Radfahrtag in Kassel: Am 22. September sind 30 Straßenkilometer autofrei

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„Radfahren ist kein Trend, sondern ein Zukunftsthema“, sagte OB Christian Geselle bei der Pressekonferenz von „Kassel radelt“, bei der er gemeinsam mit Verkehrsdezernent Dirk Stochla und Projektleiterin Carina Wagener die Beweggründe der Stadt für das Event und das Programm beleuchtete.

"Es macht nicht einfach ,Plopp' und wir sind über Nacht Kopenhagen oder Münster" sagt Kassels Verkehrsdezernent Dirk Stochla. Das Event "Kassel radelt" könne aber dazu beitragen, dem Thema Radverkehr in der Nordhessen-Metropole mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Kassel. An gestrigen Sonntag gehörte die Marathonstrecke den Läufern. In einer Woche dann, am Sonntag, 22. September, dürfen die Radfahrer zwischen 10 und 16 Uhr dann die Fahrt durch die gesamte Stadt auf der autofreien, rund 30 Kilometer langen Strecke nutzen und sich beim Großevent „Kassel radelt“auf ein umfangreiches Programm freuen.

Kassels Verkehrsdezernent Dirk Stochla betont, dass „Kassel radelt“ bewusst den Abschluss der diesjährigen Europäischen Mobilitätswoche bildet. „Die Europäische Mobilitätswoche beginnt am 16. September und endet mit dem autofreien Tag am 22. September. Es geht bei einem solchen Tag vor allem auch darum, gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Wir bitten deshalb alle Verkehrsteilnehmer und gerade die Anlieger um Verständnis für die Straßensperrungen.“

Das Format soll nicht einmalig bleiben, sondern auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Radverkehrskonzept der Stadt spielen. „Radfahren ist kein Trend, sondern ein Zukunftsthema“, unterstreicht Initiator und Oberbürgermeister Christian Geselle. „Durch neue Möglichkeiten wie E-Bikes verändert sich die Mobilität. Mit ,Kassel radelt‘ wollen wir zeigen, dass wir die Bedürfnisse vieler Menschen in unserer Stadt ernst nehmen und ein Signal für die Mobilitätswende setzen.“ Geselle betont, dass er gleichzeitig die Forderungen aller Verkehrsteilnehmer im Blick behalten will. „Es gibt in Kassel auch Fußgänger, ÖPNV-Nutzer und Autofahrer. Wir müssen ein ausgewogenes Miteinander finden.“ Geselle und Stochla werden um 10 Uhr am Auestadion den Startschuss für „Kassel radelt“ geben und dann gemeinsam mit vielen Radlerinnen und Radlern auf die Strecke gehen, die vorzugsweise gegen den Uhrzeigersinn befahren werden soll.

Zur Freude von Verkehrsdezernent Dirk Stochla und OB Christian Geselle sind Dirk van der Werf und Carsten „CB“ Bischoff ( v.li.) mit ihrer „Joe‘s Garage“ nicht nur beim Kassel-Marathon, sondern auch bei „Kassel radelt“ ein wichtiger Punkt auf der Strecke.

 „Natürlich können auch Teilstrecken befahren werden und jeder für sich entscheiden, wann und wo er los fahren möchte“, betont Projektleiterin Carina Wagener. Sechs Rastpunkte an der Strecke (Sudhaus, Sandershaus, Stadtplatz Annastraße/Fr. Ebert-Straße, Landhaus Meister und Spielverein 06 in Rothenditmold) mit einem vielfältigem Programm sowie ein großes Familienfest am Hiroshima-Ufer (11 bis 19 Uhr) sind lohnende Ziele für die kleine oder auch größere Radrunde.

Viele Menschen engagieren sich, damit die Veranstaltung zu einem Erfolg werden kann. So sorgen mehr als 80 ehrenamtliche Helfer gemeinsam mit der Polizei, dem städtischen Ordnungsamt und einem privaten Sicherheitsdienst für die Sicherheit an den Absperr- und Durchlassstellen. Wo es im Detail zu Einschränkungen kommt, kann auf www.kassel.de/kasselradelt eingesehen werden. „Wer kann, sollte an diesem Tag aufs Fahrrad umsteigen“, bitten Geselle und Stochla.

Drei Stempel sammeln für Gewinnchance 

Zu „Kassel radelt“ wird ein attraktives Gewinnspiel angeboten. An allen Rastpunkten bekommen die Radfahrerinnen und Radfahrer Teilnahmekarten, auf denen insgesamt sechs Stempelpunkte eingezeichnet sind: Am Auestadion, Am Sandershaus, Am Sudhaus, Am Landhaus Meister, beim Spielverein 06 und auf der Friedrich-Ebert-Straße (Simply Toast und Joe’s Garage) kann man einen Stempel bekommen. Wer mindestens drei Stempel gesammelt hat, kann am Gewinnspiel teilnehmen. Dazu muss die Teilnahmekarte bis 17 Uhr in die Gewinnbox neben der Spitzhacke eingeworfen werden.

Als Hauptpreise kann man ein E-Bike (zur Verfügung gestellt von den Städtischen Werken), ein ÖPNV-Jahresticket (KVG), einen 100 Euro-Gutschein fürs Auebad (Städtische Werke) und ein I-Pad mit W-Lan-Nutzung (Netcom) gewinnen. Insgesamt werden mehr als 100 Preise verlost.

Bühnenprogramm am Hiroshima-Ufer 

12.30 Uhr: Auftritt der Band „Pardon!“

14.30 Uhr: Begrüßung durch Moderator Bernd Kaiser, Interview mit Oberbürgermeister Christian Geselle, Verkehrsdezernent Dirk Stochla und Anne Grimm als Radverkehrsbeauftragte

15.20 Uhr: Swingband der Musikschule Kassel

16.05 Uhr: Yoga mit Claudia Grünert, ermöglicht von der Barmer 16.45 Uhr: BMX-Show von Ferdi Bensch

17.15 Uhr: Preisvergabe Gewinnspiel

17.45 Uhr: Dark Vatter

19 Uhr: Offizielles Ende

Viele Partner bieten zudem ein vielfältiges Mitmach- und Informationsangebot. Von der Fahrrad-Codierung über das Slow Bike-Rennen bis hin zum Stand Up Paddling (Badekleidung empfohlen) oder dem Smoothie-Bike gilt es, aktiv zu sein, viel auszuprobieren und Kassel von einer neuen Seite kennenzulernen.

Fahrräder codieren lassen

 Einen Service als Schutz vor Fahrrad-Diebstahl bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Kassel beim Aktionstag „Kassel radelt“ am Sonntag, 22. September 2019. Von 11 bis 16 Uhr können Interessierte am Hiroshima-Ufer ihr Fahrrad nach vorheriger Anmeldung codieren lassen. Die Codierung ist ein Eigentumsnachweis, um Fahrraddiebe abzuschrecken und gestohlene Fahrräder leichter wieder aufspüren zu können. In der Praxis hat sich diese Methode bewährt und wird auch von der Polizei empfohlen. Bei „Kassel radelt“ ist die Codierung für die angemeldeten Besucher kostenlos – sonst kostet der Service für Nicht-Mitglieder des ADFC 15 Euro. Herkunft codierter Fahrräder lässt sich gut nachverfolgen „Die Herkunft codierter Fahrräder kann von den Behörden gut nachverfolgt werden. So sind sie besser vor Diebstahl geschützt“, erklärt Jürgen Vöckel, zweiter Vorsitzende des ADFC Kassel. „Deshalb bietet der ADFC Kassel jedes Jahr mindestens sechs Fahrradcodierungen an. Dazu kommen zusätzliche Aktionen zu besonderen Anlässen wie bei ,Kassel radelt‘.“ Die Fahrradcodierung ist eine von der Polizei entwickelte Methode. Dabei wird mit einer Graviermaschine auf dem Rahmen des Fahrrads ein 16-stelliger, personenbezogener Code aufgebracht. Alternativ kann auch ein spezieller Aufkleber verwendet werden. Die Identifikationszeichen setzen sich aus individuellen Ziffern und Buchstabenkombinationen zusammen. Hierbei werden Autokennzeichen, Gemeindecode, die eigene Straße, die Hausnummer, Eigentümer-Initialen und Jahreszahl der Codierung in den Code integriert. Damit wird es Fahrraddieben erschwert, die codierten Fahrräder über Flohmärkte und im Internet weiterzuverkaufen. Zudem können die Behörden gestohlene Fahrräder leichter an ihre Besitzer zurückvermitteln.

Wer bei der Fahrradcodierung mitmachen will, erhält weitere Informationen auf der Internetseite www.fahrradcodierung-kassel.de. Dort können feste Uhrzeiten für Samstag, 22. September, gebucht werden, Teilnehmer können einen Code für ihr Fahrrad generieren und einen Codeauftrag ausfüllen, der für die Fahrrad-Codierung selbst notwendig ist. Den generierten Code und den Codeauftrag müssen Teilnehmer am Tag der Fahrradcodierung ebenso dabei haben wie Personalausweis oder Reisepass und den Beleg für den Kauf des Fahrrads.

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