Porno-Alarm im Regierungspräsidium Kassel

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Sorgt für Aufsehen: Die Collage von Ann Schomburg, die auch ein Sex-Bild beinhaltet.
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Ann Schomburg spielt mit Klischees, arbeitet mit vielfältigen Medien und provoziert gern.
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Sex-Bild und "Blowjob"-Performance bei Ausstellungs-Eröffnung:  Kunsthochschulabsolventin Ann Schomburg sorgt für Diskussionen

Kassel. Sie spielt mit Klischees, arbeitet mit vielfältigen Medien und provoziert gern. Die Kunsthochschulabsolventin Ann Schomburg – erhielt im Jahr 2013 den Kasseler Kunstpreis – sorgte schon im Jahr 2012 bei der Interventionen-Ausstellung im Kasseler Regierungspräsidium (RP) für Aufruhr.

Da das RP auch Kontrollaufgaben hat, installierte die Künstlerin damals Mini-Kameras über den Waschbecken in den Toilettenräumen. Die Kameras, die nur Dummies waren, übertrugen Bilder vom Händewaschen in eine alte Telefonzelle. Weil viele Leute dachten, die Kameras würden wirklich aufzeichnen, fühlten sie sich davon provoziert, überklebten die Kameras und rissen sie teilweise ab.

Ann Schomburg spielt mit Klischees, arbeitet mit vielfältigen Medien und provoziert gern.

Nun sorgt Ann Schomburg mit einem Ausstellungsstück bei der „Interventionen 2017“, die am Mittwochabend von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Joel Baumann, Rektor der Kunsthochschule eröffnet wurde, wieder für Wirbel. Grund: Ein Bild in der Collage, die sie mit anderen Künstlern auf dem Flur im RP zusammengetragen hat, zeigt unter anderem eine Sex-Szene unter Männern.

Zur Eröffnung kündigte sie außerdem eine „Blowjob“-Performance an. Diese erwies sich im Nachhinein aber als harmlos. Mit dem „Blowjob“ war das Aufblasen einer Einhorn-Badeeinsel, die während der Ausstellung im Foyer des RPs zu sehen ist, gemeint. „Um die Freigabe, das Bild aufzuhängen, gab es schon ein paar Diskussionen“, verrät Schomburg. Und was sagt der Hausherr, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke zu dem provokanten Bild? „Was soll man dazu groß sagen? Kunst ist frei, Freiheit ist Kunst. Die Ausstellung heißt ja Interventionen. Und intervenieren bedeutet wiederum einen Anlass zum nachdenken und zur Diskussion zu geben.“ Daher sah Dr. Lübcke auch keinen Grund, für die Nicht-Freigabe des Kunstwerkes Man spreche drüber und das sei gut für die Ausstellung. Diskutiert wurde über das Bild auch unter Mitarbeitern des RPs. Die Meinungen reichten dabei von „Muss das sein“ bis hin zu „Ist doch alles nur Kunst“.

Interventionen 2017

Noch bis Freitag, 26. Mai, zeigen zu den Öffnungszeiten des RPs am Steinweg 15 Kunsthochschulabsolventen ihre Werke. Darunter auch Tanja Jürgensen, die tägliche Arbeitsutensilien der dortigen Mitarbeiter fotografisch in Szene setzte und Carola Keitel, die durch ihre Geländer-Installationen deutschlandweit Bekanntheit erreichte. Bereits seit 15 Jahren laden Kunsthochschule und das Regierungspräsidium zu ihrem gemeinsamen Ausstellungsprojekt „Interventionen“ ein. Weil das RP in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert, ist diesmal jedoch etwas anders. Während sonst Studierende der Kunsthochschule dort ihre Werke zeigen, wurden diesmal zwölf ehemalige Studierende der Kunsthochschule erneut eingeladen. Denn vor einem Jahr hatte es eine „Inventur“ des Projekts gegeben, bei der festgestellt wurde, was den Besuchern im Gedächtnis geblieben war und was sie gern wiedersehen wollen. Dabei stand auch Ann Schomburg ganz oben in der Liste.

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