Polizei sieht sinkende Moral: Jeder vierte flüchtet vom Unfallort

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Kassel. Bilanz 2013: 19.712. Unfälle mit Schaden von rund 57,7 Millionen Euro, deutlich weniger Tote und Schwerverletzte auf nordhessischen Straßen.

Kassel. Deutlich weniger Verkehrsunfalltote, weniger Schwerverletzte und auch weniger Verkehrsunfälle insgesamt sind die wichtigsten Eckpunkte der Bilanz 2013 in Nordhessen.

Erfreuliche Entwicklung

"Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten oder gar Toten bringen immer großes Leid in die betroffenen Familien. Verringern sich diese Zahlen, ist dies aus polizeilicher Sicht ein positives Zeichen und bestärkt uns dabei, die Verkehrssicherheitsarbeit als wichtige Säule des polizeilichen Aufgabenspektrums weiter intensiv zu besetzen", sagt Vizepräsident Bernd Paul. Denn neben der von Jahr zu Jahr fortschreitenden Sicherheitstechnik in den Fahrzeugen hoffe die Polizei natürlich auch, dass ihre umfangreiche Verkehrssicherheitsarbeit mit dazu beiträgt, dass die Zahl der schweren Verkehrsunfälle auf unseren Straßen weiter abnimmt. Die Zahl der im Straßenverkehr in Nordhessen ums Leben gekommenen Personen sank von 67 im Jahr 2012 um 34,3 Prozent auf 44. Die Zahl der Schwerverletzten ging immerhin noch um 10,5 Prozent auf 882 zurück (2012: 986). Die Gesamtzahl der in Nordhessen von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle sank gegenüber 2012 leicht um 103 auf 19.712. Dabei entstand ein Gesamtschaden von rund 57,7 Millionen Euro.

Jeder Vierte flüchtet

"Zunehmend Sorgen bereitet uns die Zunahme der Verkehrsunfallfluchten", weist Paul auf einen weiteren wichtigen Aspekt der Verkehrsunfallbilanz 2013 hin. "Vermutlich um seinen Versicherungsrabatt zu schützen, verlässt mittlerweile jeder Vierte Unfallverursacher die Unfallstelle, ohne sich um mögliche Verletzte oder den angerichteten Schaden zu kümmern", beklagt der stellvertretende Polizeichef. "Diese Menschen sollten sich aber mal vor Augen führen, dass sie selber einmal unschuldig Opfer einer Unfallflucht werden könnten", mahnt Paul. 4.994 Verkehrsunfallfluchten wurden 2013 in Nordhessen polizeilich bearbeitet. Das waren 201 Fälle mehr als im Jahr 2012 und entspricht einem Anstieg um 4,19 Prozent. Die Gesamtaufklärungsquote liegt für dieses Delikt konstant bei beachtlichen 39 Prozent. Bei den Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden konnte sie sogar auf 56,3 Prozent (2012: 55,8%) gesteigert werden.

Auch Wildunfälle sind mit einem Anteil von rund 20 Prozent am Gesamtaufkommen in Nordhessen nach wie vor ein großes Problem. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Einfluss von Alkohol und/oder Drogen ging im letzten Jahr hingegen leicht zurück. Sie sank von 545 auf 533.

Verkehrssicherheitsarbeit

"Auch in diesem Jahr werden wir wieder Schwerpunkte bei der Verkehrssicherheitsarbeit in Nordhessen setzen", kündigte Polizeivizepräsident Bernd Paul abschließend an. "Dazu werden, neben dem Thema Verkehrsunfallflucht, nach wie vor die Bekämpfung der beiden Hauptunfallursachen zu hohes Tempo und fehlender Sicherheitsabstand gehören".

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