Ramps, Stairs und Rails: 28 Jahre Mr. Wilson

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Setzen sich für die junge Skatekultur in Kassel ein (v.li.): Torsten, Matze, Justus und Hermann vom Skateboardverein Mr. Wilson in der beliebten Halle.

Seit 28 Jahren leistet der Kasseler Skateboardverein Mr. Wilson Jugendarbeit. Rund 25.000 Besucher zählt die Skatehalle jährlich.

Kassel. Ramps, Stairs, Rails und nicht zu vergessen: Die Bowl. Für Viele mag das wie eine wahllose Aufzählung englischer Begriffe klingen. Skateboardern und anderen Rollsportlern sollten sie jedoch bekannt vorkommen. Diese und andere Hindernisse sind in der Mr. Wilson Skatehalle in der Kasseler Kesselschmiede zu finden.

Und so klein, wie man die Gemeinschaft der Randsportler von außen einschätzen würde, ist sie gar nicht. Rund 25.000 Besucher zählt die Kasseler Skatehalle im Jahr. Die meisten von ihnen kommen, um Skateboard zu fahren, aber auch Inliner- und BMX-Fahrer dürfen sich auf dem rund 2.000 Quadratmeter großen Gelände austoben. Dank Innen- und Außenbereich kann hier bei jedem Wetter gerollt werden. Aber nicht nur für erfahrene Skater, sondern auch Anfänger und vor allem Kinder ist die Kesselschmiede innerhalb der letzten Jahre zu einer beliebten Anlaufstelle geworden. „Unsere Halle gehört laut dem Boardsport-Magazin goodtimesmag.de zu einer der zehn sehenswertesten Skatehallen in Deutschland und Österreich. Außerdem bieten wir Skateboardworkshops an und haben mittlerweile sogar einen Erzieher angestellt, der für die vielen Kids da ist, die jeden Tag hier her kommen“, erzählt Matthias Weiland, Geschäftsleiter des Skateboardvereins Mr. Wilson, der die Halle betreibt. Mit seiner 28-jährigen Geschichte ist der Verein der zweitälteste seiner Art in ganz Deutschland. „Wir sind stolz darauf, dass die Skatekultur in Kassel eine so lange Tradition hat. Und auch wenn es ein langer Weg war, hat sie mit der Zeit immer mehr Aufmerksamkeit erhalten“, erzählt Weiland. Die Mitglieder des Vereins arbeiten größtenteils ehrenamtlich, um die Halle am Laufen zu halten. Mit jahrelanger Erfahrung und einem Schreiner als Kassenwart wurden sämtliche Rampen selbst gebaut.

Der Innenhof der Kesselschmiede bietet circa 1.000 Quadratmeter zum Skaten unter freiem Himmel. Die Betonrampen hat der Verein selbst gebaut

Und auch die Stadt scheint mittlerweile begriffen zu haben, welchen Wert die Mr. Wilson-Halle für Kassel hat. Seit Juli diesen Jahres finanziert das Jugendamt die Halle soweit mit, dass der Eintritt von Montag bis Mittwoch frei sein kann. „Das ist toll, denn so können auch Kinder aus finanziell schwachen Familien herkommen, Skateboards ausleihen und Spaß haben“, sagt Weiland. Der Montag ist dabei allein den Mädels vorbehalten. Dienstag und Mittwoch haben sich bereits zu den Hauptbetriebstagen entwickelt. Über 60 Kinder kommen an diesen Tagen in die Halle. Am Wochenende zieht sie bei einem Eintrittspreis von fünf Euro viele Skatebegeisterte aus dem Umland an. „Die Kesselschmiede ist das größte Jugendzentrum der Stadt. Die jungen Leute können sich hier nicht nur treffen, sondern auch gemeinsam skateboarden. Und das ist ein toller Sport, da es nicht ums Gewinnen oder Verlieren geht. Es geht vielmehr darum, zusammen zu üben, sich gegenseitig zu pushen, hinzufallen und immer wieder aufzustehen“, erklärt Matthias Weiland. Um den Bedarf der vielen Jugendlichen zu decken, könne der Verein sogar noch mehr Platz gebrauchen.

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