Rathausmitarbeiter soll fünf Kinder missbraucht haben

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Kassel/Wolfhagen. Seit Mai sitzt ein Mitarbeiter der Wolfhager Stadtverwaltung in Untersuchungshaft. Jetzt wurde Anklage erhoben.

Wolfhagen/Kassel. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Wolfhagen Anfang des Monats Anklage zu dem Landgericht Kassel wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern in 171 Fällen sowie des Verbreitens und Besitzes kinderpornografischer Schriften erhoben.

Der heute 55 Jahre Angeschuldigte steht nach dem Ergebnis der Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Kassel zusammen mit dem beim PP Nordhessen für Sexualdelikte zuständigen Fachkommissariat (K 12) führte, in dem dringenden Verdacht, in der Zeit von 1994 bis März 2013 fünf Kinder in Wolfhagen und anderen Orten sexuell missbraucht haben.

In der Zeit von 1994 bis etwa 1996 soll er in fünf Fällen entsprechende Taten zum Nachteil eines zu diesem Zeitpunkt ca. 8-10 Jahre alten Mädchens begangen haben.

Ab dem Jahr 2002 bis zum Jahr 2003 soll es zu entsprechenden Übergriffen auf ein zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre alten anderen Mädchens gekommen sein. Insoweit werden dem Angeschuldigten 83 einzelne Handlungen zur Last gelegt.

Ab dem Jahr 2003 soll er sich an einem zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alten Mädchen vergriffen haben. Bis Mitte 2008 soll er das Kind in 26 Fällen missbraucht haben.

Von Juni 2007 an bis zum März 2013 soll er sich an einem zu Beginn dieses Zeitraums ca. 5 Jahre alten Mädchenvergangen haben. Insoweit werden ihm 32 strafbare Handlungen zur Last gelegt.

Etwa im gleichen Zeitraum, d.h. in der Zeit von 2009 bis 2010, soll er zudem in 25 Fällen ein 3-6 Jahre altes Mädchen missbraucht haben.

Der Angeschuldigte soll an den Kindern sexuelle Handlungen (z.B. Manipulieren im Intimbereich) vorgenommen haben, aber auch von den Kindern an sich vornehmen haben lassen.

In 25 der oben genannten Fälle sollen die Missbrauchshandlungen mit einem Eindringen in den Körper der Kinder verbunden gewesen sein, d.h. einem Einführen eines Fingers bzw. Ausführen des Geschlechtsverkehrs.

Es wird insoweit der Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Aus Gründen des Opferschutzes sollen zu weiteren Einzelheiten, auch zu den Kindern bzw. ihrem Verhältnis bzw. Bezugspunkten zu dem Angeschuldigten, keine näheren Angaben gemacht werden.

Dem Angeschuldigten wird des weiteren zur Last gelegt, in den Jahren 2010 bis 2012 in 53 Fällen ein eine Internettauschbörse kinderpornografische Bilder eingestellt zu haben.

Schließlich wird ihm der Besitz entsprechender Bilddateien zur Last gelegt. Die am 08.05.2013 bei Angeschuldigten durchgeführte Wohnungsdurchsuchung führte zum Auffinden von fast 40.000 solcher Bilddateien. Der Angeschuldigte wurde am 28.05.2013 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Verbreiten und Besitz von Kinderpornografie ist strafbar gemäß § 184b StGB. Danach wird das Verbreiten vonentsprechenden Bildern oder Videos mit Freiheitsstrafe von 3 Mon. bis zu 5 Jahren bestraft; im Falle des (ausschließlichen) Besitzes sieht das Gesetz Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe als Strafrahmen vor. Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist in § 176 StGB mit Strafe bedroht. Es macht sich danach strafbar, wer sexuelle Handlungen an einer Person unter 14 Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt. Das Gesetz sieht hierfür einen Strafrahmen von 6 Mon. bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vor. In schweren Fällen erhöht sich dieser abstrakte Strafrahmen; z.B. falls der Beischlaf mit dem Kind vollzogen wird oder eine sonstige Handlung vorgenommen wird, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden ist. Hierfür sieht das Gesetz in § 176a StGB einen Strafrahmen von mindestens 2 Jahren Freiheitsstrafe vor (schwerer sexueller Missbrauch von Kindern).

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