Retro-Trend: Von wegen nerviger Bandsalat – die Musikkassette ist wieder da

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Christoph Brand (unten, Fliegende Köche) kennt auch den dazugehörigen Bandsalat: „Früher gab es ja nichts anderes zum Musikaufnehmen und Kopieren. Meine ersten Kassetten waren Hörspiele von Benjamin Blümchen und TKKG. Außerdem lief früher donnerstags immer auf Hr3 die Hitparade mit Martin Hecht. Da habe ich versucht, meine Lieblingslieder ohne Werbung auf Kassette aufzunehmen – später dann bei der Hr3-Clubnight. Zu Zeiten der ehemaligen Disco World habe ich dann Mix-Tapes von DJ Chilly-T gekauft. Der Kreis schließt sich heute wieder: Vor kurzem war ich mit Mark Forster auf Tour, der sein neues Album ja ‘Tape’ genannt hat."
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Carsten Bischoff (CB, Joe’s Garage): „Dazu fällt mir sofort die „Beatles-Story“ ein! Ein Bekannter hat mir mal den Beatles Film „A Hard Day's Night“ (irgendwann in den frühen 70er Jahren) mit Mikro und Kassettenrekorder vom Fernseher aufgenommen. Videorecorder oder ähnliche Aufnahmemöglichkeiten gab es noch nicht. Naja, das war dann wie eine Hörspielkassette mit geilen Songs und witzigen Dialogen. Ich hab das Ding so oft gehört, das ich die Dialoge und diverse Songtextpassagen auswendig konnte. Irgendwann war die Kassette durchgenudelt und die VHS wurde erfunden. Jetzt habe ich das Ding natürlich als DVD... aber die Kassette war natürlich ein Stück Kindheit für mich.“
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Germano Tirone (DJ Mem-Brain): „Das war eine coole Zeit! Ich verbinde MCs mit Musik der 90er und der Hr3 Clubnight mit DJ Chilly T. Dann schnell die Rekord-Taste drücken um den Lieblingssong möglichst ohne Werbung aufzunehmen und den Bleistift nehmen um den Bandsalat rückgängig zu machen.“
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„Thorsten Döring (DJ Ray-D): Meine erste Kassette habe ich mit 14 Jahren von einem Freund aus der Nachbarschaft bekommen, der bereits 18 Jahre alt war. Die Kassette wurde damals in der Kasseler Discothek „World“ aufgenommen und der DJ dort (DJ Chilly-T) mixte und scratchte die Lieder bereits zusammen.
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Reinhold Binder (Ray Binder, Soul- und Blues-Musiker): „In den „Golden Sixties“ der Beatles und Co. haben wir ja noch mit den großen Tonbandgeräten und den Vinyl-Singles oder LPs hantiert. Als die kleinen Musik Kassetten plötzlich kamen, waren sie natürlich praktischer. Kofferradios mit Kassettendeck waren der absolute Hammer! Das war Musik für unterwegs und im Schwimmbad auf der Decke. Ich hatte im Autoradio auch ein Kassetten-Gerät. Dann habe ich zu Hause aus dem Radio meine Lieblingssongs aufgenommen und sie immer dabei gehabt. Bei meinen Konzerten in den 70ern und 80ern habe ich sogar selbst Singles und MCs mit meiner Musik zum Kauf angeboten. Noch heute benutze ich einen kleinen MC-Rekorder zum Musikideen aufnehmen oder als Diktiergerät. Alles in Allem waren die MCs schon schnuckelig.“

Die gute alte Musikkassette hat ihr Revival. Wir haben ein paar Bekannte aus der Region zu ihren MC-Erlebnissen befragt.

Kassel. Wie sagt man so schön: Irgendwann kommt alles wieder. So auch die gute alte und legendäre Musikkassette (MC). „Was kommt wieder?“, fragt unsere Praktikantin. Kein Wunder, sie ist in den 2000er Jahren geboren und praktisch mit MP3-Songs aufgewachsen. Aber die Älteren von uns kennen sie bestimmt noch: Die Audiokassette! Mit ihrer Hilfe hat man sich seine Lieblingslieder aus dem Radio aufgenommen oder eine Kassette für die Liebste/den Liebsten zusammengestellt.

Nachdem die Vinylplatte ihr Revival erlebte (aber eigentlich war sie ja auch nie völlig weg) steht im Zuge der Retrowelle nun auch die Kassette, die gern mal zum Bandsalat neigt, bei Musik-Fans hoch im Kurs. Die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins „Musikexpress“ widmet dem guten Stück sogar ein 18-seitiges Special. Wie die Vinylplatte, ist auch die Kassette für viele eine Art Gegenbewegung zum Flatrate-Hören à la Spotify. Wer alle Songs der Welt zu einem Flatrate-Preis hören kann, wird wohl nie das Glücksgefühl erfahren, das man es beim ersten Auflegen einer Platte oder beim Einlegen einer Kassette erlebt.

Deswegen veröffentlichen viele Stars mittlerweile wieder MCs in kleinen Stückzahlen. Wir haben ein paar Bekannte aus der Region zu ihren MC-Erlebnissen befragt. Also Kinder: Genau lesen, damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, wie es früher war! Übrigens: Auch heute gibt es noch Kassetten zu kaufen. Bei Conrad Electronic beispielsweise gibt es ein 5er-Pack 90-Minuten-Kassetten für 9,39 Euro zu bestellen. Kassetenrekorder gibt es mit etwas Glück günstig auf dem Flohmarkt oder ebenfalls im Internet zu bestellen.

Ihre Story ist gefragt

Hören Sie noch heute ihre Benjamin Blümchen-Kassetten oder produzierten Sie ein besonderes Mix-Tape für Ihre Angebetete? Senden Sie uns Ihre schönsten Kassetten-Stories – gerne auch mit Fotos von Ihnen und den alten Schätzchen – an schaumloeffel@ks.extratip.de Die schönsten Einsendungen werden abgedruckt.

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