Salzmann zerfällt - doch was tun?

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Kassel. Fraktionen streiten um weiteres Vorgehen der Rossing-Ruine.

Kassel. Das Industrie-Denkmal Salzmann verkommt zusehends: Eingeschlagene Fenster, aufgebrochene Türen, aus den Wänden gerissene Kabel. Dazu ein Berg Schutt, der vom Eigentümer Dennis Rossing nicht entsorgt wird. Was tun?Vergangene Woche stellte die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag, das historische Gebäude zu sichern. "Der Magistrat wird aufgefordert (...) dem drohenden Verfall Einhalt zu gebieten", heißt es in dem Antrag, der uns vorliegt. Die Kosten für den Erhalt soll der Eigentümer tragen – "Investor" Dennis Rossing aus Bad Hersfeld."Um den Verfall zu beenden, müssen aufgebrochene Türen und Fenster geschlossen werden", heißt es in der vom CDU-Fraktionsvorsitzendem Dr. Norbert Wett unterschriebenen Begründung des Antrags. Schließlich stünde das Gebäude leer, Mieter gibt es längst keine mehr. Verschiedene Vorhaben – von einer Arena bis technischem Rathaus – waren geplatzt.

SPD, Grüne und FDP lehnen Antrag ab

Doch die anderen Fraktionen sind an einer Sicherung auf dem von der CDU vorgeschlagenen Weg nicht interessiert: "Der Antrag wurde am 27. Januar in der Stadtverordnetenversammlung durch die Mehrheit von SPD, Grünen und FDP abgelehnt", erklärt CDU-Geschäftsführer Dominique Kalb.SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Geselle begründet die Ablehung im wesentlichen in drei Punkten: Erstens sei die Stadtverordnetenversammlung nicht zuständig, sondern die Untere Denkmalbehörde. Desweiteren fehle die Rechtsgrundlage, da keine unmittelbare Gefahr für das Areal bestehe. Und, abschließend: "Würden wir etwas unternehmen, müsste die Stadt auch in Vorleistung zu Herr Rossing treten", so Geselle. Das Risiko, dann auf den Kosten sitzen zu bleiben, scheint den Sozialdemokraten zu groß.Jetzt warten CDU-Mann Wett und seine Fraktionskollegen noch auf die Beantwortung diverser Fragen (siehe EXTRA INFO). Mitte Februar soll der  Ausschuss für Stadtentwicklung diese beantworten.

+++EXTRA INFO+++

Die CDU fragte:

1.  Wird die Zukunft des Salzmanngebäudes durch den Stadtbaurat zur Dispositiongestellt, um von Verantwortlichkeiten bei Eigner und Unterer Denkmalschutzbehörde abzulenken?2.  Soll Salzmann, wie vom Stadtbaurat öffentlich geäußert, dem Verfall preisgegeben werden?3. Hat die Stadt alle Möglichkeiten zur Substanzsicherung ausgeschöpft?4.  Wenn ja, welche?5.  Wenn nein, ist die Stadt für den Verfall mitverantwortlich?6.  Welche Maßnahmen zur Substanzsicherung plant die Stadt?

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