Quadratische Hühner: Geflügelschau in Niestetal

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Niestetal. 25 Rassen zeigten die Züchter auf der Geflügelausstellung in Heiligenrode. Doch den veranstaltenden Verein plagen Nachwuchssorgen...

Niestetal. Majestätisch steht der gelbe Orpington-Hahn in seinem Käfig, der Kamm leuchtend rot, die Brust tief angesetzt, der Schwanz voll. Für einen Preis hat es bei der Ausstellung des Geflügelzuchtvereins Niestetal 1940 trotzdem nicht gereicht: Der  Hahn hat krumme Zehen. "Das hat leider Abzüge gegeben”, sagt Herbert Quer, Vorsitzender des Vereins.

Kölner Tümmler und Stargarder Zitterhälse

Einmal im Jahr zeigen die Mitglieder sowie Gastaussteller ihr Geflügel und lassen es von unabhängigen Preisrichtern bewerten.An diesem Wochenende präsentierten die Züchter 201 Enten, Hühner und Tauben in der Gemeindeturnhalle in Heiligenrode, darunter auch seltene Rassen wie Paduana- und Vorwerk-Hühner,  indische Pfautauben, Kölner Tümmler, altdeutsche Mövchen oder Stargarder Zitterhälse; eine Taube, deren langer, dünner Hals ununterbrochen zittert. "Für mich wäre das nichts. Aber wem’s gefällt. Hauptsache die Besucher sehen, dass es mehr gibt als graue Tauben und braune Hühner” , so Herbert Quer.

Karl Wimmel aus Kassel züchtet Zwerg-Welsumer. Sechs Tiere hatte der 78-Jährige ins Rennen geschickt, ein Hahn bekam das Jury-Urteil "vorzüglich”. "Form und Farbe von Kamm und Kammlippe sind perfekt. Und er hat die für die Rasse typische Walzenform”, erklärt Karl Wimmel, während er seinem Tier über das schwarze Gefieder streicht.  Beim Körperbau des Orpington-Huhns ist das Quadrat das Maß aller Dinge, zu bewundern bei der Henne von  Ulf und Corinna Bürmann. "Wir lieben Tiere. Wenn dann so ein Prachtexemplar herauskommt, freut es einen natürlich besonders”, so dasZüchter-Ehepaar aus Hann.Münden.

Nur drei Jugendliche im Verein

Herbert Quer, seit elf Jahren Vorsitzender des GZV Niestetal, ist Ulf Bürmanns Schwiegervater. Bis heute züchtet der 65-Jährige  selbst Orpington-Hühner und ist froh, dass Tochter Corinna die Leidenschaft für Geflügel geerbt hat. "Viele Züchter sind irgendwann zu alt und finden niemanden, der ihre Leidenschaft fortsetzt”, so Herbert Quer.  Auch den GZV Niestetal plagen Nachwuchssorgen, lediglich drei Jugendliche gibt es unter den 22 Mitgliedern. "Leider interessieren sich die jungen Leute heute mehr für Technik als für die Natur.  Das ist sehr schade”. Schon jetzt seien Rassen wie das Vorwerk-Huhn vom Aussterben bedroht, erzählt Herbert Quer. Aktive Zucht sei wichtig, um die Vielfalt des Geflügels zu erhalten. Und sie schule fürs Leben. "Wer als junger Mensch mit Tieren klar  kommt, der wird später auch gut mit Menschen umgehen”.

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