Rechte Demo in Kassel beendet: Sperren sind abgebaut - Tausende demonstrierten gegen rechte Gewalt

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Am Samstag war Kassel die wohl bestens gesicherte Stadt Deutschlands. Rund 2.000 Polizisten sichern die Demonstration der Partei "Die Rechte" ab. Zahlreiche Gegendemonstrationen sind geplant.

- Rund 10.000 nahmen an Gegendemonstration des Protestmarschs der Partei "Die Rechte" teil

- Kundgebung der Rechten fand am Unterneustädter Kirchplatz statt

- Polizei sicherte die Demonstrationen mit rund 2.000 Mann ab 

- Rund 100 Rechte demonstrierten

Ausnahmezustand in Kassel: Demo legt Stadt lahm - friedliches Zeichen gegen Rechts

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Aktualisiert: 19.17 Uhr

Polizei zieht positive Bilanz

Insgesamt wurden 31 Personen in Gewahrsam genommen. Die Polizei zieht ein positives Fazit. Hier geht's zur Bilanz der Polizei. 

Demo der Rechten von Worch für beendet erklärt

Im Demozug der Partei Die Rechte wurde ein Banner mit dem Wort "GEGENOFENSSIVE" gezeigt - die Ermittlungen laufen.

Fotostrecke: Tausende demonstrieren gegen Rechts - bislang verläuft alles friedlich

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Die Demonstration der Rechten in Kassel wurde von Organisator Christian Worch für beendet erklärt. Die Neonazis ziehen sich zurück in ihre Busse, um nach Hause zu fahren.

Die Sperren werden nun abgebaut, also sollte der Verkehr bald wieder normal laufen.

Hier eine Bildergalerie zur Demonstration der Rechten in Kassel durch die Unterneustadt.

Bildergalerie: Tausende stellten sich den Rechten in Kassel entgegen

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Als die Neonazis auf Gegendemonstranten treffen, läuten laute Glocken - eine Form des Protests. Auch Bierflaschen wurden geworfen. Den rund 100 Rechten stellen sich rund 10.000 Gegendemonstranten entgegen.

Der Demonstrationszug der ca. 100 Rechten setzt sich in Bewegung in Richtung Hafenbrücke.

Nicht gegen Auflagen verstoßen

Organisator Christian Worch hat gerade erklärt, wie die Demo abläuft und darauf hingewiesen, dass die Teilnehmer nicht gegen Auflagen verstoßen sollen. Die Demonstranten laufen los.

Auch nett: Ein Eiswagen verkürzt die Wartezeit für die Polizisten. Die haben sich gleich mal angestellt und sich ne Kugel Eis geholt - wohl bekomms!

Die Partei "Die Rechte" hat auf ihrem Twitter-Account Kassel eine Demoserie angedroht. Die Polizei hatte einen Bus mit Demonstranten kontrolliert. "Das ist Nötigung und hochgradig rechtswidrig. Offenbar möchte Kassel wirklich um jeden Preis eine Demoserie. Der Beginn heute wird sich definitiv verzögern", schrieb die Partei auf Twitter. 

In der Unterneustadt nichts Neues: Eigentlich sollte die Demo der Rechten schon vor zwei Stunden beginnen, bislang hat sich aber nur wenig getan. Nach einer Kundgebung sieht das noch nicht aus.

Rund 65 Neonazis vor der Elwe

Durch die Lautsprecher des "Bündnisses gegen Rechts" heißt es, aktuell seien rund 15.000 Gegendemonstranten in Kassel unterwegs. Rund 65 Neonazis halten sich momentan am Unterneustädter Kirchplatz auf. Weitere Rechte sollen von der Polizei mit einem Bus vom Hauptbahnhof in die Unterneustadt gefahren werden.  

Wenn in Kassel Ausnahmezustand herrscht: Statt 60 Gäste haben nur 6 Gäste den Weg zu einer Hochzeit ins Gasthaus Helleberg am Hafen gefunden. Wir hoffen, dass die Gäste doch noch einen Weg finden, mit Braut und Bräutigam zu feiern.

Immer wieder sind Rufe wie "Nazis raus!" von Gegendemonstranten zu hören. Das Restaurant Sudhaus (neben Obi) darf wegen der Demonstration erst um 17 Uhr öffnen.

Etwa 50 Neonazis sind an der Elwe angekommen - im Doppeldecker Bus. Zu Auseinandersetzungen ist es bislang nicht gekommen, die Rechten stehen vor der Elwe und warten dass die Kundgebung beginnt. Alle Brücken zur Unterneustadt sind gesperrt. Die Polizei hat die Rechten abgeschottet. Der Polizeieinsatz wird vermutlich bis heute Abend andauern. Die Polizei schließt spontan angemeldete Demonstrationen nicht aus. 

Während die wenigen Rechten noch auf Teilnehmer warten, gehen die Gegendemonstrationen weiter. So wie die Streetbolzer um Mustafa Gündar (Mitte), gehen heute zahlreiche Kasseler auf die Straße, um gegen rechte Gewalt zu protestieren.

Bislang verlaufen die zahlreichen Demonstrationen friedlich. Die Kundgebung am Unterneustädter Kirchplatz hat noch nicht begonnen. Nun soll diese gegen 13 Uhr stattfinden. Die Unterneustadt ist von der Polizei abgeriegelt, niemand kommt in die Unterneustadt - selbst Anwohner nicht.  

Die Polizei sperrt das Stadtgebiet großflächig ab. Ein Auto wurde gerade in Waldau durchsucht. Das Auto fuhr in Richtung Platz der Deutschen Einheit.

Bislang sind nur eine Handvoll Teilnehmer vor der Elwe. Dagegen werden ca. 1000 Gegendemonstranten erwartet, teilt die Polizei mit.

Die Stadtbrücke ist derweil gesperrt. Am Unterneustädter Kirchplatz soll in Kürze die Kundgebung der Partei "Die Rechte" stattfinden. Organisator Christian Worch ist in Kassel angekommen. Er schätzt, dass die Kundgebung später stattfindet, da noch Teilnehmer erwartet werden. Die Kundgebung war ursprünglich für 12 Uhr geplant.

Der Organisator der Demonstration, Christian Worch (li.).
Die Stadtbrücke ist von der Polizei abgesperrt worden.

Die Kundgebung des Bündnis gegen Rechts ist gerade am Hauptbahnhof gestartet. Hier sollte heute auch ein Fest der Caricatura stattfinden - eigentlich zum 70 Geburtstag des Grundgesetzes.

Die Kasseler Innenstadt ist abgeriegelt, die ersten Gegendemonstrationen sind gestartet. Mehrere Hundert Demonstranten trafen sich um 10 Uhr zu einer Kundgebung am Hauptbahnhof und ziehen nun durch die Stadt. Mit dem Lied "Schrei nach Liebe" von den Ärzten machten sich die Demonstranten auf den Weg. Seit heute Morgen fahren keine Busse und Bahnen mehr.

Bildergalerie: Hunderte bei Gegendemo am Hauptbahnhof

 © Ehrig
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Die Demonstration der Partei "Die Rechte" wird dagegen nicht am Hauptbahnhof, sondern am Unterneustädter Kirchplatz starten. Hier ist für ca. 12 Uhr eine Kundgebung geplant. Darauf habe man sich am Freitagabend geeinigt, sagte ein Polizeisprecher. Das Bündnis gegen Rechts hat darauf noch am Freitag reagiert und ebenfalls ihre Route geändert. So wird es neben der Kundgebung am Hauptbahnhof um 10 und um 11 Uhr Demonstrationszüge am Fuldaufer geben. Auch dieses Gebiet ist abgesperrt.

Seit Freitagabend ist die Polizei mit Einsatzkräften am Unterneustädter Kirchplatz. Hier wird eine Kundgebung der Partei "Die Rechte" stattfinden.

Seit gestern Abend stehen rund um den Unterneustädter Kirchplatz zahlreiche Polizeiautos. Auch hier sind Gegendemos angekündigt.

Stadt wollte Demonstration verhindern

Ein Versuch der Stadt, die Demonstration zu verbieten, wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt. Begründung: Die Gefahr durch diese Demonstration sei nicht so hoch wie die Stadt vermute. Der Versammlungsanmeldung sei zwar zu entnehmen, dass ein Bezug zu der gewaltsamen Tötung des Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke bestehe, doch werde zugleich betont, dass man Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele auf gar keinen Fall gutheiße und Attentate auf politische Gegner strikt ablehne. Zu Straftaten werde nicht aufgerufen. Es lägen auch aus dem NRW Verfassungschutzbericht 2018 keine konkreten Anhaltspunkte vor, dass es zu einer stark aufgeheizten Stimmungslage und zu einer unkontrollierten Stimmungslage aller Teilnehmer kommen könne, der nur mit einem Totalverbot zu begegnen sei.

Vorbereitungen laufen: Polizei rüstet sich für Demo der Partei "Die Rechte"

Wurde vorsorglich verhüllt: Die Uhr vor der Volksbank Kassel Göttingen © Schaumlöffel
Die ersten Absperrgitter stehen. © Schaumlöffel
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Dessen ungeachtet seien Straftaten Einzelner, wie vom Landeskriminalamt Hessen erwartet werde, durchaus möglich. Darauf könne man mit Auflagen reagieren. Das Verwaltungsgericht mochte der Stadt auch nicht folgen, als befürchtet wurde, dass es zur Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und zur Volksverhetzung kommen könne. Das könne aus der bloßen Wahl der Stadt Kassel als Versammlungsort nicht geschlossen werden. Auch aus der Tatsache, dass man am Regierungspräsidium vorbeiziehen und dort eine Zwischenkundgebung plane, reiche nicht für ein Totalverbot. Auch der Hinweis darauf, dass die Partei eine rechtskräftig verurteilte Holocaust-Leugnerin als Spitzenkandidatin für den Europawahlkampf aufgestellt habe, trage nicht. Auch reiche nicht, dass wahrscheinlich wesentlich mehr als die angekündigten hundert Teilnehmer kommen. Also wird in Kassel richtig was los sein.

Hinzu kommen zwölf Gegendemonstrationen. Geplant ist bisher:

 „Kassel ist eine offenen und bunte Stadt“ heißt es auf einer Demo, die von 9 bis 14 Uhr vom Hauptbahnhof über die Werner-Hilpert-Straße, Rudolf-Schwander-Straße und Ständeplatz zurück zum Hauptbahnhof führt. „Kassel nazifrei“ ist die Kreuzung Werner-Hilpert-Straße/Joseph-Beuys-Straße. Auf dem Scheidemannplatz zeigt das Handwerk von 10.30 Uhr bis 18 Uhr Flagge. „Nazis in Kassel stoppen“ will man von 11 bis 15 Uhr auf der Holländischen Straße. Von 8 bis 20 Uhr ist auf dem Halitplatz „Kein Platz für rechte Propaganda“. „Kein Platz für Rechtsextreme“ ist von 11.30 Uhr bis 16 Uhr auf dem Holländischen Platz und vor dem Staatstheater. Auf der Fuldabrücke von 8 bis 20 Uhr „Wir sind mehr –gegen Rechts“. „No pasare“ am Bahnhof Wilhelmshöhe, an der Kölnischen Straße 81 „Gegen Rechts und für Toleranz“ und auf dem Vorplatz Grüner Weg, Werner-Hilpert-Straße 81 steht eine Mahnwache. Demonstriert wird auch am Obelisken.

Die Polizei bittet alle Bürger, die die Innenstadt aufsuchen wollen, mögliche Verkehrsbeeinträchtigungen zu berücksichtigen. Über das Bürgertelefon 0561-910-2001 können sich Interessierte Samstag von 12 bis 18 Uhr informieren. Von den Verkehrsbeeinträchtigungen werden weder Hessens Innenminister Peter Beuth, noch Bundesinnenminister Horst Seehofer betroffen. Beide werden Samstag in Kassel nicht erwartet. Das Land Hessen gab unterdessen bekannt, dass die Wilhelm-Leuschner-Medaille posthum an Dr. Walter Lübcke verliehen werde. Regierungsvizepräsident Hermann-Josef Klüber freut sich über diese Würdigung des Lebenswerks Lübckes, der unermüdlich für Demokratie, Selbstbestimmung und Freiheit eingetreten sei.

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