Randfilmfest im Kulturbahnhof: Realität, Fiktion und Verstörung

Teilen eine Leidenschaft: Die Filmenthusiasten von Randfilm, Volker Beller, Ralf Stadler und Christoph Langguth (v.li.), mit Schauspieler Arno Frisch (2.v.re.).

Am vergangenen Wochenende fand im Kasseler Kulturbahnhof das dritte Randfilmfest statt. Der Wiener Schauspieler Arno Frisch war als Stargast geladen.

Kassel. "Deutsche Fernsehfilme sind eigentlich gar nicht so mein Ding", gibt Arno Frisch, der im Laufe seiner 25-jährigen Schauspielkarriere bereits zwei mal im Wiener Tatort zu sehen war, lachend zu. Beide Episoden habe er sich nie vollständig angeschaut. Wofür sich der gebürtige Österreicher dagegen begeistern kann, sind Filme, die nicht vom Massenpublikum, jedoch aber auf Veranstaltungen wie dem Randfilmfest in Kassel gefeiert werden.

"Von dem Fest habe ich erst durch die Einladung erfahren, die Idee hat mir aber sofort gefallen", berichtet Frisch und würdigt damit die Arbeit der RandPeople, eine Gruppe von Enthusiasten, die sich zusammengefunden haben, um sich Filmen zu widmen, die sonstkaum Aufmerksamkeit erhalten. Unter dem diesjährigen Motto " Reality, Fiction, Fear" stellte die Gruppe rund um Vorstand und Festivalleiter Ralf Stadler nun bereits das dritte Randfilmfest im Interim im Kasseler KulturBahnhof auf die Beine.

Schauspieler Arno Frisch, der durch seine Hauptrolle im Sozialdrama "Funny Games" von Regisseur und Oskarpreisträger Michael Haneke bekannt wurde, war als Stargast geladen. Nachdem sein erster Film, "Benny’s Video", zur Eröffnung des Randfilmfestes gezeigt wurde, stand er zum Nachgespräch auf der Bühne. "Ich spiele gerne Rollen, die von der des perfekten Familienvaters abweichen. Es ist eine ganz andere Herausforderung, Figuren mit einer psychologischen Tiefe zu spielen, die für den Zuschauer nicht direkt ergründlich ist", erklärt Arno Frisch, "das kann man einfach nicht mit Till Schweiger-Filmen vergleichen".

Mit dieser Einstellung war er auf dem Randfilmfest gut aufgehoben. Insgesamt wurden hier 21 Spielfilme, einige Kunstfilme und acht kurze Nachwuchsfilme von Studenten und jungen Filmemachern rund um Angst, Ekel, Schrecken, Tod und Horror gezeigt. "Wir haben mit dem Randfilm ein neues Genre gegründet. Alle Filme, die in irgendeiner Form grenzwertig sind, gehören dazu", erklärt Volker Beller, Mitorganisator des Filmfests. Und auch wenn das dreitägige Randfilmfest in Kassel womöglich nur ein Randpublikum erreichen konnte, so war die Leidenschaft für das Andersartige zu spüren – sowohl bei den RandPeople, als auch bei Stargast Arno Frisch.

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