Rotes Kreuz schlägt Alarm: Blutspendebereitschaft ist massiv eingebrochen

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„Seit Beginn der Corona-Krise sind bei uns die Blutspenden um vierzig Prozent eingebrochen“, sagt DRK-Pressesprecher Ralf Debus.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schlägt Alarm. „Seit Beginn der Corona-Krise sind bei uns die Blutspenden um vierzig Prozent eingebrochen“, erklärte Pressesprecher Ralf Debus.

Kassel. Mönchebergstraße. Schon vor der Tür wird genau erklärt, wer zur Zeit nicht zur Blutspende zugelassen wird und das Blutspendelokal nicht betreten darf: „Wenn Sie Symptome eines Atemweginfekts haben wie Fieber, Krankheitsgefühl, Husten, Luftnot, Gliederschmerzen und Müdigkeit. Wenn Sie in den letzten Wochen Kontakt zu einem COVID-19-Patienten oder -verdachtsfall hatten. Wenn Sie innerhalb der letzten vier Wochen aus folgenden Ländern zurückgekehrt sind: China (inklusive Hongkong und Macao), Nordkorea, Südkorea, Iran, Japan. Italien und Frankreich.“ Schon im Eingang erklärt DRK-Mitarbeiter Matthias Winter ruhig, aber bestimmt, was in Corona-Zeiten zu beachten ist und nimmt Namen auf. Alles ok? Dann geht's in das Blutspendelokal.

Das ist gar nicht so leer wie befürchtet. „Heute sind einige Erstspender hier“, wird mir erklärt. Bundesweit sieht das anders aus. „Zur Zeit arbeiten die Kliniken noch unter Volldampf. Es wird viel Blut gebraucht und die Spenden sind drastisch eingebrochen. Wir erwarten erst noch einen starken Rückgang der Operationen. Doch noch ist es nicht soweit“, veranschaulicht Ralf Debus die aktuelle Lage. Die Blutspender seien zum Teil verunsichert, so Debus weiter. Dabei tue das DRK alles, um jedes Risiko auszuschließen. „Wir fragen schon am Eingang, versuchen so, jeden auszuschließen, der zu einer Risikogruppe gehört. In den Lokalen vereinzeln wir die Spender. Wir vergrößern die Abstände zwischen den Stühlen. Wir bieten Terminreservierungen an.“

Lebensgefährlicher Engpass?

Trotzdem reicht es hinten und vorne nicht. Damit es nicht zu einem lebensgefährlichen Engpass kommt, will man wenigstens die Blutspendeveranstaltungen beibehalten. „Wir haben schon mit der Landesregierung gesprochen. Obwohl in vielen Gemeinden die Hallen und Säle geschlossen sind, werden wir unsere Veranstaltungen durchführen können“, ist Debus zuversichtlich. „Wir werden diese Veranstaltungen auf mehrere Tage verlängern und so dafür sorgen, dass nicht zu viele Menschen auf einmal kommen.“

Freundlich aber bestimmt, Schon an der Eingangstür werden Blutspender, die zu Risiko-Gruppen gehören, von Matthias Winter wieder nach Hause geschickt.

Aber brauchen werde man das Blut, denn Veranstaltungen an Unis fallen aus, weil die Studenten nicht da sind. Firmen haben geschlossen oder wollen nicht, dass jemand von außerhalb kommt. „Unser aktueller Trost: Unsere Stammspender kommen immer noch.“ Und wie wird mit dem Blut umgegangen? „Der Corona-Virus lässt sich im Blut nicht so einfach nachweisen“, erklärt Debus.

„Überall wird an Testmethoden gearbeitet. Bis dahin arbeiten wir so vorsichtig wie bisher weiter. Wir machen, was aus dem Stand heraus machbar ist. So hat es noch nie einen Fall gegeben, bei dem der Corona-Virus durch eine Blutspende übertragen worden ist. Aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.“

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