Ponys traben im Kreisverkehr - Schausteller: „Meinen Tieren geht es gut“

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Kümmert sich um das Wohl der Kirmespferde: Stefan Kaiser. Er betreibt den Familienbetrieb bereits in der vierten Generation. Fotos: Schaumlöffel

Ich zeige Ihnen gerne alles“, empfängt uns der Junior-Chef. Und führt uns zu zwei benachbarten Koppeln, auf der die Pferde stehen und ausspannen können.

Kassel. Als wir in unserer vergangenen Ausgabe über die Eröffnung des Frühlingsfestes auf der Schwanenwiese berichteten, erreichten uns mehrere Emails von Tierschützern, die das dortige Pony-Karussell und den langen Arbeitstag der Kirmespferde anprangerten. Das monotone Kreislaufen sei eine Qual für die Tiere, so die Meinung der Tierschützer. Der EXTRA TIP machte sich deshalb vor Ort ein Bild und schaute spontan und unangemeldet bei Stefan Kaiser vorbei.

Seine Familie betreibt seit vier Generationen Pony-Karussells. Allein sein 84-jähriger Opa ist seit 60 Jahren auf Jahrmärkten unterwegs. „Wir haben nichts zu verbergen. Ich zeige Ihnen gerne alles“, empfängt uns der Junior-Chef. Und führt uns zu zwei benachbarten Koppeln, auf der die Pferde stehen und ausspannen können. Nachts sind sie in einem Zelt untergebracht. Wir wollen wissen: Haben die Tiere wirklich einen 12-Stunden-Arbeitstag? Und ist die Haltung, so weit entfernt von einer Artgerechten, wie die Tierschützer behaupten? Pony-Circus-Betreiber Kaiser kann die Aufregung nicht verstehen: „Unseren Ponys geht es prima. Sie wirken weder gestresst, noch sind sie gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt“.

Auf zwei Koppeln können die Pferde ausspannen.

Kaiser und sein Team haben beim Frühlingsfest insgesamt zehn Ponys dabei. „Die Leute denken, unsere Tiere würden von früh morgens bis spät abends ihre Runden im Kreis drehen. Das ist aber nicht so. Unter der Woche sind sie von 15 bis 19 Uhr in der Manege, am Wochenende von 14 bis 19 Uhr. Eben nur solang auch Kinder da sind. Zwischendrin pausieren sie immer und jeden zweiten Tag haben sie frei. Wenn der Andrang groß ist, werden sie auch mal ausgewechselt.“ Laut Gesetz sei festgelegt, dass die Tiere am Tag insgesamt sechs Stunden arbeiten dürfen. „Bei uns arbeiten sie weniger.“

„Haben nichts zu verbergen“

Mit Anfeindungen und Kritik von Tierschützern zu leben, hat Kaiser bereits gelernt. „In Zeiten von Facebook ist ja sowas in Mode gekommen. Anfangs habe ich noch reagiert und selbst Kommentare abgegeben. Jetzt denke ich: Wer wirklich Hintergrundinfos möchte und interessiert ist, kommt vorbei und spricht mit uns. Wir zeigen den Leuten Alles gern und haben nichts zu verbergen.“ Arbeits- und Pausenzeiten werden von jedem einzelnen Pony genau dokumentiert. „Wenn die Tiere nicht artgerecht gehalten werden würden, würde uns das Veterinäramt sofort den Betrieb dicht machen.“ Hinzu kommt: „Wenn Kontrolleure kommen, kommen sie unangemeldet. Die sehen also sofort, was los ist.“ Die Pferde seien außerdem das Kapital der Kaisers. Auch deshalb achte man schon auf eine artgerechte Haltung. Mit dem Geschäft auf dem Frühlingsfest ist Stefan Kaiser bisher zufrieden. „Die ersten Tage waren super. Das liegt natürlich auch am schönen Wetter.“

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