Riesen Ärger um Riesenrad: Familie wartet seit einem Jahr auf Schadensersatz

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Das Riesenrad für den Kasseler Märchenweihnachtsmarkt wird gerade wieder aufgebaut. Da kommen bei Marc Tischler und seinem Sohn Lenny Erinnerungen an den Unfall im vergangenen Jahr hoch.

Im vergangenen Jahr hatte der kleine Lenny einen Unfall am Riesenrad auf dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt. Seitdem gibt es viel Ärger.

Kassel. Als Marc Tischler auf dem Friedrichsplatz beim Fototermin mit dem EXTRA TIP zufällig auf den Betreiber des Riesenrades trifft, der sein Fahrgeschäft gerade für den diesjährigen Kasseler Märchenweihnachtsmarkt aufbaut, wird es laut. Es fallen gegenseitige Beschuldigungen.

Vor einem Jahr, als der Weihnachtsmarkt gerade eröffnet hatte, hat sich Tischlers Sohn Lenny am Riesenrad verletzt. Nach Angaben seines Vaters stand der damals Zweieinhalbjährige mit ihm an der Kasse an, als er sich von dessen Hand losriss und von einem Podest direkt neben dem Kassenhäuschen circa 1,20 Meter in die Tiefe fiel. Beim Versuch, seinen Sohn noch zu erwischen und festzuhalten, fiel Marc Tischler hinterher. Ein Rettungswagen brachte Lenny ins Krankenhaus. Mit einer großen Portion Glück kam der kleine Junge mit einer Schädelprellung davon.  „Es hätte aber auch viel schlimmer ausgehen können“, betont sein Vater kopfschüttelnd.

Seit einem Jahr kommen die Tischlers nun nicht zur Ruhe. Der Gerichtsprozess, in dem der Riesenradbetreiber aufgrund der mangelnden Sicherung der Plattform wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt wurde, wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt. „Wir haben aber einen Anspruch auf Schadensersatz, schließlich hätte mein Sohn sich nicht verletzt, wenn die Plattform ordnungsgemäß gesichert gewesen wäre“, so Marc Tischler. Die Haftpflichtversicherung des Riesenradbetreibers wurde eingeschaltet.

Bis heute haben die Tischlers von dem Geld allerdings nichts gesehen. Bereits mehrmals habe Vater Marc die Versicherung kontaktiert. „Die Versicherung kann uns nichts auszahlen, weil der Betreiber immer noch nicht alle notwendigen Unterlagen zu dem Fall eingereicht hat. Er will nicht, das wir das Geld bekommen “, nimmt Marc Tischler an. Der Betreiber des Riesenrades bestreitet das. Er habe die Unterlagen längst eingereicht und wisse selbst nicht, warum das Geld – im Raum standen zunächst1.000, mittlerweile fordern die Tischlers 2.000 Euro – nicht bei der Familie angekommen sei.

Die Stadt Kassel, die den Märchenweihnachtsmarkt verantwortet, hält sich in der Sache zurück. Die Fahrgeschäfte würden vor Inbetriebnahme geprüft. Dabei wurden bei dem Riesenrad keine Mängel festgestellt. Eine Kette, die die Unfallplattform für Fahrgäste sperrt, war vorhanden. Als der kleine Lenny die Plattform betrat, war diese jedoch nicht vorgehängt. Dafür sei der Betreiber selbst verantwortlich.

„Die Stadt hat sich damals bei uns mit Fahrchips entschuldigt. Das reicht aber nicht. Der Betreiber muss für seinen Fehler gerade stehen“, sagt Marc Tischler. Von einem erneuten Treffen vor Gericht wollten die Tischlers eigentlich absehen. „Wir hätten die Sache gerne ohne Ärger geklärt, aber wie mit dem Unfall unseres Sohnes nun seit einem Jahr umgegangen wird, ist Schikane. Das können wir uns nicht länger gefallen lassen“, sagen sie nun.

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