Käsler

Spannender Jahresendspurt für die MT: Erst die Kür, dann die Pflicht

Handball Es wird noch einmal spannend zum Jahresende! Zwei wichtige Begegnungen hat das Team der MT Melsungen vor der Brust: Im Achtelfinal-Kracher des DHB-Pokals empfangen die Rotweißen am Mittwoch die Rhein-Neckar Löwen (19:30 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) und fünf Tage später, am zweiten Weihnachtsfeiertag, gibt an gleicher Stelle der TBV Lemgo Lippe seine Visitenkarte ab. Diese Begegnung ist gleichzeitig der Startschuss in die Rückrunde der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga.

Dass es im nationalen Cup-Wettbewerb ausgerechnet gegen die Rhein-Neckar Löwen geht, ist irgendwie schon bemerkenswert. Gegen keine andere Mannschaft der Liga mussten die Nordhessen im DHB-Pokal öfter antreten als gegen die Gelbhemden. Mit dem wegen einer falschen Schiedsrichterentscheidung neu angesetzten Spiel in der Saison 2015/16 messen sich die Nordhessen und die Kraichgauer nun bereits zum sechsten Mal im Laufe ihrer gemeinsamen Erstligageschichte. Bislang zog die MT in allen Fällen den Kürzeren. Dabei ist der Pokal leider auch ein Spiegelbild der Bundesligavergleiche: Von 35 Spielen konnte die MT nur acht gewinnen. Einmal trennte man sich remis.

“Dieser Pokalgegner ist eine ganz harte Nummer. Das Positive: Wir spielen zuhause. Das heißt, wir haben mit einer fantastischen Fanunterstützung auch eine Siegchance. Die wollen wir unbedingt nutzen, denn das Ziel ist klar: Der Einzug in die nächste Runde”, bringt es Michael Allendorf ohne Umschweife auf den Punkt. Und der Melsunger Sportdirektor bringt noch einen weiteren Motivationsfaktor ins Spiel: “In der Liga haben wir zum Saisonauftakt in Mannheim eine bittere Niederlage erleiden müssen. Das haben wir nicht vergessen”. Zur Erinnerung: Anfang September mussten die Nordhessen mit einer 26:35-Schmach im Gepäck die Heimreise antreten.

Trainer Roberto Garcia Parrondo geht davon aus, am Mittwoch die Besetzung ins Rennen schicken zu können, die zuletzt den 31:28-Heimsieg gegen GWD Minden klar machte. Das bedeutet, weiterhin ohne Finn Lemke, Domagoj Pavlovic, David Mandic und Timo Kastening, dafür aber wieder mit Kreisläufer Rogério Moraes, der seine Handverletzung überwunden hat. Ein größeres Fragezeichen steht hinter der Rückkehr von Ivan Martinovic. Der Rückraumspieler laboriert doch länger als gedacht an seiner vor fast vier Wochen in Leipzig erlittenen Sprunggelenkverletzung. Ob der Linkshänder gegen die Löwen auflaufen kann, entscheidet sich erst am Spieltag.

Aber auch die Gäste werden nicht in voller Besetzung antreten können. Fehlen werden ihnen unter anderem Halil Jaganjac und Uwe Gensheimer. Während der Kroate erst frisch an der Schulter operiert wurde, fällt der deutsche Nationalspieler wegen eines Muskelfaserrisses wohl ebenfalls aus. Was das für das Kräftemessen am Mittwoch in Kassel bedeutet, ist schwer einzuschätzen. Nur soviel: Jaganjc hat im Ligaspiel der MT aus dem linken Rückraum sieben Mal eingeschenkt, gegen ihn fand die MT-Abwehr damals kein Gegenmittel. Mit dem inzwischen nach Minden ausgeliehenen Philipp Ahouansou fehlt bei den Löwen ein weiterer torgefährlicher Rückraumspieler.

Was die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze, die in der letzten Saison unter dessen Vorgängern Klaus Gärtner und Ljubomir Vranjes einen unbefriedigenden 10. Platz erreichte, inzwischen auszeichnet, ist eine intensivierte mannschaftliche Geschlossenheit. Sie hat nicht nur den Abgang von Superstar Andy Schmid verkraftet, sondern trotzt auch den zeitweiligen Ausfällen wichtiger Leistungsträger. Einer der dabei immer voran geht, ist Spielmacher Juri Knorr. Der 22-jährige gehört mit 106 Treffern zu den Top-Drei Torschützen der Liga. Bauen kann Trainer Hinze zudem auf die beiden Torhüter Joel Birlehm und den Ex-Melsunger Mikael Appelgren sowie auf die Flügelzange Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer (sofern nicht verletzt) und Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Im Rückraum wird Juri Knorr erfolgreich unterstützt von Albin Lagergren (RR) und Olle Forsell Schefvert (RL). Der Lohn aller bisherigen Anstrengungen: Platz drei in der Tabelle – mit Perspektive gar auf eine Champions League-Fahrkarte.

Das Duell mit der MT wird auch insofern interessant, weil die Löwen als bestes Offensivteam der Liga – 565 erzielte Tore sind einsame Spitze – auf einen Gegner trifft, der in den letzten Monaten mehr und mehr an der Effektivität seiner Defensive gearbeitet hat. Das Prunkstück dabei sind die beiden Torhüter Nebojsa Simic und Adam Morawski, die einen Gegner schon mal zur Verzweiflung treiben können. Zudem erfährt jetzt der Mittelblock unter anderem mit Gleb Kalarash und Arnar Freyr Arnarsson durch die Rückkehr vorn Rogério Moraes zsätzliche Unterstützung.

Ungeachtet aller personellen Ausgangssituationen auf beiden Seiten kommt den “Softskills” wie Leidenschaft und kämpferischer Einsatz gerade in Hopp -oder Topp-Matches wie im Pokal bekanntlich besonders Gewicht zu. “Ich hoffe, dass wir es im Pokal gegen die Löwen viel besser machen als im ersten Saisonspiel. Da hatten wir einen ganz schlechten Start. Deshalb wollen wir unbedingt zeigen, dass dieses Spiel damals überhaupt nicht zur Qualität unserer Mannschaft passt. Ich finde, wir haben jetzt eine Chance, um sozusagen unsere Rechnung zu begleichen und damit eine Runde weiterzukommen”, sagt Ivan Martinovic.

Der Linkshänder hat in den letzten Tagen mit zusätzlichen Einzeltrainings und intensiver Arbeit mit den Physiotherapeuten alles gegeben, um möglichst am Mittwoch dabei zu sein. Wobei er selber nicht absehen kann, ob es bis dahein bei ihm reichen wird. Als dreifacher österreichischer Pokalsieger mit seinem ehemaligen Verein Fivers Margareten, weiß Ivan Martinovic zumindest, wie Pokalsiege errungen werden. Auf die Frage, ob dies ein gutes Omen für ihn und die MT am Mitwoch gegen die Rhein-Neckar Löwen sei, antwortet er augenwwinkernd “Ich hoffe es!”.  

Schiedsrichter in Kassel:
Ramesh Thiyagarajah, München / Suresh Thiyagarajah, Köln; DHB-Spielaufsicht: Thorsten Zacharias 

Bisherige Vergleiche MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen:
35 HBL-Spiele; 8 Siege MT, 26 Siege RNL, 1 Remis
4 DHB-Spiele, 4 Siege RNL
Letzter Vergleich:
HBL, 03.09.22, RNL – MT 36:25

Infos zum Gegner:
www.rhein-neckar-loewen.de

Rund ums Spiel:

Tickets gibt es noch in den Vorverkaufsstellen und online unter mt-ticket.de – Bis Montagabend waren rund 4.000 der 4.500 Tickets vergriffen.
Hallen- und Tageskassenöffnung ist am Mittwoch um 18:00 Uhr.
Ab 19:00 Uhr gibt es im Fulle Power Livestream auf dem MT YouTube Kanal erste Eindrücke aus der Rothenbach-Halle mit aktuellen Interviews – u.a. zur Initiative “Offen für Vielfalt”
Sportdeutschland.tv startet ab 19:15 Uhr den kostenpflichtigen Livestream (5 EUR).
Ab 19:20 Uhr kommentiert Patrick Schuhmacher das Match im Fulle Power Liveradio, ebenfalls auf dem MT YouTube Kanal.
Etwa 20 Minuten nach Spielende folgt die Pressekonferenz, live auf dem MT-YouTube Kanal.
Die Achtelfinalpaarungen auf einen Blick:

Mittwoch, 21. Dezember 2022
19:00 Uhr: ASV Hamm-Westfalen vs. VfL Gummersbach
19:00 Uhr: SC Magdeburg vs. Bergischer HC
19:30 Uhr: HC Elbflorenz 2006 vs. TBV Lemgo Lippe
19:30 Uhr: MT Melsungen vs. Rhein-Neckar Löwen

Donnerstag, 22. Dezember 2022
19:00 Uhr: SG Flensb.-Handew. vs. HSV Hamburg
19:30 Uhr: Dessau-Roßl. HV vs. TSV Hannover-Burgdorf
19:30 Uhr: SG BBM Bietigheim vs. THW Kiel
20:00 Uhr: TV Großwallstadt vs. HSG Wetzlar

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