promotion Nordhessen und Land Hessen zeichnen Erfinder und Gründer in der Region aus

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Den mit 12.000 Euro dotierte ersten Preis vergab die Jury an die vier Gründer von HydroNeo aus Kassel. Das Foto zeigt (v.li.) Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Dr. Werapol Bejranonda, Dario Klapp, Fabian Reusch, Tim Wolters und Regionalmanager Holger Schach bei Prämierungsveranstaltung im Science Park der Universität.

Beim bundesweiten Gründungswettbewerb „promotion Nordhessen“ beglückwünschte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir  die siegreichen nordhessischen Jungunternehmer. Und auch beim neuen Hessen-Stipendium schnitt die Region super ab: Vier erfindungsreiche Teams der Uni Kassel werden gefördert.

Kassel. Ideen gibt es viele. Sie zu Ende zu denken, Produkte zu entwickeln, Firmen zu gründen – das ist die Königsdisziplin. Und da können Kasseler Studenten und Gründer punkten. Sowohl bei „Hessen Ideen“, einer Initiative des Landes Hessen, als auch beim bundesweiten Gründerwettbewerb „Promotion Nordhessen“ wurden Teams aus der Region ausgezeichnet. „Unser bundesweiter Wettbewerb ist eine Erfolgsgeschichte für Nordhessen“, sagt Regionalmanager Holger Schach. „Denn seit dem Start im Jahre 1999 wurden insgesamt rund 3.500 angehende Unternehmer bei der Firmengründung unterstützt“. Insgesamt seien durch diese Initiative bundesweit bereits über 2150 Arbeitsplätze in 485 neu gegründeten Firmen entstanden, davon 295 in Nordhessen. An der 18. Jubiläumsrunde beteiligten sich 131 Existenzgründer aus ganz Deutschland. Die Wettbewerbsteilnehmer von promotion Nordhessen gewinnen in jedem Fall. Denn sie erhalten eine umfassende, individuelle und kostenfreie Beratung und werden in allen strategischen und organisatorischen Fragen unterstützt. Im Mittelpunkt der Beratung steht die Erstellung eines Businessplans für die Unternehmensgründung. In Seminaren, Workshops und durch rund 100 fachkundige Coaches wird den Teilnehmern nicht nur das Know-how für die Erstellung eines solchen Businessplans sowie eines Finanzierungs- und Marketingkonzepts vermittelt. Mehr noch: Ihnen wird auch beim Aufbau eines Netzwerks und bei der Suche nach qualifizierten Unternehmenskontakten geholfen. „Die Gründerinnen und Gründer von heute beleben die Wirtschaft, sorgen für Innovation, Dynamik und Beschäftigung“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Ihr Unternehmergeist sei gerade in einer Zeit tiefgreifender technologisch-ökonomischer Umwälzungen unverzichtbar, so Al-Wazir, der nicht nur den Siegern, sondern ausdrücklich auch dem Team von promotion Nordhessen und den Coaches gratulierte.

Stipendium für gute Ideen

„Die große Resonanz auf das ,Hessen Ideen Stipendium‘zeigt, welches Potenzial für Gründungsideen an den hessischen Hochschulen vorhanden ist. Die hessischen Hochschulen sind ein schier unerschöpflicher Pool an kreativen und engagierten Menschen mit unkonventionellen und innovativen Ideen. Mit dem Stipendienprogramm wollen wir sie dazu motivieren, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, und sie auf dem Weg von der unternehmerischen Idee zu einem überzeugenden Geschäftskonzept unterstützen. Der zukünftige Erfolg des Innovationsstandorts Hessen hängt auch davon ab, wie wir an den Hochschulen entstandene unternehmerische Ideen nutzen.“

Das neue Stipendienprogramm für Hochschulgründer war im vergangenen Jahr ausgeschrieben worden und wurde erstmals zum 1. April 2018 für sechs Monate vergeben. Insgesamt 40 Gründungsteams aus 10 hessischen Hochschulen hatten sich für das Stipendium beworben. Der Kanzler der Uni Kassel, Dr. Oliver Fromm, hat jetzt im Science-Park 30 Stipendien an junge Gründerinnen und Gründer aus hessischen Hochschulen vergeben. Insgesamt werden 14 Gründungsvorhaben mit dem neuen Stipendienprogramm für Hochschulgründer „Hessen Ideen Stipendium“ unterstützt. Davon stammen vier Gründerteams – Die Ackerwinde, Die Pseudobox, T.O.B.I. und Zazter – aus der Universität Kassel.

Am Ende des Programms haben die Gründerteams idealerweise einen erfolgreichen Markteintritt geschafft oder konnten Investoren oder andere Fördergeber für eine Anschlussfinanzierung gewinnen. „Es ist schön, so viele verschiedene Teams und Projekte kennenzulernen und die Möglichkeit zu haben, sich zu vernetzen“, sagt Dogan Ates vom Projekt Zazter. Begeistert zeigten sich auch die Mentoren: „Es gibt hier durchweg tolle Ideen. Man sieht, wie wichtig die Unterstützung für junge Gründerinnen und Gründer ist, gerade in der Anfangsphase eines Projekts“, so Dr. Christoph Pohl, Mentor und Geschäftsführer der eta|opt GmbH.

Gewinner Promotion Nordhessen:

- Den mit 12.000 Euro dotierte ersten Preis vergab die Jury an die vier Gründer von HydroNeo aus Kassel; sie haben ein intelligentes Managementsystem für Aquakulturen entwickelt, das die bei der Fischzüchtung extrem wichtige Wasserqualität konstant überwachen und den Energieverbrauch sowie den Futtereinsatz steuern und optimieren kann. Zusätzlich erhält dieses Gründer-Team den von der Firma sera mit 2.000 Euro dotierten Umweltpreis

- Der 2. Preis (9.000 Euro) bei promotion Nordhessen geht an das Kasseler REVOLUTE-Team, das eine völlig neue, ultrakompakte Getriebetechnologie entwickelt hat. Im Vergleich zu marktüblichen KFZ-Automatik-Getrieben liegen die Herstellungskosten um rund 50 Prozent niedriger, zudem wiegt das neuartige Getriebe auch nur etwa die Hälfte eines herkömmlichen Getriebes.

- Den 3. Preis (6.000 Euro) erhalten die Gründer vonIDANA(Freiburg). Mit der von ihnen entwickelten Software können Mediziner Krankheitsgeschichte und aktuelle Beschwerden eines Patienten bereits vor dem Gespräch mit ihm erfassen lassen – digital mit Hilfe eines Tablets.

- Der mit 10.000 Euro dotierte Innovationspreis Mobilität – gestiftet von der Firma Hübner – geht an die Gründer von Toposens aus München: Sie haben ein einzigartiges Verfahren zur Positionsbestimmung entwickelt, das wie das Gehör einer Fledermaus funktioniert: auf der Basis von Ultraschall- und Radartechnik.

- In der Kategorie existenzsichernde Gründungen wurde Sylvia Richter aus Immenhausen mit 3.000 Euro bedacht: Mit ihren Dienstleistungen will sie z.B. Handwerksbetrieben zu einem professionellen Auftritt verhelfen und die interne Verwaltung dieser Unternehmen organisieren und strukturieren.

Hessen-Stipendium für:

-  Der Pseudoskorpion, natürlicher Feind der Vorroamilben, die weltweit als bedeutender Bienenschädling gilt, könnte zukünftig das Bienensterben stoppen. Geforscht wird in diesem Bereich bereits seit längerem. Von Sven Leygraf, einem Studenten aus der Universität Kassel – Witzenhausen, kam jedoch die Idee eine Pseudobox zu entwickeln, die einfach in ein Bienennest eingesetzt werden kann, um den Pseudoskorpion dort anzusiedeln. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Manuel Hickler und Till Stempel soll die Pseudobox mit Hilfe des Stipendiums weiterentwickelt werden.

- Die Geschwister Jan und Teresa Lanvers vom Campus Witzenhausen haben mit ihrer Ackerwinde eine innovative Konstruktion geschaffen, mit der Gemüse, Kräuter und Blumen vertikal angebaut werden können. Das bringt den Vorteil, dass den Pflanzen viel Wurzelraum zur Verfügung steht. Gemeinsam mit dem verwendeten Spezialsubstrat und dem Bewässerungssystem steht einem erfolgreichen Gärtnern nichts mehr im Wege.

Der Kanzler der Universität Kassel Dr. Oliver Fromm verleiht eine Stipenden-Urkunde an Dogan Ates und Patrick Kozlowski vom Projekt Zazter.

- Immer mehr Menschen ziehen in die Städte. Der Entwicklungsdruck auf die Ressource „Raum“ steigt stetig an. Gleichzeitig verändert sich das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. In den Städten werden stärker unterschiedlich vernetzte Mobilitätsangebote nachgefragt. In einer Smart City muss somit auch das Parken und „Sharen“ (Teilen) von Fahrzeugen vorausschauend geplant und neu organisiert werden. Damit das in Zukunft geschieht, entwickeln Mensur Krasniqi und Carina Born vom Fachbereich Architektur ein Berechnungsprogramm (T.O.B.I. – Tool for mobility Infrastructure ), das den Mobilitätsflächenbedarf der urbanen Gesellschaft passgenau und grundstücksscharf berechnet

- Wenn immer eine Gruppe gemeinsam zahlen muss (zum Beispiel bei einem Urlaub), kommen die Probleme auf: Wer streckt vor? Wer zahlt wann zurück? Es existiert derzeit keine einfache Lösung um die Kosten gerecht, schnell, effektiv und sicher zu teilen. Die beiden Wirtschaftsingenieure Dogan Ates und Patrick Kozlowski arbeiten dazu an einer Lösung. Die App „Zazter“ stellt eine neue Art der Planungs- und Zahlungsabwicklung dar, bei der in Echtzeit Kosten auf mehrere Personen aufgeteilt werden, sobald diese anfallen.

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